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Universität Heidelberg

Enzyklopädieartikel

Universität Heidelberg, offiziell Ruprecht-Karls-Universität, Hochschuleinrichtung in Heidelberg. Die Universität ist eine autonome Einrichtung, die dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Stuttgart untersteht und vom Land Baden-Württemberg finanziert wird. Sie wurde in Heidelberg in der damaligen Kurpfalz 1386 von Kurfürst Ruprecht I. gegründet und war nach Prag und Wien die drittgrößte Universität des Heiligen Römischen Reiches. Der erste Rektor der Universität, der religiöse Gelehrte Marsilius von Inghen, führte sie als römisch-katholische Institution. Während der Reformation zu Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Heidelberger Universität durch eine von Melanchthon mitinitiierte Umstrukturierung protestantisch. 1652, nach dem Dreißigjährigen Krieg, wurde sie als weltliche Einrichtung neu organisiert. Während der folgenden eineinhalb Jahrhunderte setzte sie ihre Arbeit, etwa wegen des Pfälzischen Erbfolgekrieges, unter erschwerten Bedingungen fort. Bis 1803, als die Kurpfalz die Stadt Heidelberg dem Großherzog von Baden abtrat, erlangte die Universität ihre Stabilität nicht wieder.

An der Ruprecht-Karls-Universität lehrten u. a. der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen, der Nationalökonom Max Weber sowie die Philosophen Karl Jaspers und Hans-Georg Gadamer. Heute besitzt sie Fakultäten u. a. für Biologie, Chemie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Recht, Mathematik, moderne Philologie, Physik und Astronomie, Theologie sowie Medizin. Zur Ruprecht-Karls-Universität gehören mehr als 80 Institute, Kliniken und Seminare, die mit den verschiedenen Fakultäten verbunden sind.

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