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Kurt Vonnegut

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Kurt VonnegutKurt Vonnegut

Kurt Vonnegut (1922-2007), amerikanischer Schriftsteller. Er war ein Kultautor der Popgeneration der siebziger und achtziger Jahre. Sein apokalyptischer Zeitroman Slaughterhouse Five (1969; Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug) gilt als einer der stilistisch und ideologiekritisch wichtigsten Romane der modernen amerikanischen Literatur.

Vonnegut wurde am 11. November 1922 als Sohn eines Architekten in Indianapolis geboren und stammte aus einer Familie deutscher Einwanderer. Er begann 1940 ein Studium der Biochemie an der Cornell University und schrieb dort für die Studentenzeitschrift Cornell Sun pazifistische Artikel. Nach dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg im Dezember 1941 meldete er sich jedoch als Freiwilliger zur Armee und kam in Europa zum Einsatz. Während der Ardennenschlacht geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft und erlebte als Augenzeuge das vernichtende Bombardement Dresdens in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945. Nach der Rückkehr in die USA studierte Vonnegut Anthropologie an der Universität von Chicago, brach das Studium 1947 jedoch ohne Abschluss ab. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Berufen, u. a. als Polizeireporter und als PR-Mitarbeiter für General Electric. Neben seiner Berufstätigkeit veröffentlichte er komische sozialkritische Kurzgeschichten in Zeitschriften, gesammelt erschienen unter dem Titel Bagombo Snuff Box (1999; Suche Traum, biete mich). Ab 1950 lebte er als freier Schriftsteller.

Seinem Debütroman Player Piano (1952; Das Höllische System), einer Techniksatire auf die automatisierte Zivilisation, folgten die beiden Romane Sirens of Titan (1959; Die Sirenen des Titan) und Mother Night (1961; Mutter Nacht), mit denen Vonnegut zu einem Geheimtipp in der amerikanischen Literaturszene avancierte. Seinen Durchbruch erlebte Vonnegut aber erst Ende der sechziger Jahre mit dem Roman Slaughterhouse Five (1969; Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug), in dem er seine traumatischen Erlebnisse als Kriegsgefangener während der Bombardierung Dresdens verarbeitete. Slaughterhouse Five gilt als Vonneguts populärstes und einflussreichstes Werk und als einer der bedeutendsten Antikriegsromane des 20. Jahrhunderts. Das Werk wurde 1972 von George Roy Hill verfilmt, 1996 komponierte Hans-Jürgen von Bose im Auftrag der Münchner Staatsoper eine auf dem Stoff basierende Oper.

Der „Melankomiker der Apokalypse” Vonnegut schuf mit einer Mischung aus Groteskem, Surrealem, politischem Engagement, Sciencefiction, Satire, Fantasy, Pathos, schwarzem Humor, Albernheit, Tiefsinn und Absurdem einen unverwechselbaren Erzählstil, um den menschenfeindlichen Horror der technisierten und politisierten Welt des 20. Jahrhunderts parabelhaft vorzuführen. Von der Literaturkritik wird Vonnegut in eine Reihe mit Joseph Heller, Norman Mailer und E. L. Doctorow gestellt, von Harry Rowohlt wurde er kongenial ins Deutsche übersetzt. Der unbekümmerte stakkatohafte Stil seiner sozialkritischen und satirischen Romane brachte ihm eine breite internationale Anhängerschaft ein. Sein umfangreiches Werk umfasst thematisch so vielfältige Romane wie Cat’s Cradle (1963; Katzenwiege oder Die Unverantwortlichkeit der Kernphysiker), eine Phantasie über das Ende der Welt, God Bless You, Mr. Rosewater (1965; Gott segne Sie, Mr. Rosewater), eine Satire auf eine pseudoidealistische Stiftung, oder Slapstick (1976; Slapstick oder Nie wieder einsam), eine Posse über einen zukünftigen amerikanischen Präsidenten.

Darüber hinaus schrieb Vonnegut Erzählungen, publiziert u. a. in den Sammelbänden Welcome to the Monkey House (1968; Geh zurück zu deiner lieben Frau und deinem Sohn) und God Bless You, Dr. Kevorkian (2000; Gott segne Sie, Dr. Kevorkian), und verfasste das Schauspiel Happy Birthday, Wanda June (1970) sowie die autobiographischen Werke Palm Sunday: An Autobiographical Collage (1981), Fate Worse than Death: An Autobiographical Collage of the 1980s (1991; Dann lieber gleich tot. Eine autobiographische Collage der achtziger Jahre) und A Man without a Country (2005; Mann ohne Land). Weitere Romane, zum Teil in von Vonnegut selbst illustrierten Ausgaben erschienen, sind Breakfast of Champions (1973; Frühstück für starke Männer), Jailbird (1979; Galgenvogel), Deadeye Dick (1983; Zielwasser), Galápagos (1985; Galapagos), Bluebeard (1987; Blaubart), Hocus Pocus (1990; Hokus Pokus oder wohin so eilig?) und Timequake (1997; Zeitbeben). Vonnegut starb am 11. April 2007 in New York City.

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