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Kindheit

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Kinder im Norden IndiensKinder im Norden Indiens
Artikelgliederung
1

Einleitung

Kindheit, Lebensabschnitt von der Geburt bis zur Pubertät, also das Alter bis etwa 14 Jahre, in dem der Mensch eine intensive Entwicklung durchläuft.

2

Historische Aspekte

Der Begriff Kindheit ist stark von der jeweiligen geschichtlichen und sozialen Perspektive abhängig: Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Kinder wie „kleine Erwachsene” behandelt und häufig sogar in die Arbeitswelt integriert, sobald sie dazu körperlich in der Lage waren. Kinderarbeit war während der industriellen Revolution in Europa weit verbreitet, auch weil viele Familien aus sozialer Not dazu gezwungen waren. Erst in der Epoche des Biedermeier wurde die Kindheit als eigener, abgeschlossener Lebensabschnitt betrachtet. Damals wurden kindgerechte Arbeitsformen, Unterrichtsmaterialien und Spielzeug entwickelt.

3

Körperliche und geistige Entwicklung

Neugeborene können bereits hören und sehen; sie zeigen vor allem reflexartige Bewegungen. Zwei Tage nach der Geburt sind sie in der Lage, Gerüche zu unterscheiden und haben wahrscheinlich schon Geschmacksempfindungen. In den ersten drei Lebensmonaten nehmen die Sinnesleistungen enorm zu. Mit drei Monaten können Kinder Formen und Farben unterscheiden und zeigen Interesse an allem Neuen. Mit sechs bis acht Monaten brechen die ersten Milchzähne durch. Üblicherweise laufen Kinder spätestens im Alter von 13 bis 15 Monaten; bis dahin robben sie auf allen vieren vorwärts. Während der ersten drei Jahre wächst das Kind relativ stark und nimmt deutlich an Gewicht zu.

Kleinkinder plappern zunächst Sprachlaute nach und bilden mit etwa zwölf Monaten die ersten sinnvollen Wörter, meist Namen von Personen oder Gegenständen. Mit zwei Jahren werden so genannte Zwei-Wort-Sätze konstruiert, die z. B. Tätigkeiten oder Absichten wie „Apfel holen” wiedergeben. Danach entwickelt sich die Sprachfähigkeit in hohem Tempo weiter, die Anzahl der neu gelernten Wörter nimmt rasch zu.

4

Emotionale Entwicklung

Frühe Erlebnisse beeinflussen die Entwicklung des Kindes, sein Selbstbewusstsein und seine Fähigkeit zu sozialen und emotionalen Beziehungen. Durch Schreien oder Lächeln nimmt das Kind mit seinen Bezugspersonen Kontakt auf. Besonders wichtig ist der Kontakt zu derjenigen Person, die das Kind als erste versorgt; normalerweise ist dies die Mutter. Das dabei entstehende Zugehörigkeitsgefühl ist eine sichere Gefühlsgrundlage für die spätere Entwicklung reifer Beziehungen. Störungen dieser frühen Bindung werden für Schwierigkeiten, später Beziehungen zu gestalten, verantwortlich gemacht. Insbesondere der frühe Entzug der Mutter kann zu schweren Entwicklungsstörungen führen.

Ebenso können traumatische Kindheitserlebnisse wie Misshandlung, sexueller Missbrauch oder Unterernährung die seelische oder körperliche Entwicklung beeinträchtigen. Auch weniger einschneidende Erlebnisse können negative Folgen haben, selbst wenn diese sich nur während bestimmter Entwicklungsphasen oder undeutlich zeigen.

Siehe Kinderpsychologie; Adoleszenz

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