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Ozeanische Kunst und Architektur

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Kanganaman-Maske aus NeuguineaKanganaman-Maske aus Neuguinea
Artikelgliederung
1

Einleitung

Ozeanische Kunst und Architektur, Kunst, Kunsthandwerk und Architektur in Ozeanien, das aus der Hauptinsel Neuguinea (Republik Papua-Neuguinea im Osten und der indonesischen Provinz Papua im Westen) und drei großen Inselgruppen besteht. Die Inseln im Osten Neuguineas sind die Admiralitätsinseln, Neubritannien, Neuirland, die Salomoninseln, die Neuen Hebriden und Neukaledonien. Diese Inseln bilden Melanesien. Im Norden befindet sich Mikronesien, weiter ostwärts, über den Pazifischen Ozean verteilt, liegt die polynesische Inselwelt. Zur ozeanischen Kunst wird auch die der Maori gezählt, die auf Neuseeland leben (Maorikunst).

Zum Zeitpunkt des Kontaktes mit westlichen Kulturen befanden sich die ozeanischen Kulturen auf einem jungsteinzeitlichen Kulturniveau. Werkzeuge wurden aus Steinen, Knochen oder Muscheln hergestellt, die Metallbearbeitung war unbekannt. Mit den aus solchen Werkstoffen hergestellten Werkzeugen sind in Ozeanien Skulpturen, Gemälde und Bauwerke entstanden; das Kunsthandwerk wurde besonders auf den Gebieten der Töpferei, der Weberei und des Mattenflechtens ausgeübt. Trotz ihrer mehr als 200 Jahre dauernden Verbindung zu Europa haben die Bewohner Ozeaniens eine eigenständige Kunsttradition aufrechterhalten.

2

Neuguinea

Neuguinea, der bevölkerungsreichste Teil Ozeaniens, hat eine große Anzahl verschiedener Kunststile ausgebildet, die charakteristisch sind für die verschiedenen Regionen des Landes. Man unterscheidet die des Hochlandes, des Flachlandes und die des Sepik-Tals.

2.1

Kunst des Hochlandes

Die Bewohner des zentralen Hochlandes von Papua-Neuguinea besitzen farbenprächtigen Körperschmuck in Form von Federhauben und Gesichtsbemalung. Im Osten des Hochlands gibt es weniger Körperschmuck, dafür werden bei Zeremonien Aufbauten aus bemalter Rinde und Stoff am Rücken der Tänzer befestigt.

2.2

Kunst des Flachlandes

In den Flachlandgebieten zeigt sich nur um die Geelvink-Bucht und im Norden Papuas ein direkter indonesischer Einfluss. Der Bug der Kanus und viele Haushaltsgegenstände sind mit Relief- oder Durchbrucharbeiten in geschnörkelten Mustern gearbeitet, mit denen auch kleine Holzfiguren (Korwar) versehen werden, denen übernatürliche Kräfte zugesprochen werden.

Das östlich der Geelvink-Bucht gelegene Sentanigebiet ist bekannt für figürliche Skulpturen von Einfachheit und Monumentalität. Bauteile von Häusern werden als menschliche Abbilder gestaltet und geben den geräumigen, pyramidenförmigen Kulthäusern ihr spezifisches Aussehen. Rindenstoffmalereien zeigen strenge, geometrische Arrangements von Ornamenten und Gruppen von Tieren, Fischen, Vögeln und Pflanzen.

An der Südküste Neuguineas sind zwei Hauptstilrichtungen etabliert, die Gebieten zugeordnet werden können, die von den verwandten Völkern der Mimika und Asnat, beziehungsweise den Marind-anim bewohnt werden. Die Mimika und Asmat schnitzen Kanus, die mit Figurengruppen verziert sind. Bei den Marind-anim sind die Schnitzereien nur als Teile großer Kostümaufbauten üblich, die Geister der Schöpfung darstellen und bei Festen getragen werden. Diese Kostüme bestehen aus bunten Samen, Pflanzen, Federn und Schnitzereien.

Weiter östlich, am Golf von Papua im Süden Papua-Neuguineas, sind Maskenbau und Holzschnitzen ausgeprägt. Die Kerewa flechten langschnauzige Masken, und die Purari und Elema schaffen riesige Rindenstoffaufbauten auf Rohrrahmen, deren Form entweder auf einer flachen Ellipse beruht oder konisch ist. Eine besondere Maskenart, die Menschen oder Tiere aus Schildpatt abbildet, wird auf den kleinen Inseln der Torresstraße hergestellt.

Im Westen sind räumliche Holzskulpturen, die Menschen darstellen, von großer Bedeutung. Sie werden z. B. von den Bewohnern der Kiwaiinsel und den Gogodala geschaffen. Die Kerewa, Purari und Elema schnitzen in Opferbretter die Reliefbilder von Göttern und Menschen.

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