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El Paso

Enzyklopädieartikel

El Paso, Stadt im US-Bundesstaat Texas, am Río Grande gegenüber der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez. El Paso ist ein Verkehrsknotenpunkt inmitten einer von Bergbau, Weidewirtschaft und Bewässerungsfeldbau geprägten Region. Baumwolle, Obst und Gemüse sind Haupterzeugnisse der Landwirtschaft. Industriezweige der Stadt sind Kupferveredelung, Bekleidungs-, Nahrungsmittel- und Elektronikindustrie und die Herstellung von Bau- und Kunststoffen. Das warme, trockene Klima El Pasos, u. a. auf die Höhenlage der Stadt zurückzuführen (1 147 Meter), zieht den Fremdenverkehr an. Man begegnet hier einer Mischung aus amerikanischer und mexikanischer Kultur. El Paso ist das Tor zum Norden Mexikos, sowohl für den Fremdenverkehr als auch für den internationalen Handel. Wichtig für die Wirtschaft der Stadt ist Fort Bliss, Standort des US Army Air Defense Centers mit Flugabwehrraketenschule. Die Stadt beheimatet die University of Texas (1913). Sehenswürdigkeiten sind das Tigua Indian Museum und das Wilderness Park Museum nördlich von El Paso mit Ausstellungen über Indianerstämme, die hier seit der Vorgeschichte ansässig waren: Apachen, Mimbres, Tarahumaras und Pueblos. Der Hueco Tanks State Historical Park östlich der Stadt besitzt Piktogramme aus dem Zeitraum von etwa 8000 v. Chr. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die Besiedelung der Region durch Menschen begann vor etwa 1000 Jahren. Man geht heute davon aus, dass der Stamm der Tanpachoa als erster an dieser Stelle, am Flusslauf des Río Grande gelegen, lebte. Eine von Juan de Oñate angeführte spanische Expedition suchte 1598 diesen Ort auf und nannte ihn aufgrund des Durchbruchs, den der Río Grande hier durch die Franklin Mountains gräbt, El Paso del Río del Norte. Eine Missionsstation wurde 1659 am Südufer des Flusses gegründet. Heute befindet sich dort die Stadt Ciudad Juárez. Die erste dauerhafte Besiedelung El Pasos durch weiße Siedler begann während des großen Pueblo-Aufstands gegen die Spanier in Neu-Mexiko (1680). Nach diesem Aufstand mussten Weiße und zum Christentum bekehrte Tigua-Indianer nach Süden flüchten. In Socorro und Ysleta bauten sie Missionsstationen. Um Ysleta wuchs ein Dorf, das heute zum Stadtgebiet von El Paso gehört. Es ist die älteste dauerhaft bewohnte Siedlung in Texas. Die ersten Häuser auf dem Gebiet der heutigen Stadt wurden ab 1827 gebaut. 1849 wurde hier ein amerikanischer Armeeposten eingerichtet, später Fort Bliss genannt. Die Stadt entwickelte sich zu einer wichtigen Postkutschenstation auf der Strecke zwischen Saint Louis und San Francisco. Durch die Lage an der Grenze, abseits anderer Siedlungen, wurde El Paso häufig Opfer von Überfällen durch Pelzjäger und Goldsucher. Die moderne Entwicklung der Stadt und der Region begann 1881 mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie. Ab Mai 1911 schickten die mexikanischen Revolutionskämpfer ihre aus Ciudad Juárez fliehenden Landsleute über die Grenze nach El Paso in Sicherheit. Viele Bewohner sympathisierten hier mit den mexikanischen Rebellen. Der Bau eines Staudammes (Elephant Butte Dam) in Neu-Mexiko im Jahre 1915, der die Strömung des Río Grande reguliert und Wasser zur Bewässerung liefert, trug zum Wachstum El Pasos bei. 1967 wurde ein kleines Gebiet der Stadt an Mexiko abgetreten, um die seit langem währenden Grenzstreitigkeiten von El Chamizal zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko beizulegen. Sie waren durch eine Verlagerung des Flussverlaufs des Río Grande verursacht worden. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 609 000.

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