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Stefan Zweig

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Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller. Nach Anfängen in der Tradition der Wiener Moderne schuf er ein psychologisch differenziertes Werk, das ihn als einen der letzten großen Realisten der deutschsprachigen Literatur ausweist.

Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und besuchte die dortige Universität, wo er Philosophie, Romanistik und Germanistik studierte. Darüber hinaus unternahm er zahlreiche Reisen, die ihn durch Europa, Indien, Nordafrika sowie durch Nord- und Südamerika führten. Während des 1. Weltkriegs war Zweig gemeinsam mit Robert Müller und Rainer Maria Rilke Mitarbeiter des österreichischen Kriegspressehauptquartiers (KPQ), einer Zensurbehörde. Seine Wandlung zum Pazifisten fand in dem Drama Jeremias von 1917 einen deutlichen Niederschlag. Nach dem Krieg ließ sich Zweig in Salzburg nieder, wo er sich mit Émile Verhaeren und Romain Rolland befreundete. Auch schrieb er Biographien und von der Psychoanalyse beeinflusste Novellen, darunter Der Amokläufer (1922), Angst (1925) und Verwirrung der Gefühle (1927), die die Abgründe der menschlichen Seele hinter der scheinbar heilen Fassade des Bürgertums auszuloten suchen. Außerdem entstanden zahlreiche Essays, z. B. Drei Meister (1920, über Honoré de Balzac, Charles Dickens und Fjodor Dostojewskij), Drei Dichter ihres Lebens (1925, über Giacomo Casanova, Stendhal und Lew Tolstoj) sowie Die Heilung durch den Geist (1931, über Franz Anton Mesmer, Sigmund Freud und Mary Baker Eddy). Darin huldigte Zweig nicht zuletzt auch seinen literarischen Vorbildern, deren oftmals dramatisch akzentuiertem Realismus er dezidiert nachzueifern suchte. In Sternstunden der Menschheit (1927) beschrieb der Autor in bisweilen pathetischem Duktus große (zumeist schöpferische) Einzelleistungen von Menschen in historischen Umschwungphasen.

Als Jude war Zweig 1934 gezwungen, nach England zu fliehen. 1938 erschien sein Roman Ungeduld des Herzens, der von einer behinderten Frau erzählt, die am verlogenen Rollendenken ihres Geliebten, eines Militärs, zerbricht. 1940 emigrierte Zweig in die USA, ein Jahr später weiter nach Brasilien. Hier nahm er sich, vereinsamt und resigniert, im brasilianischen Petrópolis in der Nähe von Rio de Janeiro gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lotte, geborene Altmann, am 23. Februar 1942 das Leben.

Zu Zweigs Spätwerk gehören die stark erzählerischen Romanbiographien Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (1934), Marie Antoinette (1932) und Maria Stuart (1935). 1941 erschien mit der psychologischen Schachnovelle Zweigs wohl bekanntestes Werk, die Geschichte eines genialen Spielers, der in der Gefangenschaft Schach erlernt, sich in einer entscheidenden Phase aber einem eher grobschlächtigen Gegner ergeben muss. Zweigs nostalgische Autobiographie Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers wurde 1942 posthum herausgegeben. Weitere Werke des Autors sind die Gedichtbände Silberne Saiten (1901) und Die frühen Kränze (1906), die Dramen Tersites (1907) und Das Haus am Meer (1912), die Biographien Joseph Fouché (1929) und Magellan (1938) sowie die Prosabände Erstes Erlebnis (1911), Die Augen des ewigen Bruders (1922), Begegnungen mit Menschen, Büchern, Städten (1937) und Rausch der Verwandlung (posthum 1982).

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