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Windows Live® Suchergebnisse AfrikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Afrika, der zweitgrößte Kontinent der Erde. Er nimmt eine Fläche von 30,3 Millionen Quadratkilometern oder etwa 22 Prozent der gesamten Landfläche der Welt ein. Dies entspricht etwa der dreifachen Landfläche Europas. In Afrika leben rund 955 Millionen Menschen. Afrika umfasst folgende unabhängige Staaten: Ägypten, Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Kongo, Lesotho, Liberia, Libyen, Madagaskar, Malawi, Mali, Marokko, Mauretanien, Mauritius, Moçambique, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, São Tomé und Príncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Republik Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Tunesien, Uganda, Zentralafrikanische Republik. Der Kontinent misst in seiner Nord-Süd-Richtung 8 050 Kilometer, gemessen von seinem nördlichsten Punkt, Kap Blanc (ar-Ras al-Abyad) in Tunesien, bis zu seiner südlichsten Spitze, Kap Agulhas (Nadelkap) in Südafrika. Die größte Breite von Westen nach Osten beträgt zwischen Cap Vert im Senegal und Ras Hafun in Somalia 7 560 Kilometer. Höchster Berg ist der über weite Teile des Jahres schneebedeckte Kilimanjaro (5 895 Meter) in Tansania, niedrigst gelegener Punkt ist der Seespiegel des Assalsees (153 Meter unter dem Meeresspiegel) in Dschibuti. Die Küstenlänge beträgt 30 500 Kilometer, wobei die Länge der Küste im Verhältnis zur Gesamtfläche in Afrika geringer als in jedem anderen Kontinent ist. Dies liegt an der relativ geringen Gliederung der Küste und dem Fehlen tief ins Festland hineinreichender Buchten. Durch den im Westen eingreifenden Golf von Guinea wird Afrika in einen breiten nördlichen und einen schmäleren südlichen Teil gegliedert. Afrika wird von Europa durch das Mittelmeer getrennt und ist mit Asien durch die Landenge von Suez verbunden. Die großen Inseln Afrikas haben zusammen eine Fläche von etwa 621 600 Quadratkilometern. Dazu gehören Madagaskar, Sansibar, Pemba, Mauritius, Réunion, die Seychellen und die Komoren im Indischen Ozean. Sankt Helena, Ascension, die Bissagos-Inseln, die Kapverdischen Inseln, die Kanarischen Inseln (gehören politisch zu Spanien) und Madeira befinden sich im Atlantischen Ozean. Im Golf von Guinea als Teil des Atlantiks liegen São Tomé und Príncipe und Pagalu (Annobón) sowie Bioko.
Afrika wird von Tafelländern und Rumpfflächen beherrscht, in die Becken eingelagert sind. An den Rändern zum Meer treten dabei starke Höhenunterschiede auf.
Ein großer kontinentaler Schild aus präkambrischem Gestein, in Alter und Entstehung mit dem brasilianischen Bergland Südamerikas verwandt, erstreckt sich vom Atlasgebirge im Norden bis zum Kap der Guten Hoffnung im Süden. Im Osten umfasst der Schild zwei Landmassen – die Arabische Halbinsel und Madagaskar – die im Tertiär von Afrika getrennt wurden (siehe Plattentektonik). In diesem alten Gestein hat man einige der frühesten Spuren von Leben auf der Erde gefunden: 3,2 Milliarden Jahre alte fossile Mikroorganismen. Geologisch wesentlich jünger ist das Atlasgebirge Nordafrikas, das im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung entstand. Erdgeschichtlich gehört es damit zu Europa, denn es wurde durch dieselben Kräfte geformt, die auch in Europa zur Bildung zahlreicher Hochgebirge wie der Alpen, der Pyrenäen und der Karpaten führten. Die tektonischen Kräfte, die Afrika und Südamerika während des Auseinanderbrechens des Superkontinents Gondwana vor etwa 150 Millionen Jahren bildeten (siehe Jura) und in deren Verlauf während des Tertiärs das Ostafrikanische Grabensystem entstand, sind bis in die neuere Zeit wirksam.
Afrika kann hinsichtlich der Gestaltung seiner Oberfläche in drei Haupteinheiten eingeteilt werden: die Tafelländer von Nordafrika, die Tafelländer von Mittel- und Südafrika sowie das Bergland Ostafrikas. Die durchschnittliche Höhe des Kontinents liegt bei etwa 560 Metern. Im Süden und Osten Afrikas liegt die mittlere Höhe bei über 1 000 Metern. Mit Ausnahme der Mittelmeerküste und der Küste von Guinea sind tief liegende Küstenstreifen meistens schmal und steigen dann steil an. Zahlreiche Schwellen (z. B. Guineaschwelle und Luandaschwelle) teilen den alten Gesteinssockel, aus dem der Kontinent mit Ausnahme seines nordwestlichen Abschnitts aufgebaut ist, in großräumige Becken wie etwa Niger-, Tschad- und Kongobecken. Hervorstechendes Merkmal der nordafrikanischen Hochebene ist die Sahara, eine große Wüste, die mehr als ein Viertel der Fläche Afrikas einnimmt. An den Rändern der nördlichen Hochebene liegen einige Gebirgsregionen: im Nordwesten das Atlasgebirge, dessen Gipfel durch Hochplateaus verbunden sind und das sich von Marokko nach Osten bis Tunesien erstreckt. Andere bedeutende Bergregionen sind Fouta Djalon im Südwesten (Guinea) sowie das Adamaoua-Massiv und der Kamerunberg im Süden. Ungefähr in der Mitte des nordafrikanischen Tafellandes liegt das Tschadbecken. Das mittlere und südliche Tafelland liegt um einiges höher als das nördliche und umfasst das westliche Afrika sowie die Region Südafrika. Hier befinden sich Beckenlandschaften wie das Kongobecken und die Kalahariwüste. Südlich dieses Tafellandes, das durchschnittlich über 900 Meter hoch liegt, erheben sich die Drakensberge, die sich über rund 1 100 Kilometer an der südöstlichen Küste des Kontinents erstrecken, sowie die Große Karroo im äußersten Süden, ein trockenes Hochland mit einer Fläche von rund 259 000 Quadratkilometern. Das ostafrikanische Bergland, der höchste Teil des Kontinents, liegt nahe der Ostküste und erstreckt sich vom Roten Meer bis zum Sambesi. Diese Region ist durchschnittlich über 1 500 Meter hoch, wobei das äthiopische Hochland auf Höhen von über 3 000 Metern ansteigt. Ras Dashen im Norden Äthiopiens ist mit 4 620 Metern der höchste Gipfel des Berglandes. Südlich der äthiopischen Hochebene befinden sich einige hoch aufragende Vulkangipfel, darunter der Kilimanjaro (mit 5 895 Metern höchster Berg Afrikas), der Mount Kenya und der Elgon. Geologisch bedeutend im östlichen Hochland ist das Ostafrikanische Grabensystem, das Rift Valley, das aus einem lang gestreckten geologischen System von Gräben, die von Nord nach Süd verlaufen, besteht. Westlich davon liegt der Ruwenzori. Dieser Gebirgszug entlang der Grenze zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo erreicht eine maximale Höhe von 5 109 Metern. Die Topographie der Insel Madagaskar ist von einem zerklüfteten zentralen Hochland gekennzeichnet, das sich hauptsächlich in nordsüdlicher Richtung entlang der Ostküste erstreckt. Die afrikanischen Böden werden größtenteils nur unregelmäßig entwässert und verfügen über keinen gleich bleibenden Grundwasserspiegel. Die meisten besitzen wegen heftiger Regenfälle und wegen der hohen Temperaturen relativ wenig mineralische Stoffe. Wüstenböden (Aridisole und Entisole), die wenig organische Stoffe haben, bedecken große Flächen. Zu den fruchtbarsten Böden gehören die Mollisole Ostafrikas, auch bekannt als Tschernosem und Schwarzerde, sowie die Alfisole oder podsolige Böden (Bleicherde oder Aschenböden) in Teilen West- und Südafrikas.
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