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Windows Live® Suchergebnisse ChartismusEnzyklopädieartikel
Chartismus, populäre Bewegung in Großbritannien von 1838 bis 1848, die sich für Wahlrechts- und Sozialreformen einsetzte. Der Name leitet sich von der People’s Charter ab, einem Reformprogramm, das die Londoner Working Men’s Association (Londoner Arbeiterverein) 1837 unter Führung von William Lovett und Francis Place dem britischen Parlament vorlegte. Die Chartisten-Bewegung, die von der Association unterstützt wurde, war die Folge einer weitverbreiteten Unzufriedenheit mit dem Reform Act von 1832 und dem Poor Law Amendment Act von 1834, die beide von den Arbeitern als diskriminierend betrachtet wurden. Die People’s Charter enthielt sechs genaue Forderungen: das Wahlrecht für alle männlichen Staatsbürger ab 21 Jahren, geheime Wahlen, jährliche Wahl des Parlaments, Abschaffung der Vermögensvorschriften für Parlamentsabgeordnete, Bezahlung der Parlamentsabgeordneten und gleich große Wahlbezirke. Als das House of Commons (Unterhaus) diese Forderungen ablehnte, startete die Association eine landesweite Kampagne zur Unterstützung ihres Programmes. Sie sammelten etwa 1 250 000 Unterschriften für eine Petition, in der das Parlament aufgefordert wurde, die Charter in ein Gesetz umzuwandeln. Als das Parlament dies erneut ablehnte, planten die Chartisten eine direkte Aktion in Form eines Generalstreikes. Der Streik schlug fehl, aber im November 1839 brachen in Newport (Monmouthshire, Wales) Unruhen aus, und zahlreiche Chartisten-Führer wurden verhaftet und inhaftiert. 1842 legten die Chartisten dem Parlament eine zweite Petition mit drei Millionen Unterschriften vor, die wiederum kein Gehör fand. Die Chartisten-Bewegung erlebte einen Rückgang, bis man dem Parlament 1848 eine weitere Petition vorlegte. Trotz einer großen öffentlichen Demonstration wurde diese Petition wegen nicht genügender und gefälschter Unterschriften ebenfalls zurückgewiesen. Auch wenn die Chartisten-Bewegung selbst allmählich in der Versenkung verschwand, wurden letztlich alle ihre Forderungen, außer der nach jährlichen Parlamentswahlen, Gesetz.
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