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Brandenburg (historische Region)

Enzyklopädieartikel

Brandenburg (historische Region), historische Landschaft sowie Bundesland im wieder vereinigten Deutschland. Das Gebiet war der Kern des brandenburgisch-preußischen Kurfürstentums und des Königreiches Preußen mit der Hauptstadt Berlin.

Ursprünglich siedelten in Brandenburg die germanischen Stämme der Sweben, Langobarden und Burgunder; nach der Völkerwanderung ließen sich hier slawische Stämme, vor allem die Liutizen nieder. Die Liutizen wurden im 10. Jahrhundert von König Heinrich I. und dessen Sohn, Kaiser Otto I., bekämpft und schließlich unterworfen und christianisiert. Das unterworfene Gebiet wurde zur Markgrafschaft erhoben, deren östlich der Elbe gelegener Teil, die Nordmark, nach einem Aufstand der slawischen Wenden 983 allerdings wieder aufgegeben werden musste. 1134 erhielt Albrecht der Bär den verbliebenen Teil Brandenburgs zu Lehen, gewann in der Folge auch die Nordmark wieder zurück und nannte sich von 1157 an, nachdem er seinen Sitz in die Siedlung Brandenburg verlegt hatte, Markgraf von Brandenburg. Er und seine askanischen Nachfolger konsolidierten und erweiterten ihr Gebiet, kolonisierten es, gründeten Städte (u. a. Brandenburg, Spandau, Berlin, Frankfurt an der Oder) und Klöster. 1231 erhielten die Markgrafen von Brandenburg die Lehenshoheit über Pommern.

Nach dem Aussterben der Askanier 1320 übertrug der Wittelsbacher Ludwig der Bayer die Markgrafschaft seinem Sohn; den Wittelsbacher Markgrafen gelang es jedoch nicht, sich gegen die erstarkenden Landstände durchzusetzen; außerdem gingen die Ober- und die Niederlausitz an Böhmen verloren. 1373 erwarb Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg Brandenburg von den Wittelsbachern; bereits 1356 hatte Karl IV. in der Goldenen Bulle Brandenburg die Kurwürde bestätigt.

Karls Sohn Sigismund setzte 1411 den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern als erblichen Statthalter in Brandenburg ein; 1417 wurde der Hohenzoller als Friedrich I. (Regierungszeit 1417-1440) mit Brandenburg und der brandenburgischen Kurwürde belehnt. Er und sein Sohn Friedrich II., der Eiserne (1440-1470), konnten sich wieder gegen die Landstände durchsetzen und die Grenzen des Kurfürstentums erheblich ausdehnen. Unter Friedrich II. wurde Berlin bzw. Cölln zur kurfürstlichen Residenz. Friedrichs II. Bruder und Nachfolger Albrecht III. Achilles (1470-1486) verfügte 1473 die Unteilbarkeit der Märkischen Lande sowie ihre dauerhafte Trennung von dem fränkischen Besitz der Hohenzollern. Kurfürst Joachim II. (1535-1571) führte 1539 die Reformation in Brandenburg ein; die brandenburgischen Kurfürsten wurden zu führenden Verfechtern des Protestantismus. 1614, unter Kurfürst Johann Sigismund (1608-1619), kamen in Folge des Jülich-Kleveschen Erbfolgestreites das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark und Ravensberg an Brandenburg; 1618 erhielt Brandenburg das Herzogtum Preußen als polnisches Lehen.

Unter Kurfürst Georg Wilhelm (1619-1640) wurden während des Dreißigjährigen Krieges weite Teile Brandenburgs stark verwüstet; im Westfälischen Frieden von 1648 erhielt Brandenburg die Bistümer Halberstadt, Cammin und Minden sowie Hinterpommern. Georg Wilhelms Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst (1640-1688), leitete mit der Errichtung eines absolutistischen Staatswesens den Aufstieg Brandenburg-Preußens zur europäischen Großmacht ein. 1701 erhob Kaiser Leopold I. den Kurfürsten Friedrich III., Friedrich Wilhelms Sohn, als Friedrich I. zum „König in Preußen”. Damit ging die Geschichte Brandenburgs in der Geschichte Preußens auf.

In Folge der Beschlüsse der Potsdamer Konferenz von 1945 kam Brandenburg östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnische Verwaltung, das übrige Gebiet wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone. Von 1947, als das alte Preußen endgültig aufgelöst wurde, bis 1952 exisitierte Brandenburg als Land innerhalb der DDR weiter; als Bundesland mit der Hauptstadt Potsdam besteht Brandenburg seit der deutschen Wiedervereinigung.

Siehe auch Brandenburg (Bundesland)

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