Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Dreißigjähriger Krieg", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Dreißigjähriger Krieg

Windows Live® Suchergebnisse

  • dreißigjähriger Krieg

    Dreißigjähriger Krieg ... Die etwas anderen Biographien von 199 Personen und Persönlichkeiten

  • dreißigjähriger Krieg

    Die Seite beinhaltet einen Kurzüberblick über die Geschichte des Krieges und Biographien von über 150 Persönlichkeiten, die in die Kämpfe invollviert waren.

  • Dreißigjähriger Krieg

    Einführung in die Frühe Neuzeit ... 1450 | 1500 | 1550 | 1600 | 1650 | 1700 | 1750 | 1800 Politische Ereignisse und Entwicklungen

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 2 von 2

Dreißigjähriger Krieg

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Merian: Prager FenstersturzMerian: Prager Fenstersturz
Artikelgliederung
5

Der Französisch-Schwedische Krieg

In seiner letzten Phase wurde der Krieg zum Kampf zwischen den Habsburgern und Frankreich, das immer noch unter der Führung Richelieus stand, um die Hegemonie in Europa. Fragen der Religion spielten keine wesentliche Rolle mehr in dieser vierten Phase, die im Mai 1635 mit der Kriegserklärung Frankreichs an Spanien, dem wichtigsten habsburgischen Land neben Österreich, eröffnet wurde; am 18. September folgte die französische Kriegserklärung an den Kaiser. Frankreich war u. a. wie bereits in der dritten Phase des Krieges mit Schweden verbündet sowie mit einigen protestantischen deutschen Fürsten, darunter Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, und mit verschiedenen anderen Habsburggegnern (u. a. Holland, Parma, Savoyen).

Der schwedische Feldherr Johan Banér schlug am 4. Oktober 1636 bei Wittstock die Kaiserlichen, und ebenfalls 1636 wurden spanische Truppen in Frankreich zurückgeschlagen. Die Stellung der Habsburger im Reich wurde noch weiter untergraben durch eine Niederlage, die ihnen Bernhard am 2. März 1638 bei Rheinfelden bereitete. Nach diesen Rückschlägen mussten die kaiserlichen Heere einen Stützpunkt nach dem anderen aufgeben. Am 2. November 1642 schlug Banérs Nachfolger, der schwedische Feldherr Lennart Torstenson, die Kaiserlichen in der zweiten Schlacht bei Breitenfeld und am 6. März 1645 bei Jankau in Bömen. Im Westen waren die Franzosen unter den Feldherrn Vicomte de Turenne und Louis II., Prinz von Condé ebenfalls erfolgreich. Der Prinz von Condé besiegte am 18. Mai 1643 bei Rocroi (Frankreich) ein spanisches Heer; am 24. November 1643 erlitten die Franzosen unter Turenne bei Tuttlingen allerdings eine schwere Niederlage gegen die Bayern. Die vereinten Heere Condés und Turennes bereiteten im August 1644 einem bayerischen Heer bei Freiburg im Breisgau eine verheerende Niederlage. Am 3. August 1645 schlugen die Franzosen ein österreichisch-bayerisches Heer bei Nördlingen.

Vertreter des Reiches und der antihabsburgischen Koalition begannen 1645 in Münster und Osnabrück mit Friedensgesprächen, aber die Verhandlungen zogen sich ergebnislos in die Länge. Am 14. März 1647 schloss Maximilian I. von Bayern mit Schweden und Frankreich den Waffenstillstand von Ulm.

Trotz dieser und anderer Rückschläge führte Kaiser Ferdinand III. den Krieg fort. Noch bis zum Ende des Jahres 1647 gab es vereinzelte Kämpfe im Reich, den Niederlanden, Italien und Spanien. Im Herbst 1647 trat Maximilian I. an der Seite des Kaisers wieder in den Krieg ein. Ein österreichisch-bayerisches Heer wurde im Mai 1648 besiegt. Diese Niederlage sowie die Belagerung Prags durch die Schweden, die Belagerung Münchens durch Schweden und Franzosen und ein bedeutender französischer Sieg bei Lens (Frankreich) am 20. August zwangen Ferdinand, der sich außerdem noch mit einem drohenden Angriff auf Wien konfrontiert sah, den Friedensbedingungen der Sieger zuzustimmen.

6

Der Westfälische Friede

Der Westfälische Friede, der am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück zwischen Kaiser bzw. Reich und Frankreich und Schweden sowie ihren jeweiligen Verbündeten geschlossen wurde, hatte tief greifende Wirkung sowohl auf die Verfassung des Reiches, als auch auf die Mächtekonstellation in Europa. Der Westfälische Friede schränkte die kaiserliche Macht zugunsten der Reichsstände ein und schrieb die Zersplitterung des Reiches in praktisch souveräne Einzelstaaten fest, wodurch das Reich als Ganzes bis zu seinem Ende 1806 ein Machtvakuum blieb. Daneben anerkannte der westfälische Frieden völkerrrechtlich die staatliche Unabhängigkeit der Generalstaaten und der Schweiz und bereitete Frankreichs Aufstieg zur Hegemonialmacht in Europa vor. Das Ende des Dreißigjährigen Krieges bedeutete auch das Ende der Religionskriege in Europa und den Beginn einer überkonfessionellen, der Staatsraison verpflichteten Politik.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Krieges waren gewaltig und das Reich Hauptleidtragender des Krieges. Man schätzt heute, dass die Bevölkerung im Reich infolge des Krieges insgesamt um gut ein Drittel zurückging. Ländliche Gebiete hatten dabei deutlich mehr als die befestigten Städte zu leiden. Außer in Hafenstädten wie Hamburg und Bremen kam es im ganzen Reich zu einem Niedergang der Wirtschaft; der Wiederaufbau erforderte und beförderte zugleich Instrumente staatliche Lenkung, wodurch die Entwicklung absolutistischer Staatswesen in Deutschland – wie z. B. im Brandenburg des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm – beschleunigt wurde.

Zurück
|
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft