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    Dieser Artikel erläutert den Instinkt im Sinne der Psychologie; für den gleichnamigen Film siehe Instinkt (Film).

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Instinkt

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Eirollbewegung der GraugansEirollbewegung der Graugans

Instinkt, ein automatischer, meist angeborener Mechanismus im Verhalten von Tieren, der auf einen bestimmten Auslöser hin koordinierte Bewegungsabläufe steuert.

Die meisten Instinkte sind komplexe Reaktionsmuster auf einen oder mehrere Schlüsselreize, insbesondere im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme (vor allem Beuteerwerb), Paarung, Brutpflege und Verteidigung (Aggression). Im Gegensatz zum einfachen, durch einen Reiz veranlassten Reflex erfolgt dabei nicht nur eine relativ kurze, gleichförmige Ausgleichsbewegung. Das Instinktverhalten umfasst mehrere aufeinanderfolgende Bewegungen oder Handlungen, die eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Solche angeborenen Bewegungsmuster lassen ein Tier auf Umweltsignale rasch und sinnvoll reagieren, ohne dass es diese komplexen Reaktionsmuster erst erlernen muss.

Ein klassisches Beispiel für Instinktbewegungen sind die Tanzmuster einer Honigbiene, die eine ergiebige Nektarquelle gefunden hat. Das ultraviolette Licht der Sonne dient ihr als Richtungsanzeiger und unter Berücksichtigung des Windes und dem wechselnden Sonnenstand ermittelt sie die Richtung zurück zum Stock. Ist die Biene dort angelangt, zeigt sie anderen Arbeiterinnen mit einem Tanz, wo sich die Blüten befinden. Der Tanz besteht aus kreisenden Bewegungen auf einer Wabe, die in einem bestimmten Winkel ausgeführt werden; dieser Winkel entspricht dem Winkel zwischen dem Sonnenstand und der Richtung zur Futterquelle. Mit Hilfe dieser und weiterer durch den Tanz vermittelter Informationen schwärmen andere Bienen zielsicher zur Futterquelle aus.

Früher unterschieden Verhaltensforscher zwischen instinktivem und erlerntem Verhalten. Heute hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass Lernen und Instinkt meist eng miteinander verknüpft sind; die Verbindung zwischen beiden zeigt sich nach Einschätzung vieler Forscher z. B. beim Spielverhalten. Im Nervensystem höherer Tiere sind Nervenbahnen und Gehirnzentren auf komplexe Weise miteinander verschaltet, so dass Verhaltensweisen auf vielfache Art beeinflusst werden können. Insofern lassen sich viele so genannte Instinkthandlungen nicht eindeutig von Denkvorgängen trennen. Davon abgesehen wirken auch hormonelle Signale und der physiologische Zustand des Organismus maßgeblich auf angeborene Verhaltensweisen ein. Aufgrund dieser Unschärfe des Begriffs Instinkt und seinem Wandel im Lauf der Wissenschaftsgeschichte wird er heute nur noch zurückhaltend verwendet.

Umstritten ist auch, welche Bedeutung Instinkte für das menschliche Verhalten haben, und wie sie definiert werden. Nach Ansicht einiger Psychologen gehen z. B. Sexualität, Aggression und Territorialverhalten teilweise auf Instinkte zurück, die denen von Tieren vergleichbar sind. Andere Forscher sind überzeugt, dass menschliches Verhalten eine grundsätzlich andere Qualität hat als das der Tiere, weil dem Großhirn des Menschen eine völlig neue, entscheidende Bedeutung als Kontrollinstanz über das Verhalten zukommt. Keinesfalls darf von den Ergebnissen der zoologischen Verhaltensforschung direkt auf den Menschen geschlossen werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet Instinkt heute eine spontane, intuitive Reaktion oder ein Entschluss, der ohne langes Nachdenken oder sogar gegen besseres Wissen getroffen wird.

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