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Peter Debye (1884-1966), niederländisch-amerikanischer Chemiker, Physiker und Nobelpreisträger. Debye wurde am 24. März 1884 in Maastricht geboren. Nach erfolgreichem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Aachen wechselte er 1906 an die Fakultät für theoretische Physik der Universität München. Hier promovierte Debye 1908 unter der Betreuung von Arnold Sommerfeld. In der Folgezeit lehrte der Physiker an verschiedenen Institutionen und war als Professor tätig: 1911 an der Universität Zürich, 1912 bis 1914 an der Universität Utrecht, 1914 bis 1920 an der Universität Göttingen, von 1920 bis 1927 an der ETH Zürich und ab 1927 an der Universität Leipzig. 1935 ernannte man Debye zum Direktor des Kaiser-Wilhem-Institutes für physikalische Chemie in Berlin-Dahlem. Nur ein Jahr später erhielt er den Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität Berlin. 1940 folgte Debye einer Einladung der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York). Er ging nicht wieder nach Deutschland zurück, sondern emigrierte in die USA, wo er 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. An der Cornell University war Debye bis 1950 Direktor der chemischen Fakultät. 1912 modifizierte Debye die Theorie der spezifischen Wärme von Albert Einstein. Debye berechnete die Wahrscheinlichkeit jeder beliebigen Frequenz einer Molekülschwingung bis zu einer stoffspezifischen, maximalen Frequenz (siehe Debye-Temperatur). Die modifizierte Theorie wurde zu einem der ersten theoretischen Erfolge der Quantentheorie. Debye wandte die Quantentheorie auch an, um die Wärmeleitfähigkeit von Kristallen bei niedrigen Temperaturen, die Veränderung der Sättigungsintensität der Magnetisierung mit der Temperatur, die Theorie der Raumquantelung (gemeinsam mit Arnold Sommerfeld) und Streuphänomene von Röntgenstrahlen (zusammen mit dem amerikanischen Physiker Arthur Holly Compton) zu erklären. Es folgte 1916 die Entwicklung der Pulvermethode zur Bestimmung von Kristallgittern. Debye arbeitete gemeinsam mit Paul Scherrer an diesem Verfahren, das heutzutage unter dem Namen Debye-Scherrer-Methode in der Röntgenstrukturanalytik bekannt ist. 1923 wandte sich Debye einem anderen Gebiet zu und stellte gemeinsam mit Erich Hückel eine Theorie der Dissoziation von Elektrolyten auf – heute Debye-Hückel-Theorie. Später arbeitete er an einer Theorie der Quantenmechanik. 1936 erhielt Debye den Nobelpreis für Chemie. Damit wurden seine Studien zu Molekülstrukturen und Dipolmomenten sowie zur Bestimmung der Molekülstruktur von Substanzen mit Hilfe der Beugung von Röntgenstrahlen geehrt. Debye starb am 2. November 1966 in Ithaca.
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