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Paläomagnetismus

Enzyklopädieartikel

Paläomagnetismus, der Anteil des Gesteinsmagnetismus, der aus dem Magnetfeld herrührt, wie es zur Zeit der Bildung des Gesteins auf der Erde bestand. Bestimmte Mineralien (vor allem Magnetit) „speichern” Stärke und Richtung dieses „fossilen” Magnetismus (so genannte Remanenz) während ihrer Kristallisation, z. B. bei der Erstarrung eines magmatischen Gesteins. Weil die Pole in geologischen Zeiträumen (siehe geologische Zeitrechnung) wandern, weicht diese paläomagnetische Polrichtung von der heutigen ab. Aus der Untersuchung entsprechender Minerale und Gesteine lässt sich das Wandern der magnetischen Pole rekonstruieren oder umgekehrt aus der mittlerweile bekannten Polwanderungskurve das Alter der Gesteine abschätzen.

Bei der Erforschung der jüngeren Erdgeschichte spielt die wiederholte, unregelmäßige Umkehrung der Pole eine wichtige Rolle. Das Magnetfeld bleibt über Jahrmillionen einheitlich (z B. wie heute: normal magnetisiert), schwächt sich dann in 10 000 bis 20 000 Jahren ab, verschwindet für kurze Zeit ganz und baut sich dann in entgegengesetzter Orientierung (invers oder revers magnetisiert) wieder auf. Die Untersuchung dieser paläomagnetischen Anomalien lieferte wichtige Beweise für die Theorie der Plattentektonik.

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