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GrenadaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Grenada, unabhängiger Staat im Südosten der Inseln über dem Winde, etwa 100 Kilometer vor dem südamerikanischen Festland. Das Staatsgebiet umfasst die Insel Grenada und die südlichen Grenadinen (u. a. mit der Insel Carriacou). Die Gesamtfläche des Inselstaates beträgt 344 Quadratkilometer. Saint George’s an der Südwestküste ist Hauptstadt, größte Stadt und wichtigste Hafenstadt des Landes.
Grenada und die südlichen Grenadinen sind vulkanischen Ursprungs. Die Hauptinsel wird in Nord-Süd-Richtung von einer Bergkette durchzogen, die nach Westen steil abfällt und im 840 Meter hohen Mount Saint Catherine ihre größte Höhe erreicht. Das Klima ist feucht-tropisch. Die jahreszeitlichen Schwankungen der Temperatur sind gering, die mittleren Monatswerte liegen um 28 °C. Unter dem Einfluss des Passats können im Bergland Jahresniederschläge von 5 000 Millimetern erreicht werden, im Küstentiefland betragen die Werte 1 500 bis 2 000 Millimeter. Die Regenzeit dauert von Juni bis Dezember. Die ursprünglichen Bergregenwälder, Nebelwälder, immergrünen Regenwälder und feuchten laubwerfende Wälder, von denen die Insel weitgehend bedeckt war, finden sich fast nur noch an Steilhängen in höheren Lagen. Sie wurden zumeist für Anbauflächen, Weideland und Bauland (auch für Hotelanlagen) gerodet. Die niedrigen Strauchwälder im küstennahen Tiefland sind ebenfalls großenteils zerstört bzw. durch Sekundärvegetation ersetzt. Im unmittelbaren Küstenbereich gedeihen Mangroven. Auf Grenada leben 49 Reptilienarten; dazu gehören Geckos, Anolis-Leguane, Hundskopfboas und Blindschlangen. Die Avifauna (Vogelwelt) umfasst 144 Arten: Akut vom Aussterben bedroht ist die Grenada-Taube, der Nationalvogel Grenadas; zu den weiteren Vogelarten gehören Prachtfregattvogel, Mangrovekuckuck, Jacariniammer, Trauergrackel (ein Stärling), Dominikanerschwalbe, Grautyrann und Tropenspottdrossel. Die Landsäugetierfauna besteht aus Neunbindengürteltier, Maus-Zwergbeutelratte, Zentralamerikanischem Opossum (siehe Beutelratten) sowie zwölf Fledermausarten; eingeführt wurden u. a. Monameerkatzen (aus Afrika) und Goldstaubmangusten (aus Indien; siehe Schleichkatzen).
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 90 300 (2008), die Bevölkerungsdichte liegt bei 263 Einwohnern pro Quadratkilometer. Größte Stadt ist Saint George’s mit etwa 33 000 Einwohnern. Etwa 95 Prozent der Bevölkerung Grenadas sind Schwarze und Mulatten; sie sind Nachfahren der Afrikaner, die von den Kolonialmächten hierher gebracht wurden, um auf den Zuckerrohrplantagen zu arbeiten. Rund 3 Prozent der Bewohner sind indischer Abstammung. Amtssprache in Grenada ist Englisch. Daneben werden zwei Kreolsprachen gesprochen, von denen die eine auf dem Englischen basiert, die andere auf dem Französischen. Der überwiegende Teil der Bewohner bekennt sich zum Christentum, mehr als die Hälfte zur römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft. Die Schulbildung ist kostenlos. Es besteht allgemeine Schulpflicht von 12 Jahren. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 97,8 Prozent. Der Tag der Unabhängigkeit am 7. Februar erinnert an die Erlangung der Unabhängigkeit Grenadas von Großbritannien im Jahr 1974. Der 13. März ist Nationalfeiertag. Am ersten Montag im August (Tag der Befreiung) wird des Endes der Sklaverei gedacht. Auf Grenada wird der Karneval im August veranstaltet.
In die Kultur Grenadas sind afrikanische, karibische, britische und französische Einflüsse eingegangen. Beliebte populäre Musikstile sind Calypso und Reggae. Auf Carriacou hat sich eine Musiktruppe etabliert, die den afrikanisch beeinflussten „Big Drum Dance” auf mit Ziegenleder bespannten Rumfässern spielt. Auf Grenada erscheinen wöchentlich drei Zeitungen auf Englisch; drei Radiostationen und zwei Fernsehsender strahlen ihre Programme aus. Im Jahr 2000 wurden rund 2 000 Internetnutzer gezählt. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 98 Prozent.
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