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Vereinigte Staaten von AmerikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Eine Folge des Koreakrieges in den USA war, dass sich die schon bestehende Furcht vor einer Unterwanderung aller Bereiche von Staat und Gesellschaft durch Kommunisten nahezu zur Hysterie steigerte. Bereits in den dreißiger Jahren war zur Untersuchung und Verfolgung staatsfeindlicher Aktivitäten der Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe eingerichtet worden; aber erst nach dem Ende des 2. Weltkrieges konzentrierte er seine Arbeit fast ausschließlich auf mutmaßliche und tatsächliche Kommunisten und ähnliche „subversive” Elemente. Erste, breites Aufsehen erregende Entscheidung des Senatsausschusses war 1948 die Aburteilung und Inhaftierung der so genannten Hollywood Ten. Seinen zweifelhaften Höhepunkt erlebte der Senatsausschuss unter Joseph R. McCarthy, der mit seinen großenteils überzogenen und haltlosen Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen zahlreiche Personen aus Verwaltung und öffentlichem Leben die antikommunistische Grundstimmung in der Bevölkerung drastisch anheizte und ein Klima der gegenseitigen Verdächtigungen und Denunziationen schuf (siehe McCarthyism). Die hysterische Verfolgungswelle weitete sich bald auch auf andere Personengruppen aus: auf Juden, Schwarze und nahezu jede Art von Intellektuellen. Zahlreiche Künstler, vor allem auch Filmschaffende, fanden sich auf „schwarzen Listen” wieder, sahen sich in ihrer Arbeit behindert und verließen teilweise das Land.
Im Juli 1952 nominierte die Republikanische Partei General Dwight D. Eisenhower zu ihrem Präsidentschafts-, Senator Richard M. Nixon aus Kalifornien zum Vizepräsidentschaftskandidaten; die Präsidentschaftswahlen gewann Eisenhower mit überwältigender Mehrheit, und bei den Wahlen 1956 konnte er seinen Vorsprung sogar noch weiter ausbauen. Anders als Roosevelt und Truman zielte Eisenhower auf eine Zurücknahme der staatlichen Intervention in Wirtschaft und Gesellschaft bei gleichzeitiger Stärkung lokaler Gestaltungsräume für Regierungs- und Verwaltungsangelegenheiten. Darüber hinaus senkte die Regierung Eisenhower die Steuern und die Bundesausgaben. Sozialreformen in nennenswertem Umfang wurden während Eisenhowers Präsidentschaft nicht durchgeführt.
Das drängendste innenpolitische Problem jener Zeit war der Kampf der Afroamerikaner gegen die Rassentrennung und für die Durchsetzung ihrer vollen Bürgerrechte. Die Regierung Eisenhower schloss zwar die Aufhebung der Rassentrennung in Verwaltung und Streitkräften erfolgreich ab, war aber nicht zu weiter gehenden Gesetzen bereit. Die Schwarzen unter Führung der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) wandten sich im Kampf für ihre Rechte und gegen ihre Diskriminierung in zunehmendem Maß an die Gerichte. Am 17. Mai 1954 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA unter Vorsitz von Earl Warren im Fall „Brown gegen Schulbehörde von Topeka” die Rassentrennung in öffentlichen Schulen für gesetzeswidrig. Folgeentscheidungen der Jahre 1955/56 wiesen die lokalen Behörden und Institutionen an, Pläne zum Abbau der Rassentrennung auszuarbeiten, und sie beendeten die Rassentrennung beim öffentlichen Personenverkehr. Einige Südstaaten der USA versuchten, diese Bestimmungen zu umgehen. Im September 1957 etwa wies der Gouverneur von Arkansas Einheiten der Nationalgarde an, neun schwarze Schüler am Betreten der Central High School von Little Rock zu hindern. Nach Angriffen Weißer auf schwarze Schüler und Erwachsene entsandte Eisenhower Bundestruppen in die Stadt zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung sowie zum Schutz der schwarzen Schüler beim Unterricht. Unterdessen hatten sich zahlreiche Schwarze in der Bürgerrechtsbewegung organisiert. Im Dezember 1955 initiierte Martin Luther King in Montgomery (Alabama) einen Boykott des öffentlichen Nahverkehrs, durch den die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht wurde. In der Folgezeit protestierten überall in den Südstaaten zahlreiche Schwarze in Form von später so genannten Sit-ins für die Aufhebung der Rassentrennung in Gaststätten und anderen öffentlichen Einrichtungen. Eine ganze Reihe von Organisationen wie etwa die Southern Christian Leadership Conference, der Congress of Racial Equality und das Student Nonviolent Coordinating Committee und Einzelpersonen wie Malcolm X, Ralph Abernathy und Rosa Parks engagierten sich nachdrücklich für die Gleichstellung der Afroamerikaner. 1957 verabschiedete der Kongress schließlich den Civil Rights Act (siehe Civil Rights), der die Schwarzen in vielen Belangen den Weißen gleichstellte und ihre Diskriminierung untersagte.
Die Außenpolitik vertraute Eisenhower weitgehend seinem Außenminister John Foster Dulles an. Unter Dulles setzte sich die schon vorher verbreitete Überzeugung endgültig durch, dass die Politik des Containment im Kampf gegen den Kommunismus zu passiv sei, den kommunistischen Staaten, allen voran der Sowjetunion und China, vielmehr mit einer Strategie der „aktiven Zurückdrängung”, des Roll back, begegnet werden müsse. Diese Strategie schloss u. a. den Abbau konventioneller Streitkräfte und den massiven Ausbau das Atomwaffenarsenals ein. 1952 zündeten die USA ihre erste Wasserstoffbombe, die UdSSR folgte sechs Monate später. In der Folgezeit konzentrierten sich beide Mächte über die Entwicklung von Nuklearwaffen hinaus auf die Perfektionierung der Trägersysteme für diese Waffen. Neue Langstreckenraketen wurden entwickelt, und ab 1957 verfügten beide Staaten über einsatzbereite Interkontinentalraketen. Das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion, das sich über den gesamten Kalten Krieg erstreckte, nahm extreme Ausmaße an.
Nach dem Koreakrieg erhöhte Eisenhower im Indochinakrieg die Militär- und Wirtschaftshilfe an Frankreich, wies aber Dulles’ Empfehlungen, den Franzosen im Kampf gegen die kommunistische Vietminh taktische Nuklearwaffen und US-Truppen zur Verfügung zu stellen, klar zurück. Der Waffenstillstand, der 1954 den Indochinakrieg beendete, teilte Vietnam in einen kommunistischen Staat im Norden und einen von den USA im Rahmen des Roll back gestützten, zunehmend autoritär regierten Staat im Süden – womit in Südostasien neues Konfliktpotential entstanden war. 1954 wurde auf Betreiben Dulles’ das Verteidigungsbündnis SEATO gegründet, dem neben den USA Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland, die Philippinen, Thailand und Pakistan angehörten. In Reaktion auf den Rückschlag in Indochina bauten die USA nun auch ihre Beziehungen zu Nationalchina (Taiwan) aus. Im Januar 1955 erteilte der Kongress die prinzipielle Zustimmung für eine Verteidigung Taiwans durch US-Streitkräfte im Krisenfall.
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