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Vereinigte Staaten von AmerikaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Das Theater in den USA erlebte in den achtziger Jahren einen Zuschauerboom. Die Broadwaybühnen stützten sich neben der Inszenierung neuer Stücke sehr stark auf Revivals, lang laufende Stücke und Shows. Theater konzentrieren sich in den größten Städten. Bekannte experimentelle Ensembles sind das The New York Shakespeare Festival, La Mama Etc., der Experimental Theatre Club, einige Theatertruppen in Los Angeles und San Francisco und die Guthrie Theatre Company in Minneapolis. Arthur Miller, Edward Albee, Neil Simon und Sam Shepard gehören heute zu den bekanntesten zeitgenössischen Dramatikern. Musical-Ensembles finden wachsenden Zuspruch unter dem Einfluss einiger besonders kreativer Gruppen wie denen von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II. oder auch Alan Jay Lerner und Frederick Loewe.
Mit Werken wie The Last of the Mohicans (1826; Der Letzte der Mohikaner) und The Prairie (1827; Die Prairie) avancierte James Fenimore Cooper zum ersten bedeutenden Romancier der amerikanischen Literatur. Zur Zeit der amerikanischen Romantik Mitte des 19. Jahrhunderts konnten Nathaniel Hawthorne mit The Scarlet Letter (1850; Der scharlachrote Buchstabe) und The House of the Seven Gables (1851; Das Haus mit den sieben Giebeln) sowie Herman Melville mit Moby Dick (1851) diese Tradition innovativ weiterschreiben. Harriet Beecher Stowe schuf mit ihrem Bestseller Uncle Tom’s Cabin (Onkel Toms Hütte) 1852 nicht zuletzt eine Streitschrift gegen die Sklaverei. Dem amerikanischen Realismus, der vom Ende des Bürgerkrieges bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmend war, sind sehr unterschiedliche Autoren zuzurechnen, darunter Mark Twain mit seinen Jugenderzählungen Tom Sawyer (1876; Die Abenteuer des Tom Sawyer) und Huckleberry Finn (1884; Huckleberry Finns Abenteuer) oder Henry James, dessen Romane The Portrait of a Lady (1881; Bildnis einer Dame) und The Ambassadors (1903; Die Gesandten) Meilensteine des psychologischen Realismus sind. Theodore Dreiser (Sister Carrie, 1900; Schwester Carrie; An American Tragedy, 1925; Eine amerikanische Tragödie) verschrieb sich der Schilderung des industriellen Alltags und gilt als Wegbereiter des amerikanischen Naturalismus, zu dem auch F. Scott Fitzgerald (The Great Gatsby, 1925; Der große Gatsby) zugerechnet wird. Sinclair Lewis (Main Street, 1920; Die Hauptstraße; Babbitt, 1922) war der erste Literatur-Nobelpreisträger der USA: Ihm folgte Ernest Hemingway, der 1954 die Auszeichnung erhielt und zu dieser Zeit bereits durch Werke wie The Sun also Rises (1926; Fiesta) und A Farewell to Arms (1929; In einem anderen Land) berühmt geworden war. William Faulkner leistete Innovatives zur literarischen Technik der Moderne, vor allem mit The Sound and the Fury (1929; Schall und Wahn), Light in August (1932; Licht im August) oder Absalom, Absalom! (1936; Absalom, Absalom!). Noch radikaler experimentierte Gertrude Stein (The Making of Americans, 1925; Everybody’s Autobiography, 1936) mit der Sprache. Hemingway und Faulkner bestimmten auch in den fünfziger Jahren die literarische Landschaft. Daneben traten der Nobelpreisträger von 1962, John Steinbeck (The Grapes of Wrath, 1939; Früchte des Zorns), Robert Penn Warren (All the King’s Men, 1946; Der Gouverneur), James Jones (From Here to Eternity, 1951; Verdammt in alle Ewigkeit), James Baldwin (Go Tell it on the Mountain, 1953), Norman Mailer (The Naked and the Dead, 1948; Die Nackten und die Toten.The Executioner’s Song, 1979; Gnadenlos: Das Lied des Henkers) und Vladimir Nabokov (Lolita, 1955; Lolita und Pale Fire, 1962; Fahles Feuer). Bedeutende zeitgenössische Schriftsteller sind u. a. Flannery O’Connor (Wise Blood, 1952), Carson McCullers (The Heart is a Lonely Hunter, 1940; Das Herz ist ein einsamer Jäger), Eudora Welty (The Ponder Heart, 1954; The Optimist’s Daughter, 1969; Die Tochter des Optimisten), Saul Bellow (The Adventures of Augie March, 1953; Die Abenteuer des Augie March und Humboldt’s Gift, 1975; Humboldts Geschenk; Nobelpreis 1976), Kurt Vonnegut (Slaughterhouse-Five, 1969; Schlachthof 5), John Updike (Rabbit, Run, 1960; Hasenherz), der Nobelpreisträger von 1993, Toni Morrison (Beloved, 1987; Menschenkind) und Alice Walker (The Color Purple, 1982; Die Farbe Lila). Eine eigenständige amerikanische Lyrik entstand im 19. Jahrhundert mit Edgar Allan Poe, Walt Whitman (Leaves of Grass, 1855; Grashalme) und Emily Dickinson. Die amerikanische Dichtung der Moderne fand in den dramatischen Gedichten von Robert Frost, den Cantos von Ezra Pound und in The Waste Land (1922; Das wüste Land) von T. S. Eliot ihren Anfang. Weitere bedeutende Lyriker des 20. Jahrhunderts sind Wallace Stevens, William Carlos Williams, Anne Sexton, Robert Lowell, Allan Ginsberg, Richard Wilbur und Adrienne Rich.
Im 20. Jahrhundert errangen US-amerikanische Komponisten wie Charles Ives, Virgil Thomson, Aaron Copland, George Gershwin, Leonard Bernstein und John Cage Weltgeltung. Gospel, Blues und Jazz sind Schöpfungen der Afroamerikaner, bedeutende Interpreten Louis Armstrong, Billie Holiday, Duke Ellington und Miles Davis. Siehe auch US-amerikanische Musik; Popmusik
Seit den zwanziger Jahren dominieren die USA den Filmmarkt. In Hollywood entstanden ab den zehner Jahren zahlreiche große Produktionsfirmen, die mit ihrem Erzählkino und der Herausbildung von Genres die Filmästhetik weltweit stark beeinflussten. Zu den führenden Vertretern des frühen amerikanischen Films gehören David Wark Griffith, der entscheidend zur technischen und ästhetischen Fortentwicklung des neuen Mediums beitrug, sowie in der Folge John Ford und Howard Hawks. Das Hollywoodkino wurde auch bestimmt durch eine ganze Reihe von europäischen Immigranten wie Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock, Ernst Lubitsch, Billy Wilder u. a. In den sechziger Jahren trat eine neue Generation von Filmemachern hervor, die unter dem Namen New Hollywood zusammengefasst werden, darunter Robert Altman oder Francis Ford Coppola. Siehe auch amerikanischer Film
In der Frühzeit der USA folgte die Architektur des Landes britischen Mustern. Der erste eigenständige Beitrag zur amerikanischen Architektur war das Hochhaus bzw. der Wolkenkratzer, der im Chicago des späten 19. Jahrhunderts von Architekten wie Louis Henri Sullivan entworfen wurde. Spätere Entwicklungen nahmen die Neuerungen der europäischen Moderne auf, die zum typisch schachtelförmigen Glasfront-Wolkenkratzer amerikanischer Städte führten. Ein erstes Beispiel dieser Bauweise ist das Hauptverwaltungsgebäude der Vereinten Nationen in New York City. Seit den achtziger Jahren entstanden bedeutende Werke der Postmoderne, so das AT&T Building in New York City von Philip Johnson oder das Public Office Building von Michael Graves in Portland (Oregon).
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