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China

Enzyklopädieartikel
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China (Flagge und Hymne)China (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
2.2

Flüsse und Seen

Die drei längsten Flüsse des Landes, Jangtsekiang (6 300 Kilometer), Huang He (5 464 Kilometer) und Xi Jiang (2 100 Kilometer) münden in den Pazifik; nur ein kleiner Teil des Landes entwässert zum Indischen Ozean hin. Der Huang He durchfließt das Lößbergland und mündet in das Ostchinesische Meer; aufgrund der von ihm transportierten Lößmengen erhielt er den Namen „Gelber Fluss”. Der Xi Jiang fließt in das Südchinesische Meer. Der bedeutendste Fluss im äußersten Norden des Landes ist der Amur (Heilong Jiang), der über eine lange Strecke die nordöstliche Grenze zu Russland markiert. Der Songhua (Sungari) und der Liaoe entwässern mit ihren Nebenflüssen den größten Teil der Mandschurischen Ebene und der sie umgebenden Hochländer. Zu den größten Seen Chinas zählt der Qinghai Hu. Die meisten der großen Seen Chinas liegen im mittleren und unteren Tal des Jangtsekiang. Dongting Hu und Poyang Hu gehören zu den größten Seen im Mittellauf des Flusses. Im Sommer steigen die Wasserstände der Seen stark an. Der größte Salzsee der Tibetischen Hochebene ist der Qinghai Hu (Koko Nor) im weniger hoch gelegenen Nordosten; weitere Salzseen ähnlichen Ausmaßes befinden sich auf dem Hochplateau. Über 2 000 Wasserspeicheranlagen wurden in China errichtet, vorrangig zum Zweck der Bewässerung und der Hochwasserregulierung. Die meisten dieser Anlagen sind relativ klein, die größte am Huang He umfasst ein Volumen von rund 35,4 Milliarden Kubikmetern.

2.3

Klima

China hat Anteil an mehreren Klimazonen; gemäßigte Temperaturen herrschen in den halbtrockenen Regionen des Westens und des Landesinneren vor, während im äußersten Süden tropische Bedingungen überwiegen. Für weite Teile des Landes ist starke Kontinentalität mit kalten Wintern und heißen Sommern charakteristisch.

Der asiatische Monsun beeinflusst das Klima des Landes weiträumig. Im Winter strömen kalte, trockene Winde aus dem ausgedehnten Hochdruckgebiet über Zentralsibirien nach China. Dies führt in allen Gebieten nördlich des Jangtsekiang zu niedrigen Temperaturen und bringt dem gesamten Land Trockenheit. Im Sommer strömt warme, feuchte Luft vom Pazifik ein, die reichlich Niederschläge bringt. Vereinzelt treten auch tropische Wirbelstürme auf. An der Leeseite der Berge nehmen die Niederschläge mit zunehmender Entfernung vom Meer ab. Die Becken im Nordwesten erhalten nur geringe Niederschläge. Die sommerlichen Temperaturen sind im ganzen Land bemerkenswert konstant; im Winter herrscht zwischen Norden und Süden jedoch ein extremes Temperaturgefälle.

Im südöstlichen China, südlich des Jangtsekiang-Tales, herrscht im Allgemeinen subtropisches, im äußersten Süden sogar tropisches Klima vor. Die Sommertemperaturen in dieser Region liegen im Durchschnitt bei 26 °C. Im Winter fallen die Temperaturen bis auf 18 °C im tropischen Süden und auf 4 °C am Jangtsekiang. Die Hochplateaus und Becken im Südwesten weisen ebenfalls subtropisches Klima mit beträchtlichen regionalen Unterschieden auf. Wegen der Höhenlage sind die Sommer kühler, und durch den Schutz vor Nordwinden sind die Winter relativ mild. Im Sichuan-Becken (Rotes Becken) dauert die Vegetationszeit aufgrund der großen Feuchtigkeit mit häufiger Nebelbildung elf Monate. Die Niederschläge sind vor allem im Sommer hoch; sie betragen in fast allen Teilen Südchinas jährlich mehr als 1 000 Millimeter.

Nordchina umfasst keine Gebirgskette, die das Gebiet vor den Kaltlufteinbrüchen aus Sibirien schützt, weshalb die Winter hier kalt und trocken sind. Die Temperaturen im Januar reichen von 4 °C im Süden bis -10 °C nördlich von Peking und in den höheren Lagen des Westens. Im Juli liegen die mittleren Temperaturen bei 26 °C und erreichen in der Nordchinesischen Ebene sogar 30 °C. Beinahe der gesamte Jahresniederschlag von etwa 760 Millimetern fällt im Sommer. Im Nordwesten ist es weniger feucht, denn hier herrscht trockenes Steppenklima. Die Niederschläge variieren in diesen Gebieten von Jahr zu Jahr sehr stark. Vereinzelt treten Sandstürme und Hagelschauer auf. An etwa 40 Tagen im Jahr herrscht dichter Nebel, an der Küste bisweilen sogar an 80 Tagen.

Das Klima der Mandschurei ähnelt dem Nordchinas, ist aber kälter. Im Januar liegen die mittleren Temperaturen in der Mandschurischen Ebene bei -18 °C, im Juli bei 22 °C. Die Jahresniederschläge liegen zwischen etwa 600 Millimetern im Osten und 300 Millimetern im Westen; Hauptregenzeit ist der Sommer.

In den nordwestlichen Grenzgebieten zur Mongolei herrscht überwiegend Wüsten- und Steppenklima. Im Januar liegen die Durchschnittstemperaturen überall mit Ausnahme des milderen Tarimbeckens um -10 °C. Im Juli belaufen sie sich auf etwa 20 °C. Der Jahresniederschlag liegt zwischen 100 und 250 Millimetern.

Wegen der Höhenlage herrscht in der Tibetischen Hochebene arktisches Klima; die Temperaturen bleiben ganzjährig unter 15 °C. Die Luft ist das ganze Jahr über klar und trocken. Die jährlichen Niederschläge liegen mit Ausnahme des äußersten Südostens überall unter 100 Millimetern.

2.4

Flora

Aufgrund der verschiedenen klimatischen und topographischen Bedingungen weist die Pflanzenwelt Chinas eine große Artenvielfalt auf. Ein Großteil der ursprünglichen Vegetation ist jedoch während der Jahrhunderte der Besiedlung und intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zerstört worden. Natürliche Wälder gedeihen nur noch in den abgelegenen Bergregionen.

In der Region südlich des Xi-Jiang-Tales wachsen dichte tropische Regenwälder. Diese bestehen aus Laubbäumen, die mehr als 50 Meter Höhe erreichen können, und vereinzelten Palmen. Subtropische Vegetation gedeiht im Norden des Jangtsekiang-Tales und im Westen des Tibetischen Plateaus. In dieser Zone ist die Artenvielfalt besonders reichhaltig und umfasst Eichen, Ginkgos, Bambus, Pinien, Azaleen und Kamelien. Auch Wälder aus Lorbeerbäumen und Magnolien sowie dichtes Unterholz aus kleineren Büschen und Bambusdickichten sind hier zu finden. In den höheren Lagen überwiegen Nadelbäume.

Im Norden des Jangtsekiang-Tales liegt ein noch sehr ursprünglich erhaltener Wald mit Eichen, Eschen, Ulmen und Ahorn; Linden und Birken wachsen in der nördlichen Mandschurei. Hier gibt es im Bergland noch große Gebiete mit Lärchenwäldern, die wichtige Holzreserven darstellen. Die heute kultivierte Mandschurische Ebene wurde früher von Grassteppen mit verstreuten Baumbeständen eingenommen.

Steppenlandschaften mit dürreresistenten Gräsern sind im Grenzgebiet zur Mongolei verbreitet. Die Vegetation dieser Region ist jedoch u. a. aufgrund von Bodenerosion stark beeinträchtigt. In den kargeren Gebieten im Nordwesten gedeihen vor allem krautige Pflanzen. Tundrenvegetation wächst in großen Teilen des Tibetischen Hochlandes. In den günstigeren Lagen der Trockenregionen gedeihen auch höhere Büsche und Bäume; in vielen Berggebieten finden sich Fichten- und Tannenwälder.

Zum Schutz von Lebensräumen hat die chinesische Regierung landesweit 400 Naturreservate, die 14,8 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche einnehmen, eingerichtet. Auch auf Provinzebene gibt es Schutzgebiete. Einige neu eingerichtete Parks, z. B. der staatliche Waldpark Zhangjiajie in Hunan, haben sich als hervorragende Investitionen erwiesen, da die lokale Wirtschaft vom Zustrom der Touristen profitiert. Auf internationaler Ebene hat China im Rahmen des Biosphäre-Programms der UNESCO sieben Biosphärenreservate deklariert.

2.5

Fauna

Die unterschiedlichen Lebensräume in China haben eine vielfältige Fauna zur Folge. Diese reicht von arktischen Arten in der Mandschurei bis zu einer reichen tropischen Tierwelt im südlichen China. Der stark gefährdete Große Panda lebt nur im Südwesten Chinas. Weitere Großraubtiere wie Braunbären und Tiger sind in abgelegenen Gebieten heimisch. Leoparden leben in der nördlichen Mandschurei, Tibet ist Lebensraum des Schneeleoparden. In manchen Regionen sind Wölfe verbreitet. Im tropischen Süden kommen mehrere Primatenarten vor, darunter Gibbons und Rhesusaffen. Antilopen, Gazellen, Gämsen, Wildpferde und andere Huftiere bewohnen die Bergregionen und Täler im Westen, der Elch besiedelt die nördliche Mandschurei. Ein seltener Paarhufer ist das Chinesische Wasserreh.

Auffallende Arten der Vogelwelt sind Fasanen, Pfauen, Papageien, Reiher und Kraniche. Reptilien sind u. a. durch Alligatoren repräsentiert. Das Meeresleben, insbesondere an der Südküste, ist reichhaltig. Hier finden sich Flundern, Kabeljau, Thunfische, Krabben, Garnelen und Tintenschnecken. Die Flüsse Chinas bieten Lebensraum für verschiedene Karpfenarten, Lachse, Forellen und Welse; seltene Arten im Jangtsekiang sind der Chinesische Schwertstör und der möglicherweise ausgestorbene Chinesische Flussdelphin (Baiji). Viele Binnengewässer Chinas werden für die Fischzucht verwendet.

3

Bevölkerung

Die Bevölkerung Chinas besteht zu 93 Prozent aus Chinesen (Han-Chinesen). Die Chinesen sind überwiegend mongolischer Abstammung und unterscheiden sich innerhalb Chinas nicht durch verschiedene Herkunft, sondern durch sprachliche Variationen.

Mehr als 70 Millionen Menschen gehören den 56 nationalen Minderheiten an. Die meisten dieser Gruppen unterscheiden sich von den Chinesen durch Sprache oder Religion und weniger durch ethnische Merkmale. Zu den größten Minderheiten zählen die mit den Thais verwandten Zhuang (14,6 Millionen, überwiegend in der Autonomen Region Guangxi Zhuang), die Hui (8 Millionen chinesische Muslime in der Autonomen Region Ningxia Hui), die Gansu und Qinghai, die turksprachigen Uigur (6,5 Millionen in der Autonomen Region Singkiang), die Yi (6 Millionen in Sichuan, Yunnan und Guangxi), die Miao (5,5 Millionen in Guizhou, Hunan und Yunnan), die Tibeter (4,3 Millionen in der Autonomen Region Tibet und Qinghai) sowie die Mongolen (3,7 Millionen in der Inneren Mongolei, Gansu und Singkiang). Weitere zahlenmäßig starke Gruppen sind Koreaner, Bonyei und Mandschu. Die Qing stammen von jener Volksgruppe ab, die im 17. Jahrhundert China eroberte und die Qing- oder Mandschu-Dynastie begründete; sie sind von den Han-Chinesen kaum zu unterscheiden.

Mit der ersten nationalen Volkszählung seit der kommunistischen Machtübernahme 1953 versuchte man, die menschlichen Ressourcen für den ersten Fünfjahresplan zu erfassen. Zu dieser Zeit betrug die chinesische Bevölkerung 585,5 Millionen. Eine zweite Volkszählung von 1964 zeigte eine Zunahme auf 694,6 Millionen und die dritte Zählung von 1982 ergab eine Einwohnerzahl von knapp über einer Milliarde (nicht einbezogen sind Hongkong, Macao und Taiwan). Die Einwohnerzahl ist mittlerweile auf 1,33 Milliarden gestiegen (2008). Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 0,63 Prozent (2008). Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig über das Land verteilt. Der Großteil lebt in den 19 östlichen Provinzen, dem historischen Kernland Chinas. Dies zeigen die unterschiedliche historische Landnutzung und die Siedlungsmuster der Chinesen im Osten und der nicht zu den Han-Chinesen gehörenden Völker im Westen. Seit 1960 propagiert die chinesische Regierung die Besiedlung der westlichen Provinzen und der autonomen Regionen.

Der Geburtenrückgang zwischen 1950 und 1980 basierte zum großen Teil auf den Anstrengungen der Regierung, späte Eheschließungen zu befürworten und, erst in jüngerer Zeit, chinesische Familien auf die Zeugung nur eines Kindes zu verpflichten. Dieses Programm wurde mit einem kontinuierlichen Ausbau medizinischer Versorgungseinrichtungen gekoppelt, die über Geburtenkontrolle informieren und empfängnisverhütende Mittel gegen geringes Entgelt oder kostenfrei ausgeben. Offizielle Schätzungen im Jahr 1984 ergaben, dass 70 Prozent aller verheirateten Paare im zeugungsfähigen Alter Verhütungsmittel anwenden und 24 Millionen Paare formell einem Verzicht auf mehr als ein Kind zugestimmt haben. Die Abtreibung ist in China legal, und der soziale Druck, eine Schwangerschaft abzubrechen, ist insbesondere für jene Frauen hoch, die bereits ein Kind oder mehrere geboren haben. Die nationalen Minderheiten wurden generell vom Programm der Geburtenkontrolle ausgenommen. Dadurch soll eine Politik aufrechterhalten werden, die allen nicht den Han-Chinesen zugehörigen Menschen größtmögliche Unabhängigkeit bietet.

Trotz starker Industrialisierung ist China nach wie vor ein stark agrarisch geprägtes Land. Obwohl im Gebiet des heutigen China bereits vor der Zeit des Römischen Reiches wichtige Stadtzentren existierten, nahm der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung nur langsam zu. Etwa 59 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Land (2005).

Spontane Umsiedlungen vom Land in die Städte wurden Mitte der fünfziger Jahre verboten, da es an Produktivkraft zur Errichtung weiteren Wohnraumes in der Stadt mangelte. Dieses Verbot entsprang auch dem Glauben Mao Tse-tungs, dass der Klassenunterschied zwischen Stadt- und Landbevölkerung eine der Ursachen für soziale Ungleichheit in China sei. Während der sechziger Jahre und in der ersten Hälfte der siebziger Jahre verwendeten die Chinesen beträchtliche Energien auf ein Konzept, bei dem die ausgebildete Stadtjugend für mehrere Jahre oder sogar für eine dauerhafte Ansiedlung auf das Land geschickt wurde. Mit dieser Bewegung sollten die in den Städten erworbenen Kenntnisse in ländliche Gebiete transportiert werden, und sie sollte das Interesse der Bauern dämpfen, in die Städte abzuwandern. Dieses Landentwicklungsprogramm wurde nach dem Tod von Mao 1976 nicht weiterverfolgt und Ende 1978 komplett aufgegeben. Zu dieser Zeit nahm die Abwanderung in die Städte zu. Innerhalb der Städte wird ein Wohnsitzwechsel ebenfalls von der Regierung beschränkt. Wer umziehen will, muss eine offizielle Erlaubnis besitzen und den Nachweis eines Wohnsitzes und einer Arbeitsstelle erbringen. Dennoch hat der Wohnsitzwechsel innerhalb der großen Städte zum Abriss vieler alter Häuser geführt, an deren Stelle dann moderne Wohn- oder Bürogebäude errichtet wurden.

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