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ChinaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Etwa 80 Prozent der Agrarfläche Chinas sind für die Produktion von Nahrungsmitteln bestimmt. Zu den wichtigsten Ernteerzeugnissen zählt der Reis, der auf etwa einem Drittel der gesamten Anbaufläche kultiviert wird. Hauptanbaugebiete sind das südliche Tal des Huai, das mittlere und östliche Tal des Jangtsekiang, das Delta des Xi Jiang bei Kanton und das Rote Becken von Sichuan. 2006 wurden 184 Millionen Tonnen Reis geerntet. Das zweitwichtigste Ernteprodukt des Landes ist Weizen, der hauptsächlich nördlich des Huai angebaut wird. Die wesentlichen Anbaugebiete für Weizen liegen in der Nordchinesischen Ebene und den Tälern der Flüsse Wei und Fen in der Lößregion. Obwohl die Flächen für den Weizenanbau beinahe ebenso groß sind wie diejenigen für den Reis, ist der Ernteertrag dennoch geringer. Er betrug 2006 etwa 104 Millionen Tonnen Kaoliang (eine Art Mohrenhirse) und Hirse zählen ebenfalls zu den wichtigen Nahrungsmittelprodukten im Norden und Nordosten des Landes. Kaoliang wird auch als Viehfutter verwendet und ist ein Ausgangsstoff für die Produktion alkoholischer Getränke. Die Halme werden zur Papierherstellung und zum Abdecken der Dächer benutzt. Mais wird auf etwa 20 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche angebaut. In der Inneren Mongolei und im Westen, vor allem in Tibet, spielt auch der Hafer ein wichtige Rolle. Daneben werden auch andere Nahrungsmittel angebaut, etwa Süßkartoffeln, Kartoffeln, verschiedene Obstsorten und Gemüse. Die Süßkartoffeln überwiegen im Süden, im Norden dagegen die Kartoffeln. Zu den häufigsten Obstsorten zählen tropische Früchte wie Ananas und Bananen, die hauptsächlich auf der Insel Hainan wachsen, sowie Äpfel und Birnen in den nördlichen Provinzen Liaoning und Shandong. Zitrusfrüchte, Orangen und Mandarinen sind die Hauptprodukte in Südchina. 2006 konnten 93,4 Millionen Tonnen Obst geerntet werden. Ölsamen spielen in der chinesischen Landwirtschaft ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie dienen zur Herstellung industrieller Öle und nehmen einen großen Anteil am Export ein. Sojabohnen sind ein wichtiges Ausgangsprodukt von Speiseöl; sie werden auf etwa 8 Prozent der gesamten Agrarfläche überwiegend in Nordchina und der Mandschurei (chinesisch: Dongbei Pingyuan) angebaut. Bei der Produktion von Sojabohnen nimmt China den dritten Platz in der Welt ein. Auch bei der Erzeugung von Erdnüssen zählt China mit 14 722 000 Tonnen (2006) zu den führenden Ländern. Erdnüsse werden in Shandong und Hebei angebaut. Weitere wichtige Ölpflanzen sind Sesam und Sonnenblumensamen sowie Raps. Ein wertvolles Öl lässt sich auch aus dem Tungbaum gewinnen. Mehr als die Hälfte des gesamten Volumens von Tungöl wird in Sichuan gewonnen. Der Tee ist eine traditionelle Exportware Chinas. Auch heute noch gehört das Land zu den größten Teeproduzenten. 20 Prozent der gesamten Ernte entfallen auf China. Der jährliche Ernteertrag betrug 2006 1 049 500 Tonnen. Die größten Teeplantagen liegen auf den Hügeln in der Mitte des Jangtsekiang-Tales und in den südöstlichen Provinzen Fujian und Zhejiang. Der Zucker wird in China sowohl aus Zuckerrohr als auch aus Zuckerrüben gewonnen. 2006 lag die Rohrzuckerproduktion bei 101 Millionen Tonnen. Der Zuckerrohranbau konzentriert sich auf die Provinzen Guangdong und Sichuan. Die Zuckerrüben werden erst seit jüngerer Zeit geerntet, Schwerpunkte sind die Provinz Heilongjiang und die bewässerten Regionen der Inneren Mongolei.
Die kommunistische Regierung von China hat der Entwicklung von Fasererzeugnissen für die Textilindustrie große Aufmerksamkeit gewidmet. Allen voran rangiert hier die Baumwolle mit einer Jahresproduktion von 6,73 Millionen Tonnen (2006). China ist damit weltweit führender Baumwollproduzent.
In China gibt es große Viehbestände. Besondere Bedeutung kommt der Schweinezucht zu. Das Land zählt zu den führenden Exporteuren von Schweineborsten. In den westlichen Gegenden ist die Viehzucht der nomadischen Hirten die wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit. Die meisten Herden bestehen hier aus Schafen, Ziegen und Kamelen. Im tibetischen Hochland ist der Yak eine Quelle für Nahrungsmittel und Brennstoff (der Dung wird verbrannt). Seine Haare und seine Haut bilden Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Bekleidung.
Die Waldreserven Chinas sind aufgrund jahrhundertelanger Abholzung relativ begrenzt; das Holz wurde als Brennholz oder Baumaterial verwendet. Die Wiederaufforstungsprogramme haben die Baumbestände von 8 Prozent der Gesamtfläche im Jahr 1949 wieder auf etwa 20,6 Prozent (2005) anwachsen lassen. Dennoch sind die Bauholzlieferungen gering. Die Verteilung der Wälder in China ist sehr ungleichmäßig. Im Nordosten und Südwesten liegen die Hälfte aller Waldgebiete des Landes und drei Viertel der Ressourcen. Die wichtigsten Bäume sind Pinien, Fichten, Lärchen, Eichen und im äußersten Süden Teak und Mahagoni. Andere kommerziell genutzte Arten sind Tungbaum, Lackbaum, Kampferbaum und Bambus. Die landesweiten Baumbepflanzungsaktionen werden sowohl von staatlichen Projekten als auch von kollektiv organisierten Verbänden durchgeführt. Die Bäume wurden in der Nähe von Siedlungen, entlang von Straßen und Wasserwegen sowie nahe Bauernhöfen gepflanzt. Zu den wichtigsten Projekten zählt ein Programm zur Errichtung eines Waldgürtels in den Ebenen Nord- und Nordostchinas.
Der Fang von Fischen und Weichtieren wie Muscheln hat sich in China zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die Zucht von Süßwasserfischen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Regierung förderte die Fischzucht in Teichen und Wasserreservoiren entlang der landwirtschaftlichen Nutzgebiete. Die wichtigsten Regionen der Fischzucht liegen in der Nähe der städtischen Märkte im mittleren und unteren Jangtsekiang-Tal und am Xi-Jiang-Delta. In Teichen gezüchtete Karpfen, eine seit Jahrtausenden traditionelle chinesische Nahrungsquelle, nehmen einen beträchtlichen Anteil an der Gesamtproduktion ein. Anders als das Angeln von Süßwasserfischen ist der Meeresfischfang wenig entwickelt. Die meisten Fischer wurden in den sechziger Jahren in Fischereikommunen an der Küste angesiedelt und dazu ermuntert, neben der Fischerei auch landwirtschaftliche Aktivitäten zu entwickeln. Diese Kommunen unterhielten auch Fischzuchten im Meer.
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