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Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens

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Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, wochenlang andauernde Demonstrationsaktion auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, die den Höhepunkt einer Reihe von prodemokratischen Studentendemonstrationen in China bildete und am Ende gewaltsam niedergeschlagen wurde.

Nach dem Tod des demokratischen Reformers Hu Yaobang am 15. April 1989 organisierten Studenten friedliche Gedenkdemonstrationen in Shanghai, Peking und anderen Städten; Rufe nach der Absetzung Deng Xiaopings und anderer reformfeindlicher Politiker wurden dabei laut. Die Aufforderungen der Regierung am 20. April, die Demonstrationen zu beenden, wurden ignoriert. Am 4. Mai demonstrierten in Peking ungefähr 100 000 Studenten und Arbeiter für demokratische Reformen, und auch während eines Staatsbesuchs des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow Mitte Mai rissen die Demonstrationen nicht ab. Am 20. Mai erklärte die Regierung den Ausnahmezustand, die Demonstrationen wurden trotzdem fortgesetzt. Die Regierung schwankte zwischen dem repressiven Kurs von Ministerpräsident Li Peng und einer reformorientierten, mit den Forderungen der Studenten sympathisierenden Politik des Parteichefs Zhao Ziyang. Schließlich konnte sich Li Peng mit Unterstützung Deng Xiaopings durchsetzen: Am 3. und 4. Juni 1989 wurden die Demonstrationen vom Militär gewaltsam aufgelöst. Wie viele Menschen dabei ums Leben kamen, ist unbekannt; lauf offiziellen Angaben der chinesischen Regierung kamen 300 Demonstranten und Soldaten ums Leben, Schätzungen reichen jedoch von etwa 700 bis zu 3 000 Toten, wobei die Mehrzahl nicht auf dem Platz des Himmlischen Friedens umkam, sondern im Stadtgebiet von Peking. Die Zahl der Verletzten dürfte etwa 10 000 betragen haben. Auf die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Demonstrationen folgte eine groß angelegte Verhaftungswelle. Die ausländische Presse wurde des Landes verwiesen und die chinesische Presse zensiert. Eine internationale Protestwelle gegen das Vorgehen der chinesischen Regierung war die Folge, und es wurden Sanktionen gegen China verhängt, u. a. ein Waffenembargo.

1997 räumte der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin erstmals Fehler bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung ein. Er antwortete damit auf die schriftlich eingereichte Frage eines Studenten, ob er den Einsatz von Panzern gegen Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens rechtfertigen könne. Es war dies das erste Mal, dass ein verantwortlicher chinesischer Politiker öffentlich die Möglichkeit von Fehlern in diesem Zusammenhang zugab.

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