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Armee

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1

Einleitung

Armee, im weiteren Sinn Bezeichnung für die Gesamtheit der Streitkräfte eines Staates oder für dessen Landstreitkräfte, das so genannte Heer. Im engeren Sinn versteht man unter Armee einen militärischen Großverband, der einem einheitlichen Kommando untersteht. So war es in den beiden Weltkriegen üblich, mehrere Armeen zu einer Heeresgruppe zusammenzuschließen. Vorherrschend sind heute stehende Heere, die permanent einsatzbereit sind und im Kriegsfall durch Reservisten verstärkt werden. Milizheere werden erst im Kriegsfall bewaffnet, so dass in Friedenszeiten nur ein Kern an militärischem (Führungs-)Personal Dienst tut.

2

Entstehung erster Armeen

Die Aufstellung eines (stehenden) Heeres lässt sich in den frühen Hochkulturen am Nil sowie im Gebiet von Euphrat und Tigris nachweisen. Sie steht im Zusammenhang mit der frühen Staatenbildung, also mit der Entstehung staatlicher Herrschaft. Aus ökonomischer Sicht musste ein Überschuss an Nahrungsmitteln vorhanden sein, um Soldaten für das Kriegshandwerk freisetzen zu können. Dieser Überschuss wurde in der Antike vor allem in Sklavenwirtschaft erarbeitet. Schon sehr früh wurde das Pferd zur Kriegsführung eingesetzt. Schwert, Speer, Lanze sowie Pfeil und Bogen dienten als Waffen.

2.1

Naher Osten

In Mesopotamien entstanden um 3200 v. Chr. stehende Heere, die mit Speer und Bogen ausgerüstet waren. Um 2500 v. Chr. kamen Streitwagen im Grenzgebiet zwischen der Steppe, die Wildpferde beheimatete, und dem Dreistromland, das über Rohstoffe und die Technologie zum Bau von Fahrzeugen verfügte, auf. Diese Streitwagen wurden von Pferden gezogen, die zwar bereits zu diesem Zweck gezüchtet worden waren, die aber wegen ihrer geringen Körpergröße noch nicht zum Reiten geeignet waren. Die Verwendung von Streitwagen kam einer technischen Revolution gleich, da sich damit die Geschwindigkeit für die Beförderung von Menschen auf dem Landweg gegenüber den damals üblichen Ochsenkarren enorm erhöhte. Geschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde waren mit den nur rund 35 Kilogramm schweren Fahrzeugen problemlos zu erreichen. Sesostris I. von Ägypten befehligte ein reguläres, gut ausgerüstetes Heer. Der persische König Kyros II., der Große, reformierte im 6. Jahrhundert v. Chr. das Heerwesen, stürzte das Reich der Meder und eroberte die Vorherrschaft in Kleinasien.

2.2

Griechenland

In den griechischen Stadtstaaten bildete sich nach kretischem Vorbild ein Milizheer heraus, dessen Träger die besitzenden Bürger waren. Nach der Eroberung Kretas durch die Dorer waren zwischen 850 und 750 v. Chr. Verfassungen in Kraft, die den Abkömmlingen der Eroberer Rechte und Pflichten zubilligten, die anderen verwehrt blieben. Bereits mit 17 Jahren erhielten die Söhne der herrschenden Familien eine profunde miltärische Ausbildung, nur wer diese absolviert hatte erhielt mit 19 Jahren das Bürgerrecht und wurde in die Gemeinschaft der Männer aufgenommen. Obwohl diese Krieger heiraten durften, lebten sie getrennt von ihren Familien in vom Gemeinwesen unterhaltenen Unterkünften. In den Stadtstaaten des griechischen Festlandes entstanden nach kretischem Vorbild ebenfalls Kriegerklassen. In Sparta wurden Knaben bereits im Alter von sieben Jahren in Ausbildungstrupps aufgenommen, weitgehend von ihren Familien getrennt. Mit 18 erhielten sie die praktische Kampfausbildung, mit 20 rückten sie in Kasernen ein. Erst mit 30 Jahren wurden sie Vollbürger.

Der Kern griechischer Heere bestand aus schwer bewaffneten Hopliten, während Leichtbewaffnete und die Reiterei nur eine Nebenrolle spielten. Die Bezeichnung Hopliten leitet sich von hoplon ab, der Bezeichnung für das runde, gewölbte Schild der Griechen. Im 6. Jahrhundert wurde in Sparta das Konzept der Phalanx entwickelt: Sie bestand aus acht Reihen schwer bewaffneter Lanzenträger, die Angriffe feindlicher Reiterei abwehren konnten, aber bei eigenen Angriffen relativ unbeweglich waren. Im 4. Jahrhundert v. Chr. stärkte Philipp II. von Makedonien die Rolle der Kavallerie. Sein Sohn Alexander der Große wertete die Leichtbewaffneten auf – als Bindeglied zwischen Phalanx und Reiterei. Bogenschützen, leichte Katapulte, Belagerungsmaschinen, ein Nachrichtenübermittlungswesen sowie medizinische Versorgung für Verwundete verbesserten die militärische Schlagkraft.

Athen wurde zur ersten bedeutenden Seemacht und kämpfte um die Vorherrschaft in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.

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