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Windows Live® Suchergebnisse Joseph Fouché, Herzog von OtrantoEnzyklopädieartikel
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Joseph Fouché, Herzog von Otranto (1759-1820), französischer Politiker, der als Begründer der Spionage im modernen Sinne gilt. Fouché wurde am 21. Mai 1759 in der Nähe von Nantes geboren, besuchte ein Priesterseminar und wurde Lehrer.
Während der Französischen Revolution wandte sich Fouché der Politik zu. 1792 wurde er in den Nationalkonvent gewählt und stimmte 1793 mit der Mehrheit, den Jakobinern, für die Hinrichtung König Ludwigs XVI. Als Repräsentant der Revolutionsregierung in Lyon bekämpfte er die royalistische Opposition mit außerordentlicher Härte und ließ über 1 600 Menschen hinrichten. 1794 attackierte Robespierre, zu der Zeit an der Spitze der Revolutionsregierung, Fouché wegen dessen Maßlosigkeit. Fouché fürchtete eine Verhaftung; es folgten ein Komplott und ein Gegenkomplott, Robespierre wurde gestürzt und am 27. Juli bzw. nach dem Revolutionskalender am 9. Thermidor 1794 hingerichtet.
1799 wurde Fouché vom Direktorium zum Polizeiminister der französischen Republik ernannt. Fouché war über Napoleons Pläne zur Machtübernahme informiert und unterstützte dessen Staatsstreich vom 9. November bzw. 18. Brumaire 1799. Als Napoleons Polizeiminister baute Fouché die erste Geheimpolizei und das erste Spitzelsystem der Neuzeit auf. Seine Verdienste wurden mit einem Senatorenposten sowie einer üppigen Pension belohnt; 1809 wurde er in den Adelsstand erhoben und erhielt den Titel Herzog von Otranto. 1809 wurde Fouché Innenminister. Unter Überschreitung seiner Kompetenzen stellte er ein Heer auf, um eine Invasion der Briten in den Niederlanden abzuwehren und trat anschließend in geheime Friedensverhandlungen mit den Briten. 1810 wurden diese Verbindungen mit dem Feind aufgedeckt; Fouché verlor sein Ministeramt. Drei Jahre später wurde er rehabilitiert und zum Gouverneur der illyrischen Provinzen ernannt, die Frankreich 1809 von Österreich gewonnen hatte. Nach Napoleons erzwungener Abdankung 1814 schloss sich Fouché König Ludwig XVIII. an, und als Napoleon aus dem Exil zurückkehrte, wurde Fouché erneut dessen Polizeiminister. Seine Verbindungen zur Gegenseite erhielt er aber weiterhin aufrecht, und bald begann er, zusammen mit dem österreichischen Außenminister Fürst Klemens von Metternich, gegen Napoleon zu intrigieren. Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo nahm Fouché Napoleons Abdankung entgegen und stand anschließend für kurze Zeit an der Spitze der provisorischen Regierung. Unter Ludwig XVIII. war er 1815 nochmals für einige Monate Polizeiminister, bis ihn die Ultraroyalisten zum Rücktritt zwangen. Wegen der Rolle, die er im Prozess und bei der Hinrichtung Ludwigs XVI. gespielt hatte, wurde Fouché 1816 als Königsmörder ins Exil geschickt und lebte u. a. in Prag. Er starb am 25. Dezember 1820 in Triest.
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