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Stettin

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Wały Chrobrego (Hakenterrasse) in StettinWały Chrobrego (Hakenterrasse) in Stettin

Stettin (polnisch: Szczecin), Stadt in Polen, Hauptstadt der Woiwodschaft Zachodniopomorskie, beiderseits der unteren Oder, 25 Kilometer südlich der Mündung der Oder in das Stettiner Haff und 13 Kilometer östlich der Grenze zu Deutschland gelegen.

Stettin ist mit dem Vorhafen Swinoujscie (Swinemünde) an der Pommerschen Bucht heute der bedeutendste polnische Ostseehafen. Westlich der zahlreichen Oderarme liegt das Stadtzentrum, östlich der Oder beim Stadtteil Dabie (Altdamm) das Hafen- und Gewerbegebiet mit zahlreichen Betrieben für Schiffbau und -reparatur. Stettin ist heute das industrielle Zentrum von Nordwestpolen mit vielen Betrieben für Maschinenbau, Eisenerzverhüttung, Baustoff-, Kraftfahrzeug-, Papier- und chemischer Industrie. Daneben haben sich hier Zuckerraffinerien und Nahrungsmittel verarbeitende Betriebe angesiedelt. Nördlich befindet sich das Großkraftwerk „Untere Oder”.

Der katholische Bischofssitz Stettin fungiert seit langem als überregional bedeutendes Bildungszentrum. Eine Universität, eine technische Hochschule, eine Seefahrtshochschule, eine medizinische und eine landwirtschaftliche Akademie sowie eine bedeutende Bibliothek sind hier angesiedelt. Die Altstadt der Hansestadt wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört und in den letzten Jahrzehnten wieder aufgebaut bzw. rekonstruiert. Zu den bedeutendsten Denkmälern zählt besonders das Schloss der pommerschen Herzöge am Steilufer der Oder (im 14. Jahrhundert begonnen, 1575-1577 und 1616-1619 stark umgebaut, 1945 zerstört, bis 1980 originalgetreu wieder aufgebaut). Der Fünfflügelbau mit zwei Innenhöfen dient heute als Museum sowie als Veranstaltungsort für Konzerte und Opern. Vom Turm bietet sich ein grandioser Panoramablick über Stettin.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der gotische Dom St. Jacobi (14./15. Jahrhundert), die gotische St.-Johannes-Kirche (13. Jahrhundert), das Alte Rathaus (14. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert rekonstruiert, heute Stadtmuseum) sowie das Loitz-Haus (1547, Wohnhaus der Bankiersfamilie Loitz). Von den alten Festungsanlagen der Stadt blieben nur das Piastentor (1725-1740, früher Königstor genannt) und das Hafentor (1726-1728, früher Berliner Tor genannt) erhalten.

Stettin, im 8. Jahrhundert als Siedlung der Wenden erstmals erwähnt, entwickelte sich im 11. Jahrhundert schnell zum bedeutenden Handelszentrum an der unteren Oder und wurde 1121 von Polen erobert. 1237 erhielt Stettin die Stadtrechte und wurde 1278 Mitglied der Hanse. Um 1500 wurde Stettin Residenzstadt der pommerschen Herzöge (unter Bogeslaw X.). 1630 geriet die Stadt unter schwedische Herrschaft, nach dem 2. Nordischen Krieg fiel sie mit dem Frieden von Stockholm (1720) an Preußen. Nach der französischen Besetzung (1806-1813) wurde Stettin Hauptstadt der neuen preußischen Provinz Pommern. Die Altstadt und die Hafengebiete wurden im April 1945 fast vollständig zerbombt. Seit 1945 gehört Stettin zu Polen (1990 im Deutsch-Polnischen Grenzvertrag bestätigt). Die Arbeiter der Stettiner Werften spielten eine zentrale Rolle bei den Aufständen 1970 und 1980 sowie bei der Bildung der Gewerkschaftsverbands Solidarność um Lech Wałęsa.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 414 000.

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