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Heiliger Johannes I. Chrysostomos

Enzyklopädieartikel

Heiliger Johannes I. Chrysostomos (um 349 bis 407), griechischer Kirchenlehrer und Patriarch von Konstantinopel, geboren in Antiochia in Syrien (heute Antakya, Türkei). Er wird als einer der vier großen griechischen Kirchenväter verehrt.

Johannes studierte Redekunst bei dem griechischen Rhetoriker Libanius und begann eine Laufbahn als Anwalt. Im Alter von 18 Jahren geriet er unter den Einfluss von Meletius, Bischof von Antiochia, der ihm empfahl, in eine Klosterschule einzutreten, und ihn taufte. Nach einem sechsjährigen Mönchsleben in den Bergen bei Antiochia wurde Johannes im Jahr 381 von Meletius zum Diakon und 386 von Meletius’ Nachfolger, Bischof Flavius I., zum Priester geweiht. Seine Redegewandtheit, sein Ernst und die lebensnahe Art zu predigen führten zu seinem Ruf, einer der größten Redner der frühen Kirchengeschichte zu sein. Im Jahr 398 wurde Johannes vom Kaiser des Oströmischen Reiches, Arkadius, zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. Seine Predigten gegen die Lasterhaftigkeit brachten ihm den Hass von Theophilos, dem Patriarchen von Alexandrien (385-428), und der Kaiserin Eudoxia ein, die ihn im Jahr 403 aus der Hauptstadt verbannte. Kurz darauf wurde er zurückgerufen, im Jahr 404 jedoch endgültig in die Einsamkeit des Taurusgebirges verbannt. Hier versuchte er die benachbarten Perser zum Christentum zu bekehren. Johannes’ Anhänger, die Johanniten, weigerten sich, seine Nachfolger anzuerkennen. Sie lenkten erst ein, als der oströmische Kaiser Theodosius II. im Jahr 438 den Leichnam des Heiligen nach Konstantinopel zurückholen und ihn feierlich beisetzen ließ. Der Beiname Chrysostomos (griechisch chrysostomos: „Goldmund”) wurde zum ersten Mal im 6. Jahrhundert erwähnt. Im Mittelalter haben sich zahlreiche Legenden um den von der Madonna geküssten Guldenmund gebildet. Zahlreiche Voraussagen hätten sich auf wundersame Weise an seiner Person erfüllt.

Johannes Chrysostomos’ umfangreiches Werk enthält Homilien, Briefe, Abhandlungen und Liturgien. Er ist der Schutzherr der Redner, und sein Festtag ist der 13. September.

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