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Windows Live® Suchergebnisse FeuerverehrungEnzyklopädieartikel
Feuerverehrung, religiöse Verehrung des Feuers als eines göttlichen bzw. heiligen Elements. Wie auch die Sonnenverehrung, die von der Feuerverehrung nicht immer deutlich zu unterscheiden ist, stellt die Anbetung des Feuers eine der ältesten Formen der Religion dar. Dabei kann die Flamme selbst Objekt der Verehrung sein oder aber als die stoffliche Manifestation einer Gottheit oder eines Feuergeistes betrachtet werden. In nahezu allen Mythologien existieren Geschichten über die Art und Weise, wie das Feuer zu den Menschen gekommen ist. In der griechischen Mythologie stiehlt der Titan Prometheus das Feuer vom Olymp, der Heimstatt der Götter, oder er entzündet eine Fackel an den Strahlen, die vom Wagen des Sonnengottes Phöbus ausgehen. Bei den Bewohnern der Cook-Inseln im Südpazifik gibt es eine Legende, in der der Held Maui in die Unterwelt hinabsteigt, wo er lernt, ein Feuer zu machen, indem man zwei Hölzer aneinanderreibt. Die frühen Einwohner der Karolinen-Inseln glaubten, dass der Vogel Mwi das Feuer von den Göttern auf die Erde brachte, indem er es in seinem Schnabel trug und dann im Inneren der Bäume versteckte. So erhielten die Menschen Feuer, indem sie zwei Holzstücke aneinanderrieben. Ebenso wie die amerikanischen Eingeborenenvölker hatten auch die Stämme Westafrikas ihre Feuergeister. Die mexikanischen Azteken verehrten den Feuergott Xiuhtecutli, der einige Ähnlichkeit mit dem Sonnengott aufwies. Auch die peruanischen Inka kannten den Kult eines Feuergottes. Etliche semitische Völker beteten den Feuergott Moloch an und suchten ihn durch die Opferung ihrer erstgeborenen Kinder zu besänftigen. Auch die Ägypter und andere Völker der Alten Welt opferten ihren Feuergöttern. Die Feuerverehrung nahm in den religiösen Riten der frühen indoeuropäischen Völker eine zentrale Stellung ein. Die Germanen durften das zur Abwehr von Dämonen entzündete Herdfeuer nicht verlöschen lassen. Im Prähinduismus war das Feueropfer eine der ersten Handlungen der Morgenandacht, es gab mehr Hymnen an den Feuergott Agni als an jede andere Gottheit. Im Altertum war bei den Griechen die Verehrung Hestias, der Göttin des Herdes, und des Hephaistos, des Feuergottes, wie auch die Verehrung der römischen Pendants Vesta und Vulkan integraler Bestandteil der Religion. Die Feuerverehrung war auch bei den slawischen Völkern des Altertums weit verbreitet. Die Kelten beteten zu Bridget, der Schutzherrin über Feuer, Herd und Fruchtbarkeit. Am weitesten ausgebildet war die Verehrung des Feuers jedoch im Zoroastrismus, einer Religion im alten Persien, zu dem als entscheidendes Merkmal die zeremonielle Bewahrung der Flamme gehörte. Die Parsen glaubten, das Feuer sei die irdische Manifestation des Göttlichen, des himmlischen Lichtes. Die Bezeichnung für einen „Priester” in den parsischen Schriften lautet athravan, „zum Feuer gehörig”. Die Eroberung Persiens durch die Muslime fand ihr Symbol in der Auslöschung der heiligen Flamme in den Tempeln, und als die Parsen als Flüchtlinge ins indische Exil gingen, war das heilige Feuer, das sie bei sich trugen, sowohl Zeichen ihrer Nationalität als auch ihres Glaubens. In engem Zusammenhang mit der Feuerverehrung steht die religiöse Zeremonie des Feuerlaufes. Diese Zeremonie wurde zu allen Zeiten von vielen Völkern ausgeübt und ist noch heute in Tahiti, Trinidad, Mauritius, Indien, Japan und auf den Fidschi-Inseln verbreitet. Bei der Zeremonie laufen ein Priester und weitere Teilnehmer mit bloßen Füßen über glühend heiße Steine. Verschiedene Modelle versuchen zu erklären, warum die Feuerläufer offenkundig keine Schmerzen empfinden und keine Verbrennungen erleiden, wobei keiner dieser Erklärungsversuche völlig überzeugend ist. Festgestellt hat man inzwischen, dass religiöse Ekstase bei den Teilnehmern zu vorübergehender Schmerzunempfindlichkeit führen kann. Auch vermutet man, dass die Teilnehmer am Ritual, besonders in Indien, durch die Flammen liefen, ohne in Kontakt mit dem Feuer zu kommen.
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