Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Wittelsbacher", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wittelsbacher |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse WittelsbacherEnzyklopädieartikel
Wittelsbacher, Herrscherdynastie, die von 1180 bis 1918 in Bayern regierte. Der erste urkundlich bezeugte Wittelsbacher war Graf Otto von Scheyern, der um die Mitte des 11. Jahrhunderts Hochstiftsvogt von Freising war. Graf Otto IV. von Scheyern (gestorben 1156), ab 1120 Pfalzgraf in Bayern, benannte sich erstmals 1115 nach der nordöstlich von Augsburg an der Paar gelegenen Stammburg Wittelsbach. Dessen Sohn Otto (als Herzog Otto I.) wurde von Kaiser Friedrich I. 1180 nach dem Sturz Heinrichs des Löwen mit dem Herzogtum Bayern belehnt. In der Folge bauten die Wittelsbacher ihre Herrschaft kontinuierlich aus. Herzog Otto II., der Enkel Ottos I., gewann Anfang des 13. Jahrhunderts durch Heirat die Pfalzgrafschaft bei Rhein für die Wittelsbacher, die bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts durch Erbe von Nebenlinien und anderen Adelshäusern ihren Hausbesitz in Bayern bedeutend erweitern konnten. 1255 teilten sich die Wittelsbacher in eine oberbayerische (mit der Rheinpfalz) und eine niederbayerische Linie. Kaiser Ludwig IV., der Bayer, aus dem oberbayerischen Zweig löste 1329 im Hausvertrag von Pavia die Rheinpfalz (mit der Oberpfalz) von Bayern ab. Mit der Goldenen Bulle von 1356 erhielt die pfälzische Linie die Kurwürde und damit großen Einfluss auf die Reichspolitik, und mit Ruprecht von der Pfalz stellte sie von 1400 bis 1410 den römischen König. Die bayerischen Gebiete waren von 1340 bis 1349 kurzzeitig wieder vereint, danach wurden sie zunächst wieder in eine ober- und eine niederbayerische Linie geteilt, 1392 in die Linien Bayern-München, Bayern-Ingolstadt und Bayern-Landshut. Die beiden letzteren erloschen 1447 bzw. 1503, und 1505 konnte Herzog Albrecht IV., der Weise, aus der Münchner Linie den bayerischen Besitz der Wittelsbacher wieder in einem Haus vereinen. Unter Herzog Maximilian I. kam 1623 die pfälzische Kurwürde an Bayern (für die Pfalz wurde 1648 eine neue, die 8. Kurwürde geschaffen) und 1628 die Oberpfalz. Mit Karl VII. war von 1742 bis 1745 noch einmal ein bayerischer Wittelsbacher Kaiser. Die pfälzische Linie hatte sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts in mehrere Zweige aufgeteilt. Die Zweibrücker Linie stellte von 1654 bis 1720 den schwedischen König, und Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach übernahm 1777, nach dem Aussterben der bayerischen Hauptlinie, das Herzogtum Bayern. Mit Karl Theodors Tod 1799 erlosch auch die Linie Pfalz-Sulzbach. Das wittelsbachsche Erbe übernahm die Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, der einzige noch existierende Zweig der Wittelsbacher. Ab 1806 regierten die Wittelsbacher in Bayern als Könige. Daneben bestand eine herzogliche Linie, der u. a. Elisabeth, die Frau des Kaisers Franz Joseph I. von Österreich, entstammte. 1918 dankten die Wittelsbacher als Herrscherhaus in Bayern ab.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |