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Nanjing

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TaipingaufstandTaipingaufstand

Nanjing, auch Nanking, Stadt im Osten von China, Hauptstadt der an das Gelbe Meer grenzenden Provinz Jiangsu. Nanjing verfügt über einen Hafen am rechten Ufer des Jangtsekiang, etwa 300 Kilometer oberhalb von dessen Mündung.

Die Stadt ist ein moderner Industriestandort; zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen gehören neben der traditionellen Herstellung von Porzellan und Textilien vor allem die petrochemische Industrie (Verarbeitung von Erdöl), Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Produktion von Eisen, Stahl, chemischen Erzeugnissen und elektronischen Geräten.

In Nanjing befinden sich mehrere höhere Bildungseinrichtungen, darunter die Universität (gegründet 1902), die Technische Universität, das Priesterseminar (gegründet 1952), Forschungsanstalten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und ein Observatorium, dem ein Museum mit astronomischen Geräten angegliedert ist. Zu den herausragenden Bauwerken gehört die 1968 fertig gestellte Brücke über den Jangtsekiang; ihre untere Ebene dient dem Schienenverkehr, über die obere Ebene verläuft der Autoverkehr. Das Mausoleum des Sun Yatsen (erbaut 1925-1929) umfasst eine aus weißem Granit erbaute Gedenkhalle mit einer Marmorstatue des Politikers und Revolutionärs. Zwei Türme erheben sich im Stadtzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander: Der von einem zweistöckigen Pavillon gekrönte Trommelturm (1382) und der Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Glockenturm mit seiner etwa 23 Tonnen schweren Bronzeglocke aus dem 14. Jahrhundert.

Nanjing wurde im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war unter verschiedenen Namen zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert n. Chr. sowie im 10. Jahrhundert Hauptstadt von insgesamt acht Dynastien. 1368 wurde die nun erstmals Nanjing genannte Stadt südliche Metropole der Ming-Dynastie. Nach der 1421 erfolgten Verlegung der Residenz nach Peking wurde Nanjing zweite Hauptstadt und blieb ein wichtiges Zentrum des Schiffbaus. Der 1842 geschlossene Vertrag von Nanking (Nanjing) beendete den Opiumkrieg. Die Stadt wurde 1853 Zentrum der Taipingbewegung und bei der Niederschlagung des Taipingaufstandes 1864 schwer beschädigt.

Sun Yatsen machte die Stadt 1912 zur vorläufigen Hauptstadt der neu entstandenen Republik China. 1927 geriet Nanjing unter die Herrschaft der Kommunisten und wurde nach der Rückeroberung durch die Nationalisten unter Chiang Kai-shek 1928 Reichshauptstadt. Von 1937 bis 1945 stand die Stadt unter der Kontrolle der Japaner. Nach dem 2. Weltkrieg war Nanjing bis zur Eroberung durch die Kommunisten 1949 Hauptstadt der Republik China. Nach der Ernennung von Peking als Hauptstadt der Volksrepublik China wurde Nanjing zum Zentrum der Schwerindustrie aufgebaut. Seit 1952 ist die Stadt Provinzhauptstadt.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,74 Millionen.

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