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IndonesienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Überfüllte Wohnungen, fehlende sanitäre Einrichtungen und verunreinigtes Wasser sind die Ursachen für die gravierenden Probleme im indonesischen Gesundheitswesen. Mit verschiedenen Programmen versucht die Regierung gegen die mangelhaften hygienischen Zustände sowie gegen die mit Drogensucht und Prostitution verbundenen sozialen Probleme vorzugehen. Die medizinische Versorgung ist in den urbanen Zentren ausreichend, in den ländlichen Gebieten unzulänglich. Auf einen Arzt kommen 6 159 Einwohner. Die Kindersterblichkeit liegt bei 31 Kindern je 1 000 Lebendgeburten. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,3 Prozent. Es gibt eine knapp ausgebildete Arbeitslosenunterstützung, aber kein ausgebautes Sozialversicherungssystem.
Es besteht eine Schulpflicht von sechs Jahren. Auf sechs Jahre Grundschule folgen drei Jahre „junior level” und danach weitere drei Jahre „senior level”. Die Alphabetisierungsrate liegt bei etwa 89,5 Prozent (2005). Das Schulsystem gleicht dem der Niederlande, bei dem die Lehrpläne der höheren Schulen in die Schwerpunkte Mathematik, Sprachen und Wirtschaft unterteilt werden. Englisch ist Pflichtfach, Deutsch kann ab der 12. Klasse zusätzlich gewählt werden. Indonesien besitzt etwa 50 staatliche und mehr als 1 000 private Hochschulen, an denen etwa 1,2 Millionen Studenten eingeschrieben sind, das sind 5 Prozent eines Jahrgangs. Zu den Lehranstalten mit den höchsten Studentenzahlen zählen die University of Indonesia (gegründet 1950) in Jakarta, die Pajajaran State University (1957) in Bandung und die Gajah Mada University (1949) in Yogyakarta.
In Indonesien gibt es etwa 20 große Bibliotheken, vor allem in den Städten Bandung, Bogor, Jakarta und Yogyakarta. Das Staatsarchiv und die Bibliothek des Nationalmuseums (360 000 Bände) befinden sich in Jakarta, wie auch die Nationalbibliothek (750 000 Bände) mit einer Reihe Sondersammlungen. Das Bali Museum befindet sich in Denpasar.
Die indonesische Kultur hat Einflüsse der verschiedenen hier ansässigen ethnischen Gruppen und ihrer Kulturen aufgenommen. Hinduismus und Buddhismus prägten vor allem die Architektur und Bildhauerei des Landes (siehe buddhistische Architektur). Der arabische Einfluss weitete sich seit dem 13. Jahrhundert vor allem über die Lehren des Islam aus (siehe islamische Kunst und Architektur). Ferner haben südostasiatische und polynesische Kulturen die Inseln geprägt und nicht zuletzt chinesische und holländische Bevölkerungsgruppen. Zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren Indonesiens gehört der 1925 geborene Pramoedya Ananta Toer, der unter dem Suharto-Regime Repressionen ausgesetzt war. Offiziell sind seine Bücher in Indonesien bis heute verboten. Mehrere seiner Romane sind in deutscher Übersetzung erschienen. Zu Musik, Tanz und Kunst siehe indonesische Musik; indonesischer Tanz; südostasiatische Kunst und Kultur; ozeanische Kunst und Architektur.
Der staatliche Rundfunk Radio Republik Indonesia betreibt 49 lokale und regionale Sendeanstalten und erreicht ungefähr 32,8 Millionen Empfänger. Das gesamte Rundfunkwesen untersteht dem Informationsministerium. Eine staatliche Fernsehanstalt nahm 1962 den Sendebetrieb auf und versorgt schätzungsweise 32 Millionen Empfänger; private Fernsehanstalten senden seit 1989. Auch im Bereich des Pressewesens besteht staatliche Kontrolle in Form eines Presserates. Mitte 1994 wurden den drei größten Wochenzeitungen Editor, De Tik und Tempo die Lizenzen entzogen, da diese kritisch über die Lage in Osttimor berichtet hatten. Der größte Teil der indonesischen Tageszeitungen, wie z. B. Kompas, Pos Kota und Berita Buana, erscheint in Jakarta. Die Lage der Pressefreiheit wird von der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen als „besorgniserregend” eingeschätzt. Kritische Journalisten müssen in Indonesien mit Repressalien rechnen. In den letzten Jahren wurden vor allem in Osttimor mehrere Journalisten getötet.
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