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IndonesienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Indonesien gibt es drei große Parteien. Die Golongan Karya (Golkar, gegründet 1964) ist eine Vereinigung verschiedener so genannter funktioneller Gruppen, die Arbeiter, Kleinbauern und andere Interessengruppen (einschließlich des Militärs) repräsentieren. Die Vereinigte Entwicklungspartei (Partai Persatuan Pembangunan, PPP, 1973) hat eine starke Orientierung zum Islam. Die Demokratische Partei Indonesiens (Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan, PDI-P, 1973) ist eine Vereinigung nationalistischer und christlicher Gruppierungen. Darüber hinaus gibt es weitere kleine Parteien.
Die Streitkräfte Indonesiens wurden 1967 vereinigt und der Verwaltung des Ministeriums für Verteidigung und Sicherheit unterstellt. Seither hat die Militärführung entscheidenden Einfluss und verfügt über eine Gesamtstärke von 302 000 Soldaten (Heer 233 000 Mann, Luftwaffe 24 000 Mann, Marine 45 000 Mann; 2004).
Wichtige wirtschaftliche Stützen Indonesiens bilden Erdgas und Erdöl. Das OPEC-Mitglied ist weltweit der bedeutendste Exporteur von Flüssiggas und zählt zu den großen Erdölförderstaaten der Erde. Beim Abbau von Zinnerzen steht Indonesien weltweit an Position zwei. Ein weiterer Wirtschaftsfaktor ist der Fremdenverkehr. Trotzdem ist die Wirtschaftsstruktur weitgehend vom Agrarsektor geprägt. So ist beispielsweise gut die Hälfte aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Der größte Teil der Bevölkerung betreibt Subsistenzlandwirtschaft, Fischfang und Forstwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 364 790 Millionen US-Dollar (2006). Hiervon erwirtschafteten Industrie und Dienstleistungssektor je 40 Prozent, während der Agrarsektor 20 Prozent erzielte. Mitte 1997 wurde auch Indonesien von der schweren Wirtschafts- und Währungskrise in Südostasien erfasst. Allein die Inflationsrate stieg von 9,7 Prozent (1997) auf mehr als 46 Prozent (1998). Der enorme Verfall der Landeswährung führte Anfang 1998 zu starken Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel sowie Güter des täglichen Bedarfs. Vor diesem Hintergrund kam es 1998 immer wieder zu heftigen Unruhen, bei denen mehrere Hundert Tote zu beklagen waren. Dadurch wurde auch eine schwere Staatskrise ausgelöst; eine Folge war u. a. der Rücktritt Präsident Suhartos am 21. Mai 1998.
Normalerweise sind tropische Böden aufgrund der hohen Niederschläge sehr nährstoffarm und nur für wenige Jahre für die Landwirtschaft nutzbar. Aufgrund der zahlreichen vulkanischen Aschenregen wurden den Böden Indonesiens jedoch immer wieder Nährstoffe zugeführt. Sie sind, vor allem auf Java, äußerst fruchtbar und gestatten drei Ernten in zwei Jahren. Ungefähr 42 Prozent der annähernd 109 Millionen Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, sei es als Kleinbauern oder als Arbeiter auf den Plantagen. Hier werden Kautschuk (weltweit an zweiter Stelle), Tabak, Zuckerrohr, Palmkerne (weltweit an dritter Stelle), Kaffee (weltweit an vierter Stelle), Tee und Kakao angebaut. Das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung ist Reis. Der größte Teil davon wird auf Java angebaut. Weitere bedeutende Produkte sind Maniok, Mais, Süßkartoffeln, Kokosnüsse, Sojabohnen, Erdnüsse. Mit Hilfe der Bildung von Kooperativen und Banken für Kleinbauern konnten die Ernteerträge und der Anteil der Exportware gesteigert werden. Demgegenüber spielt die Viehwirtschaft eine nur untergeordnete Rolle. Die Tierhaltung umfasst vor allem Ziegen, Rinder, Schafe, Büffel, Schweine und Hühner.
Etwa zwei Drittel Indonesiens bestanden ursprünglich aus tropischem Regenwald; ausgedehnte Wälder befinden sich noch auf Borneo und Sumatra sowie im östlichen Landesteil. Beinahe alle Wälder sind in staatlichem Besitz. Über 80 Prozent des Holzeinschlags werden als Brennholz verwendet. Ferner werden bedeutende Mengen an Edelhölzern für die Möbelindustrie geschlagen, u. a. Teakholz und Ebenholz; außerdem werden Bambus und Rotangpalmen (für die Rattangewinnung) genutzt. Indonesien ist weltweit führender Exporteur von Sperrholz. Unbearbeitetes Holz darf seit 1985 nicht mehr exportiert werden, um die ökologisch verheerende Waldzerstörung einzudämmen. Für die Gesamtwirtschaft ist der Fischfang nur von untergeordneter Bedeutung. Fische bzw. Meerestiere sind jedoch wichtiger Bestandteil des Speiseplanes. Gefangen werden Thunfische, Makrelen, Stachelmakrelen, Sardinen, Karpfen und Garnelen.
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