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IndonesienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der Schiffsverkehr von Insel zu Insel ist für die indonesische Wirtschaft sehr wichtig. Seit der Unabhängigkeit 1949 haben die Erneuerung und der Ausbau der Werftanlangen nur geringe Fortschritte gemacht. Die wichtigsten internationalen Handelshäfen liegen in der Nähe von Jakarta und Surabaya auf Java sowie bei Medan auf Sumatra. Auf Borneo und Celébes gibt es kleinere Häfen. Die Erschließung mit Straßen und Schienen ist nur sehr unzureichend. Es gibt 368 360 Kilometer Straßen (2002), davon sind 58 Prozent asphaltiert (2002). Das Schienennetz des Landes hat eine Länge von 6 458 Kilometern (2003) und umfasst beinahe ausschließlich die Inseln Sumatra, Java und Madura. Die wichtigste internationale Fluglinie ist die staatliche Garuda Indonesian Airways. Die größten Flughäfen liegen bei Jakarta, Medan und Denpasar.
86,6 Prozent des indonesischen Stromverbrauchs werden mit Hilfe von Wärmekraftwerken erzeugt, 7,7 Prozent mit Wasserkraftwerken und etwa 5,7 Prozent wird mit Windenergie produziert.
Zeugnisse einer der ältesten Formen menschlichen Lebens (Pithecanthropus erectus oder Homo erectus, auch Java-Mensch genannt) wurden in Trinil, Sangiran und Mojokerto auf Java gefunden. Diese und weitere Skelettfunde ließen Zusammenhänge mit Hinterindien erkennen und bewiesen, dass es während der letzten Eiszeit aufgrund des niedrigeren Meeresspiegels eine Landverbindung nach Indien gegeben hat. Jüngere Skelettfunde gehörten australiden und melanesiden Menschentypen an. Von den in der Jungsteinzeit eingewanderten Weddiden fand man in Höhlen auf den östlichen Inseln Rechteckbeile und Malereien. Diese Geräte wurden ebenfalls in Indien verwendet. Um 3000 bis ungefähr 1000 v. Chr. wanderten protomalaiische Stämme nach Indonesien ein und verdrängten die weddide und die melaneside Bevölkerung. Vor 2 000 Jahren hatten einige Küstenvölker vermutlich bereits künstlich bewässerten Nassreisbau (sawah) entwickelt. Bronze wurde um 300 v. Chr. von Nordvietnam, Thailand oder China aus in den Archipel eingeführt. In den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung drang der indische Einfluss auf den Inseln immer weiter vor; Händler und Priester führten den Hinduismus und den Buddhismus ein. Der Handel zwischen dem Golf von Bengalen und Indonesien begann vermutlich in den ersten beiden Jahrhunderten n. Chr. Ein direkter Kontakt zu China begann vermutlich zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert n. Chr. Aus Indonesien wurden Gewürznelken, Baumharze und Kampfer exportiert. Steininschriften auf Java aus der Mitte des 5. oder 6. Jahrhunderts lassen auf die Existenz eines weit reichenden hinduistischen Königreiches auf Java namens Taruma schließen (mit dem Zentrum in der Nähe des heutigen Jakarta); das Bewässerungssystem wurde ausgeweitet. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts gab es in Indonesien und den umliegenden Gebieten mehrere Königreiche.
Im 7. Jahrhundert hatten sich zwei verschiedene Herrschaftssysteme herausgebildet: die Seehandelsreiche entlang der Küsten von Sumatra, Nordjava, Borneo (Kalimantan), Sulawesi (siehe Celébes) und weiteren östlichen Inseln und andererseits die landwirtschaftlich geprägten Reiche im Hinterland, vor allem in Ost- und Mitteljava. Das größte Seereich war Srivijaya an Sumatras Südostküste, das Ende des 7. Jahrhunderts ein Zentrum für den Handel mit Indien und China bildete und circa 500 Jahre lang eine Monopolstellung im Handel mit China einnahm. Von diesem Reich ist wenig bekannt, da es kaum archäologische Funde oder Ruinen gibt. Im Gegensatz dazu hinterließ das im 8. Jahrhundert gegründete Reich der Shailendra auf Java riesige Tempelanlagen und zahlreiche Inschriften als Beleg für das Ausmaß des indischen Einflusses auf ihre Religion und Staatsorganisation. Die Shailendras ließen in der Mitte des 9. Jahrhunderts die gewaltige Tempelanlage von Borobudur errichten. Sämtliche javanischen Königreiche stützten sich auf den Nassreisbau und verfügten über eine komplexe hierarchische Verwaltungsstruktur, an deren Spitze ein gottähnlicher König stand. König Sanjaya regierte von 732 bis 778. Er beherrschte den östlichen und den zentralen Teil der Insel. Aus ungeklärten Gründen verlagerte sich das Zentrum des Königreiches Anfang des 10. Jahrhunderts nach Osten, der Einfluss der Hindus auf den Staat nahm ab. Unter Sindok (Regierungszeit 929-947) und später gemeinsam mit Bali unter Airlangga zeigte das ostjavanische Königreich ein zunehmendes Interesse am Überseehandel. 1222 gründete Angrok (Regierungszeit 1222-1227) nach einer Periode der Teilung das Königreich Singhasari. Unter dem buddhistischen König Kertanagara (Regierungszeit 1268-1292) wurde der Herrschaftsanspruch über Gebiete auf Sumatra, die vormals zum Reich von Srivijaya gehörten, gefestigt. Kertanagaras Nachfolger Vijaya (Regierungszeit 1293-1309) wehrte eine Mongoleninvasion auf Java ab und gründete im Jahr 1293 Majapahit, das größte javanische Reich. Majapahit beherrschte unter Hayam Wuruk einen großen Teil des heutigen Indonesien und Teile von Malaya.
Ende des 13. Jahrhunderts traten die ersten Staaten an der Küste Nordsumatras zum Islam über; der erste muslimische Herrscher war Sultan Malik al Saleh von Pasai. Kaufleute, anfangs aus Südindien und Gujarat, verkündeten die neue Religion, die sich zunächst langsam ausbreitete. Der Aufstieg des Sultanats Malakka an Malayas Westküste beschleunigte ihren Vormarsch jedoch enorm. 1436 hatte sich Malakka zum bedeutendsten Handelszentrum Südostasiens entwickelt. Über seine kommerzielle und politische Macht hinaus wurde Malakka auch das bedeutendste Zentrum für die Verbreitung des Islam. Der Niedergang des Reiches Majapahit Anfang des 16. Jahrhunderts war die Folge. 1511 eroberten die Portugiesen unter der Führung Afonso d’Albuquerques Malakka. Ihr Eindringen veränderte das bestehende Handelsnetz im Archipel: Mehrere mächtige und miteinander rivalisierende muslimische Staaten eröffneten neue Handelsrouten. Das muslimische Aceh im Norden Sumatras war im 16. Jahrhundert der stärkste Widersacher der Portugiesen in Malakka. Die Portugiesen griffen es immer wieder an, teils allein und teils vereint mit anderen muslimischen Staaten. Unter Sultan Iskandar Muda kontrollierte Aceh bis auf den äußersten Süden sämtliche Handelshäfen für Pfeffer auf Sumatra. Die Macht dieses Reiches reichte bis zur Malaiischen Halbinsel. Zwei weitere bedeutende Handelsstaaten waren Makassar im Südwesten Sulawesis, das 1603 zum Islam übertrat, und Bantam, der muslimische Nachfolger des Hindu-Königreiches Sunda in Westjava, das auch Südsumatra (und damit die gesamte Sundastraße) kontrollierte. Ende des 16. Jahrhunderts entstand in Mitteljava das muslimische Königreich Mataram und eroberte zahlreiche Fürstentümer an der Küste von Java. Lediglich Bali trat nicht zum Islam über, sondern blieb hinduistisch.
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