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Windows Live® Suchergebnisse LeukämieEnzyklopädieartikel
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Leukämie, Krebserkrankung des Blut bildenden Knochenmarks, umgangssprachlich auch als Blutkrebs bezeichnet. Leukämie ist durch eine Überproduktion unreifer, atypischer Leukozyten (weißer Blutkörperchen) gekennzeichnet. Durch die Überzahl unreifer Leukozyten kommt es zu einem Mangel an gesunden Blutzellen aller Typen und dadurch u. a. zur Infektanfälligkeit und zu Blutungen.
Die genaue Ursache der meisten Leukämien ist unbekannt. Energiereiche ionisierende Strahlung, wie sie in Form von Röntgenstrahlung und bei der Kernspaltung auftritt (und z. B. beim Reaktorunfall von Tschernobyl freigesetzt wurde), kann diese Erkrankung auslösen, ebenso die Einwirkung bestimmter Chemikalien wie Benzol. Einer vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz 2007 veröffentlichten Studie zufolge waren in den Jahren 1980 bis 2003 mehr als doppelt so viele unter fünfjährige Kleinkinder, die im Umkreis von fünf Kilometern um Kernkraftwerke lebten, an Leukämie erkrankt, als dies von der statistischen Wahrscheinlichkeit her zu erwarten war (37 statt 17 Kinder). Da die natürliche Strahlenbelastung erheblich höher ist als die von Kernkraftwerken ausgehende, ist das Ergebnis strahlenbiologisch allerdings nicht erklärbar. Ob ein Zusammenhang zwischen der Einwirkung elektromagnetischer Felder (so genannter Elektrosmog) und dem Leukämie-Risiko bei Kindern besteht, ist nicht bewiesen. Die Rolle von Viren wird untersucht, einige Formen der Leukämie werden auch mit bestimmten chromosomalen Anomalien bzw. einer genetischen Prädisposition in Verbindung gebracht. Akute lymphatische Leukämie (ALL), die in Deutschland mit jährlich etwa 500 bis 600 neuen Fällen häufigste Krebserkrankung im Kindesalter, gilt als fehlgeleitete Immunreaktion auf eine herkömmliche Infektion, bei der Krebszellen entstehen. So leiden Kindergartenkinder offenbar deswegen seltener an ALL, weil sie häufiger mit Krankheitserregern in Berührung kommen und ihr Immunsystem daher besser entwickelt ist (British Journal of Cancer, 2002). Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 2006 erkranken in Deutschland jährlich etwa 10 000 Menschen neu an Leukämie.
Leukämien lassen sich nach den Blutzelltypen einteilen, die im Blutkreislauf vorherrschen. So sind myeloische Leukämien durch eine Wucherung der Myeloblasten gekennzeichnet, lymphatische Leukämien durch unreife Lymphozyten und monozytische Leukämien durch unreife Monozyten (Myeloblasten sind Vorläuferzellen von Granulozyten; Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten sind drei Gruppen von Leukozyten, also weißen Blutzellen). Man unterscheidet außerdem zwischen akuter und chronischer Leukämie. Akute Leukämie tritt am häufigsten bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Die chronische Form der Leukämie kommt meist bei Erwachsenen mittleren Alters vor. Die klinischen Symptome der akuten Leukämie sind unregelmäßiges Fieber, Blutungsneigung an Zahnfleisch, Schleimhäuten und unter der Haut sowie rasch fortschreitende Anämie (Blutarmut). Chronische myeloische Leukämie ist zudem durch eine Vergrößerung der Milz gekennzeichnet, chronische lymphatische Leukämie durch Anschwellen der Lymphknoten.
Sowohl Strahlen- als auch Chemotherapie werden zur Behandlung von Leukämie eingesetzt. Beide Methoden basieren darauf, dass sie Krebszellen stärker angreifen als gesunde Zellen. Wenn auf anderen Wegen kein Erfolg erzielt wird, kann eine Knochenmarkstransplantation durchgeführt werden. Bei erfolgreicher Transplantation entstehen aus dem transplantierten Knochenmark gesunde Blutzellen. Voraussetzung für eine Transplantation ist, dass Spender und Empfänger des Knochenmarks übereinstimmende Gewebsverträglichkeitsmerkmale (siehe Histokompatibilität) aufweisen. Für etwa ein Viertel der Patienten stimmen diese Merkmale bei einem Familienmitglied überein, für die anderen Patienten muss ein fremder Spender gefunden werden. Um in Deutschland die Suche nach einem geeigneten Spender zu erleichtern, wurde die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gegründet, bei der 2006 mehr als 1,3 Millionen potentielle Spender registriert waren. Damit die im Körper verbliebenen Krebszellen in Schach gehalten werden, wendet man auch nach einer Transplantation Bestrahlung und Chemotherapie an. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Leukämie beträgt durchschnittlich etwa 45 Prozent, bei Kindern ist sie deutlich höher als bei Erwachsenen.
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