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Ben Jonson

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Ben JonsonBen Jonson

Ben Jonson (1572-1637), englischer Dichter. Seine klassische Bildung, satirische Begabung und sein brillanter Stil machten ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit der englischen Literatur.

Benjamin (Ben) Jonson wurde vermutlich am 11. Juni 1572 in London geboren. Er besuchte die Westminster School und erlernte danach bei seinem Stiefvater das Maurerhandwerk. Nachdem er als Soldat des englischen Heeres im Krieg gegen Spanien in Flandern gekämpft hatte, schloss er sich als Schauspieler und Stückeschreiber 1592 einer Londoner Theatertruppe an, wo er auch Stücke aus deren Repertoire überarbeitete.

Jonsons erstes eigenes Stück trug den Titel Every Man in His Humour (Jedermann auf seine Art) und wurde 1598 von der Lord Chamberlain’s Company aufgeführt. In seiner Handlung orientierte sich das Stück an den Werken des römischen Komödiendichters Plautus, wurde jedoch von Jonson an englische Verhältnisse angepasst. Sein nächstes Bühnenstück war Every Man Out of His Humour (1599). Das längste Stück in der englischen Theatergeschichte erwies sich als kompletter Misserfolg. Mit den beiden ähnlich angelegten Stücken legte Jonson den Grundstein für die Comedy of humours, einer Art Typenkomödie mit Charakteren, deren Wesenszüge betont und bloßgestellt werden. Während der folgenden vier Jahre verfasste er etliche weitere Komödien, in denen er andere Schriftsteller satirisch porträtierte (so z. B. die englischen Dramatiker Thomas Dekker und John Marston). Dekker und Marston reagierten darauf mit einem Gegenangriff in Satiromastix (1600). Die literarische Fehde wurde später beigelegt: 1604 veröffentlichten Jonson und Dekker gemeinsam das Stück The King’s Entertainment. Aus der Zusammenarbeit Jonsons mit Marston und George Chapman ging Eastward Ho (1605) hervor.

Nach 1603 schrieb Jonson Maskenspiele zur Aufführung am Hof König Jakobs I.; 1616 wurde er Poeta laureatus bei Hofe. Die Maskenspiele zeugen von Jonsons großer Belesenheit und seiner Vielseitigkeit, sie sind geistreich geschrieben und bringen sein lyrisches Talent zum Ausdruck. Zu diesen Maskenspielen zählen beispielsweise The Satyr (1603), Masque of Beauty (1608) und Masque of Queens (1609). Sie wurden üblicherweise mit aufwendig gestalteten Bühnenbildern nach italienischem Vorbild inszeniert, die der angesehene englische Architekt und Bühnenbildner Inigo Jones entwarf.

Neben den höfischen Maskenspielen verfasste Jonson während dieser Zeit weiterhin auch Dramen. So entstanden die zwei historischen Tragödien Sejanus His Fall (1603, Der Sturz des Sejanus) und Catiline His Conspiracy (1611, Die Verschwörung des Catilina) sowie die vier hervorragenden Lustspiele, auf denen sich sein Ruhm als Dramatiker in erster Linie gründet: Volpone, or, The Fox (1606, Volpone oder der Fuchs), Epicoene, or the Silent Woman (1609, Epicoene oder das stille Frauenzimmer), The Alchemist (1610, Der Alchemist) und Bartholomew Fayre (1614, Bartholomäusmarkt). Darüber hinaus schrieb Jonson Epigramme, Episteln und lyrische Gedichte, die gesammelt in The Forest (1616) und dem posthum erschienenen Band Underwoods (1640) veröffentlicht wurden. Der Band The Forest enthält das berühmteste lyrische Gedicht „Drink to Me Only with Thine Eyes”. Mit seinen später entstandenen Dramen wie The Tale of a Tub (1633) war Jonson zwar weniger erfolgreich, seine Position als führender Schriftsteller seiner Zeit wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Trotz seiner gelegentlichen literarischen Fehden mit anderen Schriftstellern galt Jonson als unbestrittener Vorsitzender und führender Kopf einer Gruppe von Schriftstellern, die regelmäßig in der Mermaid Tavern im Londoner Bezirk Cheapside zusammenkam. Sein Einfluss auf die englische Literatur während der ersten Herrschaftsperiode des Hauses Stuart geht weniger auf seine schöpferische Tätigkeit als talentvoller Schriftsteller als vielmehr auf seine kritischen Theorien zurück. Er war bestrebt, das englische Drama als Literaturgattung zu fördern und suchte dies durch Verwendung klassischer Formen und Regeln zu erreichen. Insbesondere wandte er sich gegen eine Vermischung von Tragödie und Komödie und engagierte sich als Verfechter der aristotelischen Dramatik, die für ihn einen höheren Stellenwert hatte als der weniger regelgebundene und lebendigere Dramenaufbau, wie ihn z. B. Shakespeare vertrat. Jonsons Werk hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Komödie während der Restauration sowie im 19. und 20. Jahrhundert. Seine Bedeutung aus heutiger Sicht beruht vor allem auf seinen Sittenkomödien, in denen er das damalige Alltagsleben Londons geistreich und unterhaltsam darstellte. Jonson starb am 6. August 1637 in London.

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