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Saint John’s

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Saint John’sSaint John’s

Saint John’s, Hauptstadt der kanadischen Provinz Newfoundland and Labrador, auf der Halbinsel Avalon, im Südosten der Insel Neufundland.

Die größte Stadt der Provinz verfügt über einen bedeutenden Seehafen und ist Handels- und Produktionszentrum. Textilien, Nahrungsmittel, Fischfanggeräte, Möbel und Maschinen werden hier hergestellt. Trotz der umfangreichen industriellen Produktion wurden nach dem Beitritt Neufundlands zu Kanada (1949) die billigeren kanadischen Waren vom Festland in die Provinz eingeführt, was den Zusammenbruch der Industrie in der Stadt zur Folge hatte. Auch das Umschlagvolumen im Hafen ging stark zurück. Die Fertigstellung einer asphaltierten Schnellstraße quer über die Inseln Neufundlands im Jahr 1965 ermöglichte es den Fabrikanten, Saint John’s zu umgehen und ihre Waren direkt über die neue Straße zu den Städten auf den anderen Inseln zu transportieren. Der Rückgang des kommerziellen Kabeljau-Fischfanges, eines ehemals wichtigen Wirtschaftszweiges in Saint John’s, wirkte sich ebenfalls negativ auf die wirtschaftliche Lage der Stadt aus. Erst ein großangelegtes Programm der Regierung zur Unterstützung der Wirtschaft half der Stadt, den industriellen Niedergang zu beenden.

Saint John’s beheimatet die Memorial University of Newfoundland (1925) und das Confederation Building (1959 eröffnet), Sitz der Provinzregierung. Sehenswert sind die Signal Hill National Historic Site mit dem Cabot Tower (1896), auf dem der italienische Wissenschaftler Guglielmo Marconi die erste kabellos übermittelte, transatlantische Nachricht in Empfang nahm (1901), das Newfoundland Museum mit verschiedenen Ausstellungen und das Arts and Culture Center mit einem großen Auditorium, einem Meeresmuseum und einer Kunstgalerie.

Die Gemeinde wurde vermutlich vom englischen Entdecker John Cabot erstmalig 1497 aufgesucht, war aber bis 1528 nicht dauerhaft besiedelt. 1583 eroberte Sir Humphrey Gilbert von England Saint John’s, das während der amerikanischen Revolution (1776-1783) und dem Krieg von 1812 als britische Marinebasis diente. Die Stadt wurde bis 1888, als sie Stadtrechte erhielt, von einer Kolonialregierung verwaltet. Mehrere Brände zerstörten Saint John’s im 19. Jahrhundert, weshalb die Stadt heute von verschiedenen Architekturstilen geprägt ist. Während des 2. Weltkrieges begann die Stadt erneut als Militärbasis zu wachsen. Ein groß angelegtes Stadterneuerungsprogramm wurde Anfang der siebziger Jahre ins Leben gerufen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 47 200.

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