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Windows Live® Suchergebnisse SyrakusEnzyklopädieartikel
Syrakus (lateinisch Siracusa; im Altertum Syracusa), Hafenstadt in Italien, Hauptstadt der Provinz Syrakus, im Südosten der Insel Sizilien gelegen. Der alte Teil der Stadt befindet sich auf der Insel Ortigia, die durch einen Kanal vom Festland getrennt wird. Die Stadt lebt vorwiegend vom Tourismus, der Fischerei und dem Handel mit Obst und Gemüse. Wirtschaftlich bedeutend sind auch die Produktion von Nahrungsmitteln (vor allem Olivenöl), Elektrogeräten und Maschinen. In der Antike war Syrakus die größte und mächtigste Stadt auf Sizilien. Aus dieser Zeit stammen ein in den Fels gehauenes griechisches Theater, in dem 15 000 Zuschauer Platz fanden, ein römisches Amphitheater, der Apollontempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., der große Altar von Hieron II. und die von Dionysios dem Jüngeren zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. erbaute Zitadelle. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Quelle Arethusa. Kolonisten aus dem griechischen Stadtstaat Korinth gründeten Syrakus 733 v. Chr. Die ursprüngliche Siedlung auf der Insel Ortigia weitete sich bald auf das Festland aus. 485 v. Chr. ernannte sich Gelon, Tyrann von Gela, zum Herrn über Syrakus. Gelon wurde durch seinen Sieg über die Karthager bei Himera 480 v. Chr. bekannt. Sein Nachfolger wurde sein Bruder Hieron I., der in der gesamten griechischen Welt als Förderer der Kunst gefeiert wurde. An seinem Hof hielten sich die griechischen Dichter Aischylos, Pindar, Simonides von Keos, Bacchylides und Epicharmos auf. 466 v. Chr. verwiesen die Demokraten Hierons Bruder und Nachfolger des Landes. Die nächsten Jahre herrschte in Syrakus eine demokratische Regierung. Die Feindschaft mit der Stadt Segesta führte 415 v. Chr. zu Kämpfen mit Athen, die mehr als zwei Jahre dauerten. Mit Hilfe Spartas brachte Syrakus den Athenern vernichtende Niederlagen bei, die zur Kapitulation Athens 404 v. Chr. und damit zum Ende des Peloponnesischen Krieges führten. Die Eroberungen der Karthager in Sizilien gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. gefährdeten Syrakus. Doch unter Dionysios dem Älteren, der 405 v. Chr. Tyrann der Stadt wurde, entwickelte sich Syrakus zur Hauptmacht auf Sizilien. Unter der Regierung von Dionysios dem Jüngeren und Dion waren die Verhältnisse recht instabil. Nach dem Sturz der Tyrannei und der Wiederherstellung der demokratischen Verfassung 343 v. Chr. folgte eine kurze Zeit der Ruhe. Agathokles stellte 317 v. Chr. die despotische Herrschaftsform wieder her, die auch unter Hieron II. fortgesetzt wurde. Nach 263 v. Chr. war Hieron ein treuer Verbündeter Roms gegen die Karthager, doch nach seinem Tod 215 v. Chr. übernahm die prokarthagische Partei die Macht in der Stadt. Die Römer eroberten Syrakus während des 2. Punischen Krieges 212 v. Chr., obwohl die Verteidigungsanlagen der Stadt durch Maschinen verstärkt worden waren, die der griechische Erfinder Archimedes konstruiert hatte. Unter römischer Herrschaft nahm der Einfluss von Syrakus ab, doch die Stadt blieb weiterhin Hauptstadt und größte Stadt auf Sizilien. Von den Sarazenen wurde die Stadt 878 n. Chr. erobert, geplündert und niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau erreichte Syrakus nicht mehr seine frühere Bedeutung. Syrakus wurde 2005 gemeinsam mit der nahe gelegenen Nekropole von Pantalica, die mehr als 5 000 Felskammergräber umfasst, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 123 000.
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