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  • Gemeiner Schimpanse – Wikipedia

    Der Gemeine Schimpanse, auch Gewöhnlicher Schimpanse oder einfach nur Schimpanse genannt (Pan troglodytes), ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae).

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Schimpansen

Enzyklopädieartikel
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SchimpanseSchimpanse
Artikelgliederung
1

Einleitung

Schimpansen, Gattung mit zwei Arten in Äquatorialafrika lebender Menschenaffen, die in anatomischer und genetischer Hinsicht von allen Tieren am stärksten dem Menschen gleichen und stammesgeschichtlich am engsten mit ihm verwandt sind. Die Gattung umfasst zwei Arten: den Schimpansen (oder Gemeinen Schimpansen) und den Bonobo (oder Zwergschimpansen).

2

Schimpanse

2.1

Verbreitung und Häufigkeit

Der Lebensraum des Schimpansen reicht von Sierra Leone und Guinea am Atlantischen Ozean bis zum Tanganyikasee und zum Victoriasee. Schimpansen bewohnen tropische Regenwälder und Baumsavannen und leben auf oder in der Nähe von Bäumen. Während es noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Millionen Schimpansen gab, sind es heute vermutlich nur noch rund 100 000. Im westlichen Zentralafrika gingen die Bestände von Schimpansen und Gorillas allein in den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aufgrund von Lebensraumzerstörung und illegaler Jagd um mehr als die Hälfte zurück.

2.2

Körperbau und Genetik

Schimpansen haben Kopfrumpflängen von etwa 75 bis 95 Zentimetern, aufrecht stehend sind sie 1,3 bis 1,7 Meter groß und wiegen etwa 30 bis 60 Kilogramm; Männchen sind durchschnittlich größer und schwerer als Weibchen. Schimpansen haben wie alle Menschenaffen keinen Schwanz; Ohren und Augenwülste ragen auffallend hervor. Das Fell ist vorwiegend schwärzlich, die Ohren, Handflächen und Fußsohlen sind unbehaart, das Gesicht ist spärlich behaart, Tiere beider Geschlechter tragen einen weißen Kinnbart. Die langen Arme des Schimpansen erreichen ausgestreckt die anderthalbfache Körperlänge. Die Füße sind besser zum Gehen geeignet als die des vollständig an das Baumleben angepassten Orang-Utans: Die Sohlen sind breiter und die Zehen kürzer. Das Gehirn des Schimpansen wiegt mit rund 400 Gramm etwa ein Drittel so viel wie das des Menschen.

Die genetische Variabilität des Schimpansen, der aus heutiger Sicht in fünf Unterarten eingeteilt wird, ist erheblich größer als die des Menschen. Die größte Variabilität weisen zentralafrikanische Schimpansen auf, die zugleich die älteste Abstammungslinie repräsentieren; ost- und westafrikanische Schimpansen scheinen von ihnen abzustammen. Die Übereinstimmungen im Genom von Mensch und Schimpanse variieren je nach Forschungsansatz zwischen 98,77 Prozent (Nature, 2005) und höchstens 94 Prozent (Public Library of Science ONE, 2006). Da die Gene bei beiden Arten in unterschiedlicher Weise aktiviert werden, betragen die Gemeinsamkeiten auf der Ebene der Proteine allerdings nur 29 Prozent; dies erklärt, warum trotz der hohen genetischen Übereinstimmungen so gravierende Unterschiede in Körperbau und Verhalten bestehen.

2.3

Ernährung und Feinde

Schimpansen sind tagaktive Allesfresser, sie ernähren sich allerdings vorwiegend von reifen Früchten. Außerdem fressen sie Blätter, Samen, Rinde (insgesamt gehören etwa 200 Pflanzenarten zu ihrem Nahrungsspektrum) sowie Termiten, Ameisen, Honig, Vogeleier und Vögel. Zudem wurden 25 Arten von Säugetieren – von Pavianen und Colobus-Affen über Junge von Antilopen und Wildschweinen – als Beutetiere nachgewiesen; auch Kannibalismus wurde beobachtet. Größere Säugetiere werden von Männchen einer Gruppe gemeinsam erbeutet; dabei kooperieren sie, u. a. indem sie sich die Beute zutreiben. Schimpansen verbringen etwa sechs bis acht Stunden pro Tag mit der Nahrungssuche.

Fressfeinde sind Leoparden sowie vermutlich auch Pythons und Adler. Auch Infantizide (Kindstötungen) sowohl durch männliche als auch weibliche Artgenossen kommen vor.

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