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UkraineEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Ukraine ist in 24 Regionen, den Hauptstadtbezirk sowie die Autonome Republik Krim gegliedert. Regional ist das Land in 479 Rayons (Landkreise) unterteilt; es gibt 143 kreisfreie Städte.
Die wichtigsten Parteien sind die westlich orientierten Wahlbündnisse und Parteien Unsere Ukraine und Block Julia Timoschenko (BJuT) sowie die prorussische Partei der Regionen. Die ehemals mächtige Kommunistische Partei verlor von Wahl zu Wahl an Bedeutung. Andere Parteien, die sich nach der Unabhängigkeit gebildet hatten und teilweise über einigen Einfluss verfügten wie die Volksfront Ruch oder die Demokratische Volkspartei, verschwanden wieder aus dem Parlament.
In der Ukraine besteht allgemeine Wehrpflicht von 18 Monaten. Die Gesamtstärke der Armee liegt bei etwa 188 000 Mann (2004). Seit der Unabhängigkeit stand neben anderen militärischen Einrichtungen vor allem die 350 Kriegsschiffe umfassende Schwarzmeerflotte im Brennpunkt des Streites mit Russland. Im Juni 1997 einigten sich die Ukraine und Russland auf die Aufteilung der Schwarzmeerflotte; zudem erhielt Russland die Erlaubnis, seinen Teil der Schwarzmeerflotte für zunächst 20 Jahre, also bis 2017, in Sewastopol, dem Hauptstützpunkt der Flotte, sowie in anderen ukrainischen Häfen stationiert zu lassen.
Nachdem die Ukraine 1991 politisch unabhängig geworden war, begann der mühsame Aufbau der Wirtschaft. Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion bildeten vor allem der Landwirtschafts- und der Industriesektor das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Aber Misswirtschaft, verfallende Industrieanlagen, Umweltkatastrophen (z. B. der Reaktorunfall von Tschernobyl) und zunehmende Korruption setzten die einstige Kornkammer gleich in der Anfangsphase einer harten Belastung aus. Zu Beginn lag die Inflationsrate bei 1 445 Prozent (1992). Im Januar 1993 wurden die Preise für verschiedene Wirtschaftsgüter freigegeben; im Vergleich zu den Nachbarländern blieben die Lebensmittelpreise niedrig. Die Regierung begann mit der Ausgabe von Privatisierungsgutscheinen und machte die im Westen des Landes gelegene Stadt Lemberg zu einem Modell der zukünftigen Privatisierung. Die Durchführung der Reformen kam in der zweiten Hälfte 1993 ins Stocken. Widerstand und Unfähigkeit vonseiten des Staatsapparats verursachten eine Verlangsamung des Privatisierungsprozesses. Die Regierung unternahm den Versuch, durch zentrale Planung, wie beispielsweise Preiskontrolle, direkten Einfluss auf die Wirtschaft auszuüben. Mit dem Ziel, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen ehemaligen Sowjetrepubliken zu fördern und die wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern, wurde die Ukraine im September 1993 Mitgliedsstaat der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Seit 1994 wird die Privatisierung ehemals staatlicher Betriebe verstärkt gefördert, einem neuen Gesetz gemäß ist es Unternehmern seit 1999 gestattet, Grund und Boden zu erwerben. Das Bruttosozialprodukt (BSP) der Ukraine liegt bei rund 60 201 Millionen US-Dollar (2004), das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 106 469 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 56,7 Prozent, Industrie 34,6 Prozent, Landwirtschaft 8,7 Prozent). Es gelang zwar, die Inflationsrate auf 80 Prozent (1996) zu senken, aber das Land wird weiterhin durch eine Wirtschaftskrise schwer belastet. Das reale Wirtschaftswachstum beträgt 7,10 Prozent (2006). Die Auslandsverschuldung wird von verschiedenen Quellen mit einem Volumen um 10 Milliarden US-Dollar angegeben; in diesem Betrag sind auch die Schulden aus der Zeit der Sowjetunion enthalten. Ein weiteres Problem ist die unzureichende Steuerdisziplin der Firmen.
Fruchtbare Schwarzerdeböden bedecken weite Teile der Ukraine. 56 Prozent (2005) der Gesamtfläche werden als Ackerland genutzt. Die Landwirtschaft trägt rund 8,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei (2006) und beschäftigt 19 Prozent aller Erwerbstätigen. Die Ukraine ist der weltweit größte Zuckerrübenproduzent (1994: 32 Millionen Tonnen); weitere Anbauprodukte sind beispielsweise Weizen (2006: 14 Millionen Tonnen), Kartoffeln, Obst, Sonnenblumen und Flachs. Die Viehzucht nimmt ebenfalls einen bedeutenden Stellenwert ein. Bei der Fleischerzeugung wird die Gesamtmenge nach Schätzung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO mit knapp 2,9 Millionen Tonnen (1994) beziffert. Insgesamt hat die landwirtschaftliche Produktion seit der Unabhängigkeit Einbrüche erlitten; die Aufrechterhaltung des auf Staats- und Genossenschaftsbetrieben basierenden Agrarsystems behindert schnelle Fortschritte in der Landwirtschaft. Versorgungsengpässe im Bereich Saatgut und Düngemittel machen sich u. a. im Getreide- und Gemüseanbau zunehmend negativ bemerkbar. Ein weiteres Problem stellt die teilweise starke Bodenverschmutzung durch mangelhaften Umweltschutz dar.
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