Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse GeschwürEnzyklopädieartikel
Geschwür, Ulkus, Gewebeschaden der Haut oder Schleimhaut. Hautgeschwüre können in Verbindung mit einer Reihe von chronischen Erkrankungen auftreten, z. B. Diabetes, Nieren- und Herzleiden, Krampfadern, Lepra, Tuberkulose und Krebs. Magen-Darm-Geschwüre entwickeln sich oft im Zusammenhang mit einer chronischen Gastritis, Colitis ulcerosa (mit Eiterung und Blutungen einhergehende Dickdarmentzündung) und Typhus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief 1997 zum Kampf gegen den Erreger Mycobacterium ulcerans auf, der lebensgefährliche Hautgeschwüre verursacht. Dieses Bakterium lebt im Boden von Regenwäldern und in stehenden Gewässern; die Krankheit hat sich in Zentralafrika stark ausgebreitet. Peptische Geschwüre (Ulkus pepticum) sind durch Magensäure verursachte Geschwüre des Magens oder Zwölffingerdarms. Neben Schmerzen, die von den Geschwüren selbst herrühren, treten mitunter auch weitere Komplikationen wie Blutungen durch die Zerstörung großer Blutgefäße oder Durchbruch der Magen- oder Darmwand auf. Dies kann zu einer Bauchfellentzündung führen. Die unmittelbare Ursache peptischer Geschwüre ist die Schädigung der Magen- oder Darmschleimhaut durch Salzsäure, die normalerweise in den Verdauungssäften des Magens enthalten ist. Man nimmt an, dass eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori bei der Bildung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eine wesentliche Rolle spielt. Auch Verletzungen der Magenschleimhaut oder deren Schwächung, beispielsweise durch nichtsteroide entzündungshemmende Arzneimittel, können ebenfalls Magengeschwüre hervorrufen. Übermäßige Magensäurebildung, erbliche Veranlagung, Rauchen und Stress (siehe stressbedingte Erkrankungen) sind wichtige Faktoren, die zur Bildung und Verschlimmerung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren beitragen. Zur Behandlung von Magengeschwüren sind unterschiedliche verschreibungspflichtige Medikamente im Handel. Antacida sind magensäurebindende Mittel. Medikamente wie Cimetidin (Tagamet) und Ranitidin (Sostril, Zantic) konnten bei vielen Patienten eine Heilung von Magengeschwüren bewirken. Sie hemmen die Wirkung von Histaminen, körpereigenen Stoffen, die u. a. im Magen die Säurebildung steigern. Omeprazol hemmt die Säurebildung, indem es auf die Ausscheidungsmembran der Belegzellen einwirkt. Diese erzeugen die Salzsäure des Magens. Wismuthaltige Mittel sowie Antibiotika werden zur Bekämpfung von Infektionen mit Helicobacter pylori eingesetzt. Sie beschleunigen die Heilung von Magengeschwüren und verringern die Rückfallrate. Sucralfat bildet eine Schutzschicht auf den Schleimhäuten von Magen und Darm. Auf der Medizinfachmesse Medica in Düsseldorf wurde 1997 ein „Pusteröhrchen” vorgestellt, mit dem sich die Anwesenheit von Helicobacter pylori diagnostizieren lässt; das Gerät misst die Ammoniak- und Kohlendioxidausscheidungen des Erregers. 1998 berichteten Mediziner in der Zeitschrift Molecular Microbiology über das Auftreten von Helicobacter pylori, die gegen das häufig eingesetzte Antibiotikum Metronidazol resistent sind. Im selben Jahr fanden Forscher der Universität Maastricht heraus, dass die Vermehrung dieser Bakterien durch Knoblauch gehemmt werden kann. Das Medikament Misoprostol ist wirksam gegen Magengeschwüre, die durch nichtsteroide entzündungshemmende Medikamente verursacht wurden. Verzicht auf Rauchen kann den Heilungsprozess vorantreiben. Auch Alkohol- und Coffeingenuss sollten vermieden werden. In schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Die Gesellschaft für funktionsgerechte Ernährung teilte 1997 in München mit, regelmäßige Vitamin-A-Gaben könnten die Entstehung von Zwölffingerdarmgeschwüren verhindern.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |