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MondEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Der Mond von der Erde aus gesehen; Mondoberfläche; Das Mondinnere; Die Entstehung des Mondes; Ausgewählte Mondmissionen
In den späten fünfziger Jahren unternahmen die USA und die Sowjetunion erste Versuche, einen künstlichen Satelliten zum Mond zu schicken. 1959 flog die russische Sonde Lunik 1 in einer Entfernung von rund 65 000 Kilometern am Mond vorbei. Im selben Jahr traf Lunik 2 planmäßig auf der Mondoberfläche auf, und Lunik 3 lieferte wenig später die ersten Aufnahmen von der erdabgewandten Seite des Mondes. Die ersten Nahaufnahmen von der erdzugewandten Mondseite übertrug 1964 die NASA-Sonde Ranger 7, kurz bevor sie auf der Oberfläche aufschlug. In der Folgezeit starteten beide Länder weitere Mondsonden, von denen einige auch weich auf dem Erdtrabanten landeten, d. h. sie wurden dabei nicht zerstört. Einige dieser Sonden analysierten mit ihren Bordinstrumenten Mondgestein vor Ort, andere sendeten Proben zur Erde zurück. Zwischen 1969 und 1972 führten die USA mit ihrem Apollo-Programm die ersten bemannten Mondexpeditionen durch, darunter die Mondlandungen der Apollo-Missionen 11, 12 und 14 bis 17. Während der bemannten Mondlandungen wurden insgesamt 384 Kilogramm Mondgestein gesammelt und anschließend zur Erde gebracht; außerdem wurden Tausende von Photographien angefertigt und diverse Messinstrumente auf dem Mond installiert. Die Apollo-Astronauten waren die ersten Menschen, die den Mond betreten haben. Hinweise auf Spuren von Wasser oder Wassereis entdeckten die 1996 gestartete US-Sonde Clementine und die 1998 nachfolgende Sonde Lunar Prospector in Kratern der Polregionen. Diese Hinweise ließen sich jedoch nicht eindeutig bestätigen. Wassereis könnte von abgestürzten Kometen stammen und in diesen Kratern verweilen, weil die Polregionen nie direkt von der Sonne bestrahlt werden und die Temperaturen bei ungefähr -150 °C liegen. Neben den USA und der Sowjetunion bzw. Russland unternahmen auch Raumfahrtorganisationen aus anderen Ländern Mondmissionen. So erkundete z. B. die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mit ihrer Sonde SMART-1 (SMART: Small Missions for Advanced Research in Technology) den Erdtrabanten von November 2004 bis September 2006. SMART-1 untersuchte die chemische Zusammensetzung des Mondes und erstellte eine dreidimensionale Karte der Mondoberfläche. Die Sonde war mit einem Ionenantrieb ausgestattet, der in der Anfangsphase zwar niedrigere, aber später höhere Geschwindigkeiten erreichen kann als herkömmliche Raketentriebwerke und zudem auch weniger Treibstoff benötigt. SMART-1 stürzte kontrolliert auf dem Mond ab. Die japanische Luft- und Raumfahrtorganisation JAXA startete im September 2007 ihre Mission Kaguya. Im Mittelpunkt der Mission steht der Satellit Selene (Selenological and Engineering Explorer), der mit seinen Bordinstrumenten und abkoppelbaren Teilsonden u. a. die mineralogische Zusammensetzung des Mondes, dessen Topographie und Gravitationsfeld sowie das Plasma im Raum zwischen Mond, Sonne und Erde genauer untersuchen soll.
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