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Wettbewerb, Rivalität zwischen Marktteilnehmern um Marktanteile. In der Theorie der freien Marktwirtschaft kommt dem Wettbewerb die zentrale Steuerungsfunktion zu.
Das theoretische Ideal, das Wirtschaftswissenschaftler entwickelten, um die Bedingungen festzulegen, unter denen der Wettbewerb seine größte Effektivität erreichen würde, nennt man vollkommenen Wettbewerb. Obwohl praktisch nicht zu erreichen, bietet der vollkommene Wettbewerb als Konzept einen nützlichen Maßstab bei der Einschätzung der Leistung tatsächlicher Märkte. Vollkommener Wettbewerb besteht unter folgenden Bedingungen: 1. eine Industrie verfügt über eine große Zahl von Wettbewerbern und Kunden; 2. die Firmen sind im Durchschnitt klein; 3. Käufer und Verkäufer sind über alle Transaktionen innerhalb des Marktes informiert. Die praktische Bedeutung einer großen Anzahl kleiner Firmen und vieler Käufer liegt darin, dass die Macht, das Verhalten der Marktteilnehmer zu beeinflussen, grundsätzlich verteilt ist. Mit anderen Worten, keine Einzelperson und kein einzelnes Unternehmen hat die Macht, die Bedingungen zu diktieren, unter denen der Austausch von Gütern und Dienstleistungen stattfindet (anders als bei einem Monopol oder Oligopol). Unter den Gegebenheiten des vollkommenen Wettbewerbs, so die Theorie des Liberalismus, würden Waren so effektiv wie möglich erzeugt – d. h. zu den geringsten Kosten und Preisen –, und die Konsumenten würden die maximale Menge an Gütern und Dienstleistungen erhalten.
Das Fehlen des vollkommenen Wettbewerbs in den meisten Märkten führte dazu, eine Alternative zu suchen, um in bestimmten Fällen den Markt bewerten zu können (siehe Kartell). In der Praxis ist die Anzahl der Firmen eher begrenzt. Großunternehmen können das Marktgeschehen stark beeinflussen, was sich beispielsweise an der auf Marktbeherrschung ausgerichteten Firmenpolitik von Microsoft zeigen lässt. Auch haben die Marktteilnehmer nur selten Zugang zu allen Informationen, die die jeweils aktuellen Marktbedingungen betreffen. Aber so lange sich die Situation nicht derart zuspitzt, dass der Staat eingreifen muss, betrachtet man das Wettbewerbsniveau als funktionsfähig. Der Wettbewerb kann in dem Sinn funktionsfähig sein, dass die erreichten Ergebnisse vergleichbar sind mit dem, was als Annahme im theoretischen Ideal des vollkommenen Wettbewerbs passieren würde. Der größte Nachteil im Konzept des funktionsfähigen oder wirksamen Wettbewerbs ist seine Unbestimmtheit. Bisher konnten keine präzisen Kriterien zur Definition eines funktionsfähigen Wettbewerbs entwickelt werden.
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