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  • Diego Velázquez

    Geboren 1599 in Sevilla, gestorben in 1660 in Madrid. Schüler des Francisco Herrera d.Ä. und 1613-18 des Francisco Pacheco; verheiratet mit dessen Tochter.

  • Biografie Velazquez

    1599 Diego de Silva y Velázquez wird als erstes Kind von insgesamt sieben Kindern des Juan Rodríguez de Silva und der Jerónima Velázquez in Sevilla geboren

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Diego Velázquez

Enzyklopädieartikel
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Der Wasserverkäufer von Sevilla (um 1620)Der Wasserverkäufer von Sevilla (um 1620)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Diego Velázquez (1599-1660), spanischer Maler, Hauptmeister des höfischen Barock und bedeutendster Porträtist Spaniens neben Francisco de Goya.

Diego Rodríguez de Silva y Velázquez wurde am 6. Juni 1599 in Sevilla getauft und von 1611 bis 1617 bei dem angesehenen Manieristen Francisco Pacheco ausgebildet, dessen Tochter er 1618 heiratete.

2

Das Frühwerk (1617-1622)

In seinen frühen Werken befasste sich Velázquez vorrangig mit religiösen Motiven sowie volkstümlichen Typen und Szenen, so genannten Bodegones. Während Letztere in traditioneller naturalistischer Manier gehalten sind, wie Die alte Köchin (1618, National Gallery, Edinburgh) und Der Wasserverkäufer von Sevilla (um 1620, Wellington Museum, London), zeigen die biblischen Gemälde, wie Anbetung der Könige (1619, Prado, Madrid), in ihrem expressiven Helldunkel den Einfluss Caravaggios. Mitunter verknüpfte Velázquez auch Genreszenen mit religiösen Themen (Christus im Hause von Martha und Maria, 1618, National Gallery, London).

Mitbestimmend für seine geistige und künstlerische Entwicklung wurde der Umgang des aus dem niederen Adel stammenden Malers mit der geistigen Elite Sevillas.

Einer ihrer Treffpunkte war das Haus seines Schwiegervaters Pacheco, wo er Persönlichkeiten wie den Dichter Don Luis de Góngora y Argote kennen lernte, den er 1622 porträtierte (Museum of Fine Arts, Boston).

3

Die erste Madrider Periode (1623-1629) und erste Italienreise (1629-1631)

1622 reiste Velázquez erstmals nach Madrid, vermutlich, um sich um eine Position als Hofmaler zu bemühen. Dies gelang indessen erst im folgenden Jahr, als ihn der Herzog von Olivares (Reiterbildnis, um 1634, Prado, Madrid) in die Hauptstadt berief und sein Porträt eines Freundes, des Höflings Juan de Fonseca, die Aufmerksamkeit des Königs erregte. Die Folge war ein Auftrag Philipps IV., ihn selber und Mitglieder der königlichen Familie zu porträtieren (Philipp IV. mit einem Schriftstück in der rechten Hand, um 1628, Prado; Don Carlos, 1626-1628, ebenda). Bereits 1623 wurde Velázquez zum Hofmaler ernannt, später zum Hofmarschall und Kurator der königlichen Gemäldesammlung. Diese Schaffensphase wird von der Porträtmalerei dominiert, die in ihrem feierlich gemessenen Schwarz-Weiß an die spanische Tradition (Juan Pantoja de la Cruz) und den in Madrid tätigen Flamen Anthonis Mor anknüpft. Daneben entstanden mythologische Szenen, wie der in leuchtenden Farben gehaltene Triumph des Bacchus (1628/29, Prado).

1628 regte Peter Paul Rubens, der in einer diplomatischen Mission den Madrider Hof besuchte, Velázquez zu einem Besuch der Kunstsammlungen Italiens an. Auf seiner Reise (August 1629 bis Januar 1631), die ihn über Genua, Mailand, Venedig, Florenz, Rom und Neapel führte, empfing er vor allem nachhaltige Eindrücke der venezianischen Malerei. Ein herausragendes Beispiel für den Einfluss der italienischen Vorbilder ist das 1630 entstandene Gemälde Joseph und seine Brüder (El Escorial, Madrid), in dem er die figuralen Kompositionsprinzipien Michelangelos mit dem Chiaroscuro-Stil Guercinos und Giovanni Lanfrancos vereinigt.

4

Die zweite Madrider Periode (1631-1638) und zweite Italienreise (1649-1651)

Nach seiner Rückkehr nach Madrid schuf Velázquez eine Reihe von Porträts mit luminosem Kolorit, darunter Der Infant Don Fernando de Austria (1632-1636, Prado), Prinz Balthasar Carlos (1636, ebenda) und Philipp IV. zu Pferde (1636, ebenda). Nur in wenigen dieser Bildnisse steht das Repräsentationsbedürfnis der Porträtierten im Vordergrund. Der Verzicht auf prunkvoll-dekoratives Gepränge rückt die Persönlichkeit in den Mittelpunkt und weist Velázquez als scharfsichtigen Beobachter des Hoflebens aus, der die Wesensart der Unterprivilegierten ebenso feinfühlig erfasst wie die der hoch gestellten Auftraggeber (Der Hofnarr Calabacillas, 1636, Prado). Einen anderen Darstellungsgestus verlangten Aufträge wie die 1634 vorgenommene Ausgestaltung des Thronzimmers im neuen Königspalast Buen Retiro. Unter der Leitung von Velázquez waren namhafte Künstler an diesem Projekt beteiligt, von ihm selber stammt u. a. das monumentale Schlachtengemälde Die Übergabe von Breda (1634, Prado). Es gilt als Höhepunkt der zeitgenössischen historischen Malerei in Spanien.

Gemälde religiösen Inhalts, wie Die Heiligen Antonius und Paulus (um 1638, Prado) und Die unbefleckte Empfängnis (um 1644, Prado), sind in dieser Werkphase selten anzutreffen. Auf einer zweiten Italienreise (1649-1651) erwarb Velázquez zahlreiche Werke Tintorettos, Tizians und Veroneses für die königliche Sammlung in Madrid. Während dieses Aufenthalts schuf er die Meisterporträts von Juan de Pareja (Metropolitan Museum of Art, New York) und Papst Innozenz X. (Palazzo Doria-Pamphili, Rom) sowie das einzige erhaltene Aktbild, den graziösen, in warmem Kolorit gehaltenen Rückenakt der Venus mit Spiegel oder Rokeby Venus (1651, National Gallery, London).

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