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Windows Live® Suchergebnisse PolytheismusEnzyklopädieartikel
Polytheismus, der Glaube an die Existenz vieler Götter oder göttlicher Wesen. Der Polytheismus ist und war auf allen Stufen der Kulturentwicklung verbreitet und kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. So werden z. B. Naturkräfte und Naturgegenstände oft als Gottheiten verehrt, vor allem Phänomene des Himmels, der Erde und der Luft (wie etwa Sterne, Regen, Berge oder Feuer). Auch Pflanzen (besonders Bäume und Kulturpflanzen) und Tiere (so etwa in Indien der Elefant sowie der Affe und bei den Azteken der Kolibri) können als göttliche Wesen verehrt werden. In fast allen Formen des Polytheismus findet man die Vorstellung, dass die Götter, wie z. B. in der griechischen und römischen Religion, menschliche Formen und Eigenschaften annehmen (siehe Anthropomorphismus). Der Polytheismus ist oft mit dem Glauben an Dämonen und Geister verbunden, wie man ihn im Animismus, Totemismus und Ahnenkult findet. Im Unterschied zu diesen Religionsformen sind im Polytheismus die Geister jedoch deutlich unterschiedene, personifizierte Gottheiten, die häufig ein Pantheon (Gesamtheit aller Götter) bilden und in Mythen und heiligen Texten beschrieben werden. Wissenschaftlichen Theorien zufolge soll der Polytheismus durch das Bedürfnis nach übernatürlichen moralischen Sanktionen entstanden sein oder aus Ehrfurcht vor den unkontrollierbaren Naturkräften und dem Wunsch, diese zu besänftigen. Eine andere Theorie setzt den Polytheismus mit der Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen in Beziehung, die sich z. B. in Spezialisierung und Klassenunterschieden zeige. In vielen polytheistischen Religionen, wie z. B. im Hinduismus und in der Religion des alten Ägypten, zeigen sich deutliche Tendenzen zum Monotheismus, also zum Glauben an einen Gott bzw. an eine göttliche Kraft, die verehrt wird, und mitunter existieren in monotheistischen Theologien auch polytheistische Glaubenselemente und Praktiken.
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