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Hans Christian Andersen

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Hans Christian AndersenHans Christian Andersen
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hans Christian Andersen (1805-1875), dänischer Schriftsteller. Weltbekannt wurde er durch Kunstmärchen wie Das hässliche Entlein, Des Kaisers neue Kleider, Die Prinzessin auf der Erbse oder Die kleine Meerjungfrau.

Andersen wurde am 2. April 1805 als einziges Kind eines Schuhmachers und einer Bäuerin in Odense auf der dänischen Insel Fünen geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Seine Mutter war eine kirchengläubige Analphabetin, aber sein freigeistiger Vater vermittelte ihm grundlegendes Wissen auch in Bereichen wie Politik und Literatur. Im Rückblick gab Andersen an, vom Vater auch im Bau von Miniaturtheatern unterrichtet und zum Erfinden von Geschichten angeregt worden zu sein. Auch habe ihm der Vater bereits in jungen Jahren vermittelt, dass jedes Wesen und jeder Gegenstand einen eigenen Charakter hätten. So erklärte Andersen später den von der Kritik als befremdlich empfundenen Zug seiner Märchen zu sprechenden Tieren und Dingen.

Nach dem Tod seines Vaters, der sich aus Geldnot als Soldat hatte anwerben lassen, floh Andersen im Alter von 14 Jahren vor der Armut seiner Kindheit nach Kopenhagen, wo ihn zunächst aber auch Hunger und Kälte erwarteten. Nach drei Jahren als Bettler arbeitete er eine Zeit lang für den Politiker und Leiter des Königlichen Theaters, Jonas Collin, der auch Geld für seine verspätete Schulbildung zur Verfügung stellte. Bereits in jungen Jahren schrieb Andersen Gedichte, Erzählungen und Theaterstücke. Einen ersten Erfolg erzielte er 1829 mit einer phantastischen Erzählung, die ganz dem Vorbild E. T. A. Hoffmann verpflichtet war. Sein Romandebüt Improvisatoren (1835; Der Improvisator) wurde von der Kritik äußerst positiv aufgenommen und brachte ihm 1838 ein staatliches Dichtergehalt. Die unter dem Titel Eventyr, fortalte for børn (1835-1848; Märchen, für Kinder erzählt) in elf Heften erschienenen Märchen allerdings stießen zunächst als „unmoralisch” und kunstlos eingeschätzt auf Ablehnung. Mit Kun en spillemand (1837; Nur ein Geiger) erregte Andersen zudem das Missfallen des Philosophen Søren Kierkegaard.

Trotzdem schaffte Andersen es als Dichter wegen seines durchschlagenden Erfolges bei Eltern und Kindern, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und vom armen Eigenbrödler zu einem anerkannten Mitglied der dänischen Oberschicht aufzusteigen. Er reiste viel durch Europa (vor allem nach Deutschland) sowie durch Asien und Afrika. Seine Erlebnisse hielt er in Reisebüchern fest. Andersen starb am 4. August 1875 in Kopenhagen. Im Hafen der dänischen Hauptstadt erinnert die Skulptur einer kleinen Meerjungfrau an den Dichter und sein Werk.

2

Werk

Zur Weltliteratur gehören Andersens mehr als 150, bereits seit 1840 ins Deutsche übersetzte Kunstmärchen wie Die Schneekönigin, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Der standhafte Zinnsoldat oder Die wilden Schwäne, in denen der Autor Elemente der Schrift- und der Alltagssprache geschickt zu einem stimmigen und stimmungsvollen, fürs Vorlesen und Zuhören gemachten Gesamteindruck miteinander verknüpfte. Nur am Rande beeinflusst von der von ihm ins Dänische übersetzten Sammlung mit Volksmärchen der Brüder Grimm, fand er hier zu einem ganz eigenen erzählerischen Stil, der, im Gegensatz zu den Kunstmärchen der Romantik „kurz, klar und reich”, eine „Zukunftspoesie” vorbereiten sollte.

In Andersens vielschichtigen Märchen werden die geheimen Ängste und Sehnsüchte der Figuren in nur scheinbar naivem Duktus, psychologisch doppelbödig und nicht selten humorvoll bespiegelt. Dabei entwickelt sich das Phantastische oftmals aus dem Alltäglichen und entzündet sich an für Kinder verführerischen und im Sinne eines fortschrittlichen Pantheismus „beseelten” Dingen wie Zinnsoldaten, Scheren, Schneemännern oder Streichhölzern – getreu seinem Motto, dass mit dichterischer Phantasie „aus dem Wirklichen gerade das erstaunlichste Märchen” erwachsen könne. Andersens Märchen wurden vielfach illustriert, anlässlich des 200. Geburtstags des Dichters 2005 u. a. auch von dem herausragenden deutschen Illustrator Nikolaus Heidelbach.

Weitere Werke Andersens sind u. a. das „originale Lustspiel in einem Akt” Den nye Barselstue (1845; Die neue Wochenstube), die Autobiographie Das Märchen meines Lebens (1845/46, in dänischer Sprache erst 1855), das von Goethes Faust beeinflusste dramatische Epos Ahasverus (1847; Ahasver), das Reisebuch I Sverrig (1851; In Schweden), der Erzählband Historier (1852; Geschichten) sowie der Roman Lykke-Peer (1870; Glücks-Peer). Mit seinen Texten beeinflusste Andersen so unterschiedliche Schriftsteller wie Charles Dickens oder Cees Nooteboom. Seine Märchen wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt und dienten häufig als Theater-, Ballett- und Filmvorlagen.

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