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Windows Live® Suchergebnisse Josiah Willard GibbsEnzyklopädieartikel
Josiah Willard Gibbs (1839-1903), amerikanischer Mathematiker und Physiker, der u. a. bedeutende Beiträge zur Thermodynamik lieferte. Gibbs wurde am 11. Februar 1839 in New Haven (Connecticut) geboren. Nach Abschluss der Schulausbildung begann er 1854 an der Yale University in New Haven zu studieren – Schwerpunkte bildeten dabei naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik. 1863 promovierte Gibbs und blieb als Lehrer und Tutor an der Universität. Er unterrichtete Latein (1863-1865) und Naturphilosophie (1865/66). 1866 begann er eine Studienreise, die nach Paris (1866/67), Berlin (1867/68) und nach Heidelberg (1868/69) führte. Er hörte u. a. Vorlesungen bei Gustav Magnus, Gustav Robert Kirchhoff und Hermann von Helmholtz. Im Sommer 1869 kehrte er nach New Haven zurück und folgte zwei Jahre darauf dem Ruf der Yale University; er wurde Professor für theoretische Physik. Bereits 1873 zeigte er der Fachwelt mit seinen ersten Publikationen sein außergewöhnliches Talent. In diesen Arbeiten beschrieb Gibbs, wie man auf geometrischem Weg den Gleichgewichtszustand, Koexistenzzustände und den kritischen Zustand eines thermodynamischen Systems bestimmen kann: Der Physiker hatte die später nach ihm benannte Gibb’sche Phasenregel aufgestellt. Eine Verallgemeinerung dieser Arbeiten folgte. Zwischen 1876 und 1878 schrieb Gibbs eine Artikelserie mit dem Gesamttitel On the Equilibrium of Heterogeneous Substances, die als eine der größten Errungenschaften in der Physik des 19. Jahrhunderts angesehen wird und als Grundlage der modernen physikalischen Chemie angesehen wird. In dieser Serie ging der Wissenschaftler allgemein auf physikalische und chemische Gleichgewichte ein und versuchte diese anhand allgemeiner Formeln und dreidimensionaler Diagramme mathematisch zu beschreiben und so berechenbar zu machen. Diese Veröffentlichungen von Gibbs wurden 1892 von Wilhelm Ostwald ins Deutsche und von Henri Louis le Chatelier 1899 ins Französische übersetzt und so einem breiten Forscherkreis zugänglich. Erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts war die wissenschaftliche Bedeutung dieser Arbeiten vollständig erfasst. Gibbs erbrachte auch hervorragende Leistungen für die statistische Mechanik, die Vektoranalysis und die elektromagnetische Theorie des Lichtes. Seine Scientific Papers (1906) und Collected Works (1928) wurden gesammelt und nach seinem Tod veröffentlicht. Gibbs starb am 28. April 1903 in New Haven.
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