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Warren Harding

Enzyklopädieartikel

Warren Harding (1865-1923), 29. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1921-1923).

Warren Gamaliel Harding wurde am 2. November 1865 in Caledonia (heute Blooming Grove, Ohio) geboren, studierte Jura und wurde anschließend Redakteur und Herausgeber einer Lokalzeitung. Als Protegé des republikanischen Senators Joseph Foraker kam er zur Politik, wurde in den Senat von Ohio gewählt und war Vizegouverneur des Bundesstaates. Ab 1914 vertrat er Ohio im US-Senat; 1920 legte er sein Mandat nieder, nachdem er mit überwältigender Mehrheit zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner ernannt worden war. Die Präsidentschaftswahlen im Herbst 1920 gewann Harding, ein erklärter Gegner der Reformpolitik Woodrow Wilsons, mit deutlichem Vorsprung.

Als Präsdident rückte Harding von dem Führungsstil eines Theodore Roosevelt oder Woodrow Wilson ab und übertrug einen Großteil der Verantwortung seinem Kabinett, u. a. dem Handelsminister Herbert Hoover, dem Außenminister Charles Evans Hughes und dem Landwirtschaftsminister Henry C. Wallace.

Vordringliches Ziel Hardings war die Beendigung der kriegsbedingten Ausnahmesituation in der Wirtschaft und die Rückkehr zur Normalität. In diesem Bereich war seine Regierung durchaus erfolgreich, ebenso bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und bei der Förderung der Landwirtschaft; mit ihren wirtschaftspolitischen Maßnahmen schuf die Regierung Harding die Voraussetzung für den Wirtschaftsboom in den USA in den zwanziger Jahren. 1922 erzielte Außenminister Hughes mit Unterstützung Hardings bei der Washington-Konferenz einen diplomatischen Erfolg: Die Großmächte einigten sich auf eine Begrenzung der Flottenrüstung nach Tonnage und Bewaffnung.

Am 2. August 1923 starb Harding in San Francisco – zu einem Zeitpunkt, als die ersten Gerüchte über die Korruption innerhalb der Regierung aufkamen. Hardings Nachfolger wurde Vizepräsident Calvin Coolidge. In den folgenden Monaten enthüllten Untersuchungsausschüsse des Kongresses sowie Gerichte eine Reihe von Skandalen im Innenministerium, im Justizministerium und in anderen Behörden. In die Skandale verwickelt waren sowohl hohe Beamte als auch persönliche Freunde von Harding, u. a. der Justizminister Harry M. Daugherty und der Innenminister Albert B. Fall. Fall konnte schließlich nachgewiesen werden, dass er Bestechungsgelder angenommen hatte. Die Enthüllungen über Bestechung, Manipulation und Unterschlagung überschatteten alle Erfolge der Regierung Harding.

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