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Windows Live® Suchergebnisse EvergladesEnzyklopädieartikel
Everglades, großes Frischwasser-, Sumpf- und Feuchtgebiet im Süden des US-Bundesstaates Florida. Die Sümpfe entstanden über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten durch die nach heftigen Regenfällen auftretenden Überschwemmungen und den erhöhten Abfluss aus dem Okeechobeesee. Sie erstrecken sich vom Südufer des Sees etwa 175 Kilometer nach Süden und haben eine Gesamtfläche von fast 12 950 Quadratkilometern. Die Sümpfe und Feuchtgebiete liegen in einer Senke aus Kalkstein, die einige Kilometer nördlich von Cape Sable (an der Südspitze Floridas) beginnt und sich nach Norden bis zum Okeechobeesee erstreckt. Die typische Landschaft der Everglades wird durch ein dichtes Geflecht aus zahllosen natürlichen Wasserwegen mit einer Tiefe von meist 0,3 bis zwei Metern sowie von Gezeitenbuchten und Seen durchzogen. Dazwischen erheben sich einige Waldinseln, deren Böden nur etwa zwei Meter über der Umgebung liegen. Kleine Flüsse wie der Miami, der Little und der New im Osten sowie Shark und Harney im Südwesten entwässern die Region, die keinen Zufluss besitzt. In der Sommerregenzeit verwandeln sich große Landgebiete in Sümpfe oder stehen vollständig unter Wasser. Zur Trockenzeit verhindert der Meeresspiegel jedoch eine Austrocknung, so dass ganzjährig sumpfartige Bedingungen vorliegen. Der Großteil der Sümpfe ist mit Riedgräsern (siehe Sauergräser) bedeckt, insbesondere mit der vorherrschenden Schneiden-Art Cladium jamaicense, die die Wasseroberfläche um ein bis drei Meter überragen. Stellenweise stehen sie so dicht, dass eine Durchfahrt unmöglich ist und auf die natürlichen Wasserwege beschränkt bleibt. In der üppigen Vegetation auf den Waldinseln finden sich u. a. Sumpfzypressen (Taxodium distichum), Palmettopalmen, immergrüne Eichen, Lorbeergewächse (meist Persea-Arten) und Kiefern (Pinus elliotti), im meeresnahen Bereich außerdem Mangrovensümpfe. Die Tierwelt ist reich an Vögeln und Insekten, außerdem kommen Alligatoren vor. Die Everglades sind eines der urtümlichsten und am schwersten zugänglichen Gebiete der Vereinigten Staaten. Der südwestliche Teil steht im Everglades Nationalpark zum größten Teil unter Naturschutz. Nach Norden zu schließt sich das Big Cypress National Preserve mit ausgedehnten Sumpfzypressengebieten an. Bewohnt werden die Everglades fast ausschließlich von einigen hundert Miccosukee-Indianern vom Stamm der Seminolen. Im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden hier große Entwässerungsprojekte durchgeführt. Man zog mehrere Kanäle zur Absenkung des Wasserspiegels des Okeechobeesees und um den Wasserfluss aus dem Seebecken in die angrenzende Region zu verhindern. Auf den entwässerten Flächen südlich des Sees werden heute Obst, Gemüse und Zuckerrohr angebaut. Die umfangreiche Wasserentnahme störte in Verbindung mit der landwirtschaftlichen Nutzung das ökologische Gleichgewicht nachhaltig. Teile der Everglades sind mittlerweile vom Austrocknen bedroht. Im Rahmen eines über mehrere Jahrzehnte angelegten Projekts sollen dem Gebiet große Mengen an Wasser zugeführt werden.
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