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Windows Live® Suchergebnisse Henry FondaEnzyklopädieartikel
Henry Fonda (1905-1982), amerikanischer Schauspieler. Seine überzeugenden Verkörperungen starker, integrer Männercharaktere machten ihn ab Anfang der vierziger Jahre zu einem der führenden Charakterdarsteller des amerikanischen Films. Fonda wurde am 16. Mai 1905 in Grand Island (Nebraska) geboren. Der Nachfahre früherer holländischer Einwanderer, die die Stadt Fonda im Bundesstaat New York gegründet hatten, wuchs in Omaha auf. Nachdem er die Omaha Central High School besucht und vorübergehend Journalistik an der University of Minnesota studiert hatte, kam er als Gelegenheitsarbeiter zum Omaha Community Playhouse, wo er bald auch als Schauspieler unter der Anleitung von Marlon Brandos Mutter und als Regieassistent in Erscheinung trat. 1929 ging Fonda nach New York, wo er sich den University Players anschloss und in einigen kleineren Rollen am Broadway im Rampenlicht stand, u. a. in dem Stück The Game of Life and Death (1929), 1934 erstmals auch in einer Hauptrolle. Seine erste Filmrolle bekam Fonda in Victor Flemings The Farmer Takes a Wife (1935), einer Verfilmung eines erfolgreichen Broadwaystückes, bei dem er mitgewirkt hatte. Es folgten der Part eines rachsüchtigen Opfers eines Justizirrtums in Fritz Langs düsterem Kriminalfilm You Only Live Once (1936; Gehetzt) sowie die Rolle des Outlaws Frank James in Henry Kings Western Jesse James (1939; Jesse James – Mann ohne Gesetz). Im selben Jahr begann die sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit John Ford, die Fonda den Sprung zum Starstatus ermöglichte. In kurzer Folge übernahm er Hauptrollen in drei hochkarätigen Ford-Filmen, in Young Mr. Lincoln (1939; Der junge Mister Lincoln), einem glaubwürdigen biographischen Film über die Rechtsanwaltskarriere des späteren US-Präsidenten, Drums Along the Mohawk (1939; Trommeln am Mohawk), einem patriotischen Western aus der Frühzeit der Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents mit Claudette Colbert in der weiblichen Hauptrolle, und The Grapes of Wrath (1940; Früchte des Zorns, nach dem gleichnamigen Roman von John Steinbeck), einem sozialkritischen Epos über die desolate Lage einer amerikanischen Farmersfamilie zur Zeit der großen Depression. Der eindringlich gespielte Part des Tom Joad brachte Fonda eine Oscar-Nominierung ein. Mit Fritz Lang drehte er The Return of Frank James (1940; Rache für Jesse James), eine Fortsetzung des Henry-King-Westerns von 1939. Nachdem Fonda von 1942 bis 1945 bei der Navy am 2. Weltkrieg teilgenommen hatte, nahm er seine Filmkarriere wieder auf und spielte in John Fords mytho-poetischem Western My Darling Clementine (1946; Faustrecht der Prärie) den legendären Sheriff Wyatt Earp. Die gelungene Konturierung des berühmten Westernhelden, dem er eine souverän-virile Aura verlieh, gehört zu den prägnantesten Leistungen von Fondas Laufbahn. Der vielseitige, zuverlässige Darsteller zeigte in seiner mehrere Jahrzehnte andauernden Karriere ein durchgängig hohes Niveau mit zurückhaltend-präzisem, realistischem Spiel vor allem im Rollentypus des geradlinigen, selbstbewussten, sensiblen Amerikaners. Nach John Fords Western Fort Apache (1948; Bis zum letzten Mann, mit John Wayne), dem ersten Teil der Kavallerie-Trilogie, war Fonda nach dem Freitod seiner Ehefrau von 1950 bis 1955 ausschließlich am Theater tätig. Erst 1955 kehrte er für die Bearbeitung des Broadwaystücks Mister Roberts zum Film zurück. Es folgten die Rolle des Grafen Bezuchow in der Tolstoj-Verfilmung War and Peace (1956; Krieg und Frieden), Sidney Lumets Gerichtsfilm Twelve Angry Men (1957; Die zwölf Geschworenen) und Advise and Consent (1962; Sturm über Washington). Ein weiterer Höhepunkt in Fondas Karriere war die Mitwirkung in Sergio Leones C’era una volta il West (1968; Spiel mir das Lied vom Tod) an der Seite von Charles Bronson und Claudia Cardinale. In diesem klassischen Italowestern wurde er entgegen seinem Rollentypus sehr wirkungsvoll als Bösewicht besetzt, als Gegenspieler von Bronson übernahm er den glänzend gespielten Part des kaltblütigen Anführers einer Killerbande. In den siebziger Jahren war Fonda vorwiegend auf der Bühne und in Fernsehfilmen zu sehen. Nachdem er 1980 mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden war, erhielt er ebenso wie seine Filmpartnerin Katherine Hepburn einen Oscar für seine Darstellung in der Liebesromanze On Golden Pond (1981; Am goldenen See). Daneben spielte er in einer Broadway-Neubearbeitung von The Time of Your Life. Henry Fonda starb am 12. August 1982 in Los Angeles (Kalifornien). Fondas Kinder verfolgten ebenfalls Filmkarrieren. Seine Tochter Jane Fonda erlangte in den sechziger und siebziger Jahren hohe Popularität, neben ihrer Filmarbeit auch als Symbolfigur der pazifistischen und der feministischen Bewegung. Sein Sohn Peter Fonda ist als Schauspieler, Autor, Produzent und Regisseur aktiv. Auch seine Enkelin Bridget wurde eine erfolgreiche Schauspielerin.
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