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Indonesische Musik

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Gamelan auf JavaGamelan auf Java
Artikelgliederung
1

Einleitung

Indonesische Musik, Musik der Völker auf den Inseln des indonesischen Archipels, der fünftgrößten Bevölkerungsgruppe der Welt.

Trotz der Größe des Landes und seiner zahlreichen regionalen Besonderheiten haben sich einige Gemeinsamkeiten in der Musiktradition herausgebildet, die für ganz Indonesien Gültigkeit haben. Allgemein verbreitet sind Instrumentalensembles, die sich aus kleinen gestimmten Gongs und mehreren Trommeln zusammensetzen. Meist begleiten diese Ensembles rituelle und religiöse Zeremonien. In großen Teilen des Landes sind die vorwiegend aus Xylophonen und Gongspielen bestehenden Gamelan-Ensembles javanischen Ursprungs charakteristisch. Die Usprünge der indonesischen Musik gehen bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Im 1. Jahrtausend n. Chr. haben indische, chinesische und später arabische Einflüsse die Musikkulturen Indonesiens bestimmt. Da musikalische Aufführungen in Indonesien in engem Zusammenhang mit rituellen und religiösen Aktivitäten stehen, ist die Veränderung der Musikstile und -richtungen über die Jahrhunderte eng mit dem Wandel in der Religion verknüpft.

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Einfache Instrumental-Ensembles

In Indonesien gibt es zwar eine breite Palette an solistischer Vokalmusik, Chormusik und Musik für Holzbläser und Streicher, die Ensembles für Gongs und Trommeln nehmen freilich die wichtigste Stellung in der Musik des Landes ein. Die einfachen Ensembles bestehen aus nur vier oder fünf, in verschiedenen Tonhöhen gestimmten kleinen Buckelgongs sowie zwei oder drei Trommeln. Das Zusammenspiel dieser Ensembles ist nach exakten Gesetzen geregelt: Alle Gongs und Trommeln beginnen nacheinander zu spielen, wobei der einzelne Musiker seine Stimme nach einer festgelegten Abfolge zwischen den Einsätzen der anderen Instrumente platziert. Einige der Gongs und Trommeln spielen kurze rhythmische Muster, die ständig wiederholt werden, während andere rhythmische und melodische Variationen gegen diese wiederholten Elemente setzen. Die Aufführung gewinnt somit den Charakter einer ständig sich wandelnden Kontinuität. Eines dieser Ensembles ist das goo-laba, das von den Nga’dha, einem Volk auf der ostindonesischen Insel Flores, gespielt wird und aus fünf Gongs (goo) und drei Trommeln (laba) besteht.

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Gamelan

Die bekanntesten und größten Instrumental-Ensembles Indonesiens sind die Gamelan-Ensembles auf Java und Bali. Diese Ensembles, die in engem Zusammenhang mit den Fruchtbarkeitsriten und den Zeremonien zur Ahnenverehrung auf Bali und Java stehen, sind im Kontext des Hinduismus und des Buddhismus zu sehen, die in Indonesien zwischen 500 und 1500 n. Chr. eine große Anhängerschaft hatten.

Mit der Entwicklung des Gamelans fügte man viele Instrumente zur Grundeinheit des einfachen Ensembles hinzu, darunter auch verschiedene Varianten von Metallophonen (Stabspiel mit abgestimmten Stäben aus Bronze). Das javanische Gamelan-Orchester besteht aus einer großen Zahl hängender und horizontal angeordneter Gongs, verschiedenen Metallphonen, einem Xylophon, einer Flöte, einer gewölbten zweisaitigen Laute, einer Zupfzither, drei Handtrommeln sowie aus Chor- und Einzelsängern. Die größten und qualitativ besten Gamelans benötigen bis zu 30 Musiker und standen in früheren Zeiten im Dienst der regionalen Herrscher, d. h. die Höfe konkurrierten untereinander nicht nur im Kampf, sondern auch mit den schönsten Tanz- und Musikaufführungen.

Die Instrumente aller Gamelan- und einfachen Ensembles sind individuell gestimmt, wobei es in Mitteljava zwei Grundkategorien von Stimmungen oder Tonsystemen gibt: Sléndro und Pélog. Das Slendro besteht aus fünf Tönen mit etwa gleichem Abstand innerhalb einer Oktave; das Pelog arbeitet mit sieben Tonhöhen im Umfang einer Oktave, wobei manche aneinander angrenzende Töne durch ein größeres, andere durch ein kleineres Intervall abgegrenzt sind. Diese Tonsysteme sind jedoch nicht mit der weltweit verbreiteten pentatonischen oder der heptatonischen Tonskala gleichzusetzen.

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Entwicklungen im 20. Jahrhundert

Die gesellschaftliche Bedeutung der musikalischen Aktivitäten in Indonesien hat sich im 20. Jahrhundert deutlich verändert. In zunehmendem Maße ist eine musikalische Aufführung nicht mehr Teil eines Rituals, sondern ein folkloristisches oder touristisches Ereignis. Dass von der Regierung Musikakademien zur Bewahrung und Förderung der traditionellen Künste eingerichtet wurden, ist auch als Zeichen zu sehen, dass der ursprüngliche Wert der traditionellen Kultur und die Beziehung der indonesischen Bevölkerung zu Musik und Tradition in der modernen Gesellschaft mehr und mehr schwinden.

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