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Kleopatra VII., die Große

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Kleopatra VII., die Große (69-30 v. Chr.), Königin von Ägypten (51-30 v. Chr.), letzte Herrscherin aus der Ptolemäischen Dynastie, Tochter des ägyptischen Königs Ptolemäus XII.

In den Jahren 58 bis 55 v. Chr. hielt sich Kleopatra wohl als Begleiterin ihres Vaters im Exil in Rom auf. Nach dem Tod ihres Vaters 51 v. Chr. übernahm sie zusammen mit ihrem Brudergemahl Ptolemäus XIII. die Herrschaft in Ägypten; 48 v. Chr. wurde sie jedoch von ihrem Bruder vertrieben. Daraufhin wandte sie sich an Gaius Julius Caesar, den die Verfolgung seines Gegners Pompeius nach Alexandria geführt hatte, um Hilfe; nebenbei wurde sie Caesars Geliebte, und 47 v. Chr. gebar sie ihm einen Sohn, Kaisarion. Nach langwierigen Kämpfen, in deren Verlauf Ptolemäus XIII. ums Leben kam, brachte Caesar 47 v. Chr. Kleopatra, nun zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Ptolemäus XIV., wieder auf den ägyptischen Thron.

Ab 46 v. Chr. lebte Kleopatra auf Einladung Caesars in Rom; angeblich wollte Caesar sie sogar offiziell zur Gattin nehmen. Nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. kehrte Kleopatra nach Ägypten zurück und setzte dort nach dem Tod ihres Brudergemahls Ptolemäus XIV. – er soll auf Betreiben Kleopatras vergiftet worden sein – ihren Sohn Kaisarion als Ptolemäus XV. als Mitregenten ein.

Im Bürgerkrieg zwischen Marcus Antonius und Gaius Octavius (dem späteren Kaiser Augustus) um Caesars Erbe verhielt sich Kleopatra bzw. Ägypten neutral. 41 v. Chr. wurde sie von Marcus Antonius, unterdessen der Herrscher über den Ostteil des Römischen Reiches, nach Tarsus (Kilikien) geladen, um ihr Verhalten zu rechtfertigen. Dort gewann sie Marcus Antonius zu ihrem Geliebten. Dieser begleitete sie nach Ägypten und verbrachte dort mit ihr zusammen den Winter 41/40 v. Chr. 40 v. Chr. gebar Kleopatra dem Marcus Antonius zwei Kinder: Alexander Helios und Kleopatra Selene. Noch im Jahr 40 v. Chr. verließ Marcus Antonius Ägypten und ging nach Italien, um sich mit Gaius Octavius zu versöhnen und zur Festigung des Triumvirats Octavius’ Schwester Octavia zu heiraten.

Den Winter 37/36 v. Chr. verbrachte Kleopatra mit Marcus Antonius in Syrien. Noch 37 v. Chr. heiratete Marcus Antonius – trotz seiner Ehe mit Octavia – Kleopatra und überließ ihr und den gemeinsamen Kindern (36 v. Chr. kam ein drittes hinzu: Ptolemäus Philadelphos) Teile Kilikiens und Syriens und Kreta, und er bestätigte sie im Besitz von Zypern. Nach einem erfolgreichen Feldzug gegen Armenien feierte Marcus Antonius 34 v. Chr. in Alexandria seinen Triumph und erhob Kleopatra zur „Königin der Könige” in seinem Ostreich, Kaisarion zum „König der Könige” und seine drei Kinder von Kleopatra zu Königen von Armenien (Alexander Helios), Syrien und Kilikien (Ptolemäus Philadelphos) und Kyrene und Libyen (Kleopatra Selene). Die Übertragung dieser römischen bzw. im römischen Interessenbereich liegenden Territorien an seine und Kleopatras Kinder bestätigte er in seinem Testament.

Dies sowie das endgültige Zerwürfnis mit Marcus Antonius (er hatte 33 v. Chr. Octavia verstoßen) veranlassten Gaius Octavius, nun die Entscheidung gegen seinen Rivalen Marcus Antonius zu suchen. Er brachte den Senat dazu, Kleopatra – nicht Marcus Antonius direkt – den Krieg zu erklären, woraufhin Kleopatra eine gewaltige Flotte ausrüstete und umfangreiche Mittel zur Verfügung stellte.

Die letztlich entscheidende Seeschlacht von Aktium am 2. September 31 v. Chr. gegen Octavius’ Flotte verlief zunächst unentschieden; als dann aber Kleopatra ihre Schiffe aus der Schlacht zurückzog und Marcus Antonius sich gezwungen sah, ihr zu folgen, war die Schlacht für Kleopatra und Marcus Antonius verloren. Die beiden flohen, von Gaius Octavius verfolgt, nach Ägypten. Nachdem Marcus Antonius am 1. August 30 v. Chr. Selbstmord begangen hatte und auch alle ihre Versuche gescheitert waren, von Gaius Octavius zumindest in Ägypten als Herrscherin bestätigt zu werden, nahm sich Kleopatra am 12. August 30 v. Chr. durch einen Schlangenbiss in Alexandria das Leben.

Das Leben Kleopatras, vor allem ihre Liebesbeziehung zu Marcus Antonius und ihrer beider tragischer Tod, lieferte den Stoff für zahlreiche literarische Werke, u. a. Die Königin Cleopatra mit Antonio dem Römer (1560) von Hans Sachs, Anthony and Cleopatra (1606/07) von William Shakespeare und All for Love (1678; Alles für die Liebe oder Eine Welt verloren) von John Dryden; ihre Beziehung zu Caesar haben u. a. die Dramen Le mort de Pompée (1643; Der Tod des Pompeius) von Pierre Corneille und Caesar and Cleopatra (1901) von George Bernard Shaw zum Thema.

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