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Windows Live® Suchergebnisse RaubtiereEnzyklopädieartikel
Raubtiere, nahezu weltweit verbreitete Säugetierordnung, deren Arten sich vorrangig als Fleischfresser überwiegend von Wirbeltieren ernähren. Die Ordnung wird in die beiden Unterordnungen Robben und Landraubtiere unterteilt; im Folgenden wird die letztere Unterordnung dargestellt. Einige Raubtiere (z. B. die meisten Bären) sind Allesfresser: Sie fressen Tiere und Pflanzen und nehmen in manchen Fällen (wie der Große Panda) sogar vorwiegend pflanzliche Nahrung zu sich. Vor allem kleinere Raubtiere verzehren Wirbellose, andere – etwa Wildhunde und Hyänen – ernähren sich auch von Aas. Landraubtiere ergreifen ihre Beute aus dem Lauf oder Sprung heraus mit ihren Zähnen oder Krallen. Das kleinste Raubtier mit einer Kopfrumpflänge von zehn Zentimetern ist das Zwergwiesel – das größte Landraubtier mit einer Kopfrumpflänge von drei Metern ist der Kodiakbär. Raubtiere haben an ihren Vorderbeinen meist fünf und an den Hinterbeinen vier Zehen. Nachtaktive Raubtiere wie Katzen besitzen im Augenhintergrund ein so genanntes Tapetum lucidum: Diese Zellschicht reflektiert Licht, das die Netzhaut passiert hat. Manche Raubtiere, etwa Dachse, halten Winterruhe, Großbären auch Winterschlaf. Die Bewegungskoordination von Raubtieren ist hoch entwickelt, ihr Verhalten ist sehr flexibel, und es besteht eine starke Bindung zwischen Eltern und Nachkommen. Raubtiere bringen je nach Art pro Wurf ein bis zwölf Junge zur Welt, die im Alter von ein bis sechs Monaten entwöhnt werden. Raubtiere sind mit den Zähnen ihres typischen Raubtiergebisses an das Festhalten und Zerreißen der Beute angepasst. Sie haben kräftige Kiefer, die sich in einem Scharniergelenk nur nach oben und unten bewegen können; eine Drehbewegung ist ihnen nicht möglich. Die meisten Raubtiere haben in jedem Kiefer sechs scharfe Schneidezähne, zwei kräftige, nach hinten gebogene Eckzähne (Caninen oder Fangzähne) sowie Vorbackenzähne (Prämolaren) und Backenzähne (Molaren), die im Zusammenspiel wie eine Brechschere fungieren (Reißzähne). Die Zahl der Vorbackenzähne und Backenzähne ist bei den einzelnen Familien unterschiedlich. Katzen haben in jeder Kieferhälfte nur einen rudimentären Backenzahn, Hunde dagegen besitzen mehrere, die sie zum Zermalmen von Knochen benutzen. Bären (Ursidae) sind mit Ausnahme des Eisbären Allesfresser. Ihre hinteren Backenzähne sind mit Höckern besetzt, die das Zerkleinern von Pflanzenmaterial erleichtern. Das Verdauungssystem der Raubtiere ist viel einfacher als das der Pflanzenfresser, weil es die in Pflanzen enthaltene Cellulose nicht zersetzen muss. Systematische Einordnung: Raubtiere bilden die Ordnung Carnivora, die in zwei Unterordnungen eingeteilt wird: Pinnipedia (Robben) und Fissipedia (Landraubtiere). Zu den Robben gehören Ohrenrobben wie die Seelöwen (Familie Otariidae), Seehunde (Phocidae) und Walrosse (Odobenidae). Die Unterordnung Fissipedia umfasst zwei Überfamilien: die Canoidea (Familien der Hunde, Großbären, Kleinbären, Katzenbären und Marder) sowie die Feloidea (Familien der Katzen, Schleichkatzen und Hyänen).
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