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LondonEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Stadtbild; Kultureinrichtungen; Parks; Bildung; Geschichte; Entwicklungstrends
Das British Museum in Bloomsbury ist eines der größten und bekanntesten Museen weltweit. Es beherbergt sechs Millionen Ausstellungsstücke sowie die britische Staatsbibliothek. Die Sammlungen reichen von ägyptischen und klassischen Antiquitäten über Schätze aus dem Sachsenreich bis hin zu zeitgenössischen Artefakten. Das Victoria and Albert Museum in South Kensington verfügt über eine Sammlung von Kunstschätzen aus aller Welt, darunter kostbare Porzellan- und Glasgefäße, Skulpturen, Kleidung und Kostüme, Möbelstücke und Musikinstrumente. In der Nähe befinden sich die Museen für Naturgeschichte, Wissenschaft und Geologie. Auf der anderen Seite von London, direkt in der City, gibt es noch das Museum of London, dessen Ausstellungen die Entwicklung der Hauptstadt von ihren Anfängen bis zum heutigen Tag zeigt. Die National-Galerie am Trafalgar Square umfasst eine der vielfältigsten Gemäldesammlungen der Welt, die von den frühen italienischen Anfängen bis hin zu Werken von Seurat und Cézanne reicht. Gleich nebenan ist die National-Portrait-Galerie, in der mehr als 9 000 Porträts ausgestellt sind. Die Tate Gallery auf der Uferstraße zwischen Chelsea und Westminster wurde 1897 eröffnet und umfasst die größte Sammlung britischer Gemälde vom 16. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Im Juni 2000 wurde gegenüber der Saint Paul’s Cathedral die Tate Modern, ein Ableger der Tate Gallery, eröffnet. Zu den vielen Zentren des professionellen Theaterschauspiels gehören das National Theatre der National Theatre Company in South Bank und das Barbican Arts Centre der Royal Shakespeare Company. Das Royal Court Theatre, eine der traditionsreichsten Bühnen der britischen Hauptstadt, wurde im Februar 2000 nach vier Jahren Umbauzeit wieder eröffnet. Die beiden berühmtesten Opernhäuser sind das Royal Opera House in Covent Garden und das Coliseum, in dem die English National Opera Company untergebracht ist. Konzerthäuser sind die Royal Festival Hall, die Barbican und die Saint John’s Church, Westminster. Der beliebteste Konzertsaal liegt in der Wigmore Hall hinter der Oxford Street. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurden Teile des 1988 im heutigen Finanzviertel entdeckten römischen Amphitheaters im Juni 2002 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
London wurde schon immer um die Anzahl, die Größe und den Luxus seiner Grünanlagen beneidet. Mehr als 200 Parkanlagen breiten sich auf rund 220 Quadratkilometern aus. Der Hyde Park, der an Kensington Gardens angrenzt, wurde früher als die „Lunge Londons” bezeichnet. Der Regent’s Park im Norden von West End ist von eleganten Wohngebäuden umgeben, die für den Prinzregenten entworfen wurden. Dieser Park umfasst gleichzeitig auch den zoologischen Garten („London Zoo”). Im Januar 2001 wurde der Thames Barrier Park fertig gestellt; die Anlage entstand bei den Stauwerken der Themse auf alten Dockanlagen. In den äußeren Stadtbezirken von London gibt es noch einige weitere ausgedehnte Grünflächen, wie den Richmond Park, Bushey Park, Kew Gardens (seit 2003 UNESCO Weltkulturerbe) und den Greenwich Park.
Londons Universitäten und Schulen können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die bekanntesten von ihnen sind das University College (1826) in der Gower Street, Bloomsbury, das University College Hospital (das medizinische Institut der Universität), das King’s College (1828, gegründet vom Herzog von Wellington), das Imperial College of Science and Technology (1907), die London School of Economics and Political Science (1895), die Royal Academy of Music (1822) und das Royal College of Art (1837). Zu den berühmtesten Schulen gehört die Westminster School (1560), gleich neben dem Kloster, von dem sie ihren Namen erhalten hat.
Die Römer waren die ersten, die die keltische Festung „Londinium” eroberten und besiedelten. Zu dieser Zeit befand sich an der Themse lediglich eine Furt, aber 50 n. Chr. wurde hier eine Brücke gebaut, die London zu einem Knotenpunkt werden ließ. Innerhalb von nur kurzer Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem Handels- und Verwaltungszentrum. Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurden um die Stadt herum Wallanlagen errichtet. Mit dem Abzug der Römer zu Beginn des 5. Jahrhunderts und während der allmählichen Eroberung Englands durch die Angeln und durch die Sachsen spielte London lange Zeit keine große Rolle mehr. Auch unter der Herrschaft der Dänen blieben weite Teile der Stadt vollkommen ungenutzt. Die Dänen wurden von den Sachsen unter der Führung von König Alfred dem Großen vertrieben, der die Stadt 886 einnahm. Sie ließen jedoch eine mächtige Streitmacht in England zurück. Bis zum Beginn der Regentschaft von Eduard dem Bekenner, die 1042 begann, konnte die Stabilität der Stadt nicht wieder hergestellt werden. Dies wurde erst 1066 nach der Eroberung durch die Normannen erreicht. Wilhelm der Eroberer ließ sich als erster König in der Westminster Abbey krönen. Er bestätigte die besonderen Rechte der Stadt. Kurze Zeit später strebte London eine Kombination aus wirtschaftlicher Stärke und politischer Unabhängigkeit an. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wählten die Stadtbewohner ihren eigenen Oberbürgermeister. Ab 1351 wurde ein eigener Stadtrat gewählt, und bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war es dem regierenden Monarchen nicht möglich, die Stadt ohne Genehmigung zu betreten. Die Geschicke der Stadt lagen in den Händen einer Oberschicht von Kaufleuten, die bald den größten Teil des englischen Außenhandels bestimmten.
In London hatte der Schwarze Tod 1348 verheerende Auswirkungen. Fast die Hälfte der Einwohner starb an der Pest. Die Stadt erholte sich jedoch schnell wieder. Ein Aufstand unter der Führung von Jack Cade, der 1450 stattfand und sich u. a. gegen Steuererhöhungen und die nach der großen Pest mit dem Statute of Labourers von 1351 eingeführte Zwangsarbeit richtete, war nur von kurzer Dauer. Die nachfolgenden Rosenkriege hatten auf London so gut wie keine Auswirkungen. Im Anschluss an diese Periode, in der die Einwohnerzahl drastisch zurückging, begann das Zeitalter der Eroberung der Weltmeere. Ende des 16. Jahrhunderts, unter der Herrschaft der Tudors, wurden Handelsschiffe nach Amerika und an die Ostküste Indiens ausgeschickt, um auf Beutezug zu gehen. In diesem Zusammenhang kam es in London zu einer ganzen Reihe von beträchtlichen Veränderungen. Die Stadt entwickelte sich durch ihre Handelsbeziehungen zu Amerika und zu anderen Gegenden in der ganzen Welt zu einem bedeutenden Hafen. Unter der Herrschaft von Elisabeth I. erlebte auch die Kunst eine Renaissance. Zu den großen Dramatikern dieser Zeit zählen William Shakespeare, Christopher Marlowe und Ben Jonson. Die bedeutendsten Komponisten waren William Byrd, Orlando Gibbons und John Bull. Während des Bürgerkrieges im 17. Jahrhundert unterstützte London Oliver Cromwell gegen die Royalisten. Mit der Entthronung des katholischen Königs Jakob II. 1688 begrüßte die gesamte Stadt die Annahme des Thrones durch Wilhelm III. und Königin Maria II. sowie das In-Kraft-Treten der Bill of Rights, des englischen Staatsgrundgesetzes, das in diesem Zusammenhang eingeführt wurde.
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