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London

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8.2

Stadtgeschichte

Einige Jahre zuvor, 1665, wurde London durch eine verheerende Pestwelle („Great Plague”) und dann durch den Großen Brand („Great Fire”) verwüstet. Der Wiederaufbau, der hauptsächlich nach den Entwürfen von Sir Christopher Wren durchgeführt wurde, war der Hauptgrund für die Verlegung der Wohnviertel in westliche Richtung, fort von der City und hin zu den attraktiven Gemeinden Kensington und Chelsea.

Dieser Entwicklung folgend veränderten sich die Stadtbezirke am westlichen Rand von London in gewaltigem Maß: Große Plätze, wie die in Grosvenor, Cavendish, Berkeley und Hanover, wurden angelegt. Über den Fluss wurden weitere Brücken gebaut. Wasserversorgungsanlagen und Abwassersysteme wurden installiert, die Straßen wurden gepflastert.

Im 19. Jahrhundert nahm die Einwohnerzahl Londons noch schneller zu: Sie vergrößerte sich wegen Einwanderern von den britischen Inseln, aus den Kolonien und vom europäischen Kontinent um das Sechsfache. Durch die industrielle Revolution wurde zwar eine immense Zahl an Arbeitsplätzen geschaffen, aber lange nicht genug. Die Romane von Charles Dickens spiegeln die sozialen Probleme dieser Periode in lebhafter Weise wider.

1851 kam die Geschichte Londons und des Empires mit den industriellen Errungenschaften in der Weltausstellung zum Ausdruck. Der 1. Weltkrieg hatte nur geringfügige Auswirkungen auf London, aber die Depression, die diesem Krieg Ende der zwanziger Jahre folgte, beeinträchtigte das gesamte Land einschließlich der Hauptstadt. Es kam zu Hungermärschen und zu faschistischen Tumulten.

Einen wesentlich höheren Preis hatte London während des 2. Weltkrieges zu zahlen. Die deutschen Luftangriffe (1940/41) forderten 10 000 Menschenleben, und weitere 17 000 wurden schwer verletzt. Erstaunlicherweise blieb die Saint Paul’s Cathedral inmitten dieser Verwüstungen durch die Luftangriffe völlig unversehrt.

Nach dem Krieg war London eine vollkommen andere Stadt geworden. Die Docks waren so schwer zerstört worden, dass die Rekonstruktion der Anlagen nicht mehr in Frage kam. Die Stadt konnte aber ihre wirtschaftliche Stärke beibehalten. Und so begann man mit dem langwierigen Wiederaufbau. Bis Ende der fünfziger Jahre waren die Kriegsschäden weitgehend repariert. Neue Wolkenkratzer wurden gebaut, einer höher als der andere und alle in einem spektakulären Design. Der Post Office Tower mit seinen 30 Stockwerken wurde 1965 errichtet. Er hat eine Höhe von 189 Metern.

Der Stadtteil Barbican wurde in einem umfassenden Neugestaltungsplan, der 1959 verabschiedet wurde, miteinbezogen. Bedeutende Sehenswürdigkeiten, wie historische Kirchen, wurden sorgfältig rekonstruiert. Hinzu kamen neue Wohngebäude, Schulen, Einkaufszentren und das ausgedehnte Kunstzentrum, in dem zur Zeit die Royal Shakespeare Company untergebracht ist. Der geplante Abriss zahlreicher alter Gebäude hatte heftige Diskussionen zur Folge. Weitere Bauwerke, die das Stadtbild in gravierendem Maß veränderten, sind das 183 Meter hohe National Westminster Bank Building (1979), der 244 Meter hohe Canary Wharf Tower (1991) in den Docklands als höchstes Gebäude von Großbritannien sowie der wegen seiner markanten Form von den Einheimischen The Gherkin (Essiggurke) bezeichnete 180 Meter hohe Swiss Re Tower (2004).

9

Entwicklungstrends

Die Einwohnerzahl Londons beträgt etwa 7,51 Millionen (2006). Die Zuwanderungswellen haben während der letzten Jahrzehnte zu einem Anstieg der Bevölkerung geführt. Knapp die Hälfte der Angehörigen ethnischer Minderheiten in England lebt in London. In jedem fünften Haushalt ist Englisch nicht die Hauptsprache. Diese ethnische Heterogenität hat der kosmopolitischen Atmosphäre Londons eine neue Dimension verliehen.

Am 6. Juli 2005 erklärte das Internationale Olympische Komitee London zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2012. Damit wird das größte Sportereignis der Welt nach 1908 und 1948 zum dritten Mal in der britischen Metropole veranstaltet.

Einen Tag später – am 7. Juli 2005 – war London Ziel mehrerer Terroranschläge. Bei nahezu gleichzeitigen Bombenexplosionen in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus während der morgendlichen Hauptverkehrszeit starben 52 Menschen und mehr als 700 wurden verletzt. Die Anschlagsserie, wies ein ähnliches Muster auf wie die in Madrid im März 2004. Daher vermutete man zunächst eine islamistische Organisation, möglicherweise eine Al-Qaida-Gruppe, als Täter; weiter gehende Untersuchungen erbrachten jedoch keine Anhaltspunkte für ein Verbindung zu einer internationalen Organisation, kamen vielmehr zu dem Schluss, dass die Attentäter ohne Unterstützung von außen agierten. Am 21. Juli 2005 versuchten erneut vier Attentäter in drei Londoner U-Bahn-Zügen und einem Linienbus, fast gleichzeitig Bomben zu zünden, was jedoch misslang, so dass niemand ernsthaft zu Schaden kam. In der Folge wurden die Sicherheitsvorkehrungen in London drastisch erhöht.

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